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Iran-Länderspiel: Fußball für einen guten Zweck

Nicht nur sportlich sorgt die deutsche Nationalmannschaft wieder für positive Schlagzeilen. In Teheran spielt sie auch für die Erdbebenopfer von Bam.

Ein verheerender Erdstoß von zwölf Sekunden Dauer veränderte am 26. Dezember 2003 für zehntausende Iraner alles und stürzten eine ganze Nation in tiefe Trauer. 26.271 Menschen starben bei dem Beben der Stärke 6,8, das vor allem die historische Stadt Bam im Südosten heimsuchte. Zehn Monate später kommt das deutsche Fußballnationalteam mit einer Million Euro für den Wiederaufbau erstmals nach Teheran, wo der Vizeweltmeister mit offenen Armen empfangen wird. "Im Namen des iranischen Volkes möchte ich mich noch einmal beim DFB und jedem einzelnen Spieler der deutschen Nationalmannschaft recht herzlich bedanken", sagte Mehdi Mahdavikia vom Hamburger SV, zweiter Bundesligaprofi neben Bayern-Stürmer Vahid Hashemian im iranischen Aufgebot.

DFB leistet Wiederaufbauhilfe

"Dieses Spiel ist entstanden aus den schrecklichen Folgen des Erdbebens, das dort war. Wir haben überlegt, wie man einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten kann", berichtete DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder zur Entstehungsgeschichte der außergewöhnlichen Dienstreise. 600.000 Euro aus den Marketingeinnahmen des Spiels überweist der DFB an den iranischen Fußballverband. Mit weiteren 400.000 Euro soll in Bam ein neuer Fußballplatz entstehen. Den Scheck wird Mayer-Vorfelder am Samstag in der Halbzeitpause des Länderspiels an seinen Amtskollegen Mohammad Daggan überreichen.

Die Zerstörungen der einstigen Touristenstadt Bam, in der vor dem Beben 90.000 Menschen gelebt hatten, sind noch heute zu sehen. 60.000 Menschen verloren damals ihr gesamtes Hab und Gut. Die historische Festung Arg-e Bam, eines der wichtigsten Kulturdenkmäler des Landes, wurde wie weitere 80 Prozent der Altstadt zerstört.

Sympathieträger Klinsmann

Erdbebenhilfe von deutschen Fußballern hat es schon in der Vergangenheit gegeben. Nach einem Erdbeben 1990 hatte der heutige Bundestrainer Jürgen Klinsmann bereits an die Betroffenen in Iran gespendet, was dem 108-maligen Nationalstürmer im dem islamischen Land hohe Achtung einbrachte. "Er ist in Iran am populärsten und beliebtesten. Bei dem Erdbeben in Rodbar hat er sich sehr engagiert und Spenden gesammelt. So etwas vergisst das iranische Volk nicht", sagte Mahdavikia. "Ich war schon überrascht, dass mir die Iraner vor dem WM-Spiel 1998 dafür gedankt haben", berichtete Klinsmann.

Jens Mende und Farshid Motahari/DPA / DPA

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