Erdbeben 20.000 Tote bei Erdbeben im Iran


Bei dem schweren Erdbeben im Südosten des Irans sind nach offiziellen Angaben rund 20.000 Menschen ums Leben gekommen.

Bei dem schweren Erdbeben im Südosten des Irans sind nach offiziellen Angaben rund 20.000 Menschen ums Leben gekommen. Wie das iranische Innenministerium heute weiter mitteilte, wurden 30.000 Menschen verletzt. Das Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala hatte am Freitag die Stadt Bam fast völlig zerstört. UN-Generalsekretär Kofi Annan rief in New York die internationale Gemeinschaft zur umfassenden Hilfe für die Opfer auf. Heute werden die Rettungsarbeiten, an der sich auch deutsche Organisationen beteiligen, fortgesetzt.

Am frühen Morgen trafen 30 Spezialisten des Technischen Hilfswerks (THW) in Kerman ein. Sie wurden mit Bussen und Lastwagen nach Bam gebracht. Dort wollte das THW-Team mit Rettungshunden und technischem Ortungsgerät zusammen mit anderen Helfern nach Verschütteten suchen. Das iranische Innenministerium schätzt, dass noch viele Menschen unter den Trümmern ihrer Häuser liegen. Die Helfer zeigten sich - auch angesichts der winterlichen Kälte - wenig optimistisch, Überlebende zu finden. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigt. Zunächst war von mindestens 4.000 Toten die Rede gewesen.

Internationale Hilfsangebote

Einsatzkräfte von THW, Arbeiter Samariter Bund, Deutschem Roten Kreuz und Malteser Hilfsdienst sowie die Teams des Deutschen Rettungshundeverbandes wurden um die Mittagszeit im Katastrophengebiet erwartet. Ein Spezialistenteam der UN war unterwegs, um die iranischen Behörden bei der Koordinierung der Hilfe zu unterstützen.

Bereits vor dem Appell des UN-Generalsekretärs hatten Deutschland, Frankreich und weitere EU-Länder sowie Russland Hilfsaktionen in Gang gesetzt. Der iranische Präsident Mohammed Chatami hatte, anders als bei früheren Beben, rasch internationale Hilfsangebote akzeptiert und außerdem die Visa-Bestimmungen erleichtert. Auch die USA haben Iran ungeachtet der gespannten politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern ihre Unterstützung angeboten. Ob Teheran sie annehmen wird, war zunächst unklar.

Mehr als die Hälfte der Einwohner sind obdachlos

Nach Angaben von Hilfsorganisationen werden dingend Medikamente, Trinkwasser, Lebensmittel und Decken gegen die eisige Kälte in der Nacht benötigt. Die Krisenregion liegt in rund 1.000 Metern Höhe. Die deutsche Soforthilfe umfasste nach Angaben des Auswärtigen Amtes zunächst 500.000 Euro. Dort wurde ein Krisenstab für Erdbebenhilfe in Iran eingerichtet. Es sei «nicht auszuschließen, dass auch Deutsche verletzt worden sind», sagte eine Sprecherin in Berlin. Es lagen jedoch keine konkreten Erkenntnisse vor.

Die Europäische Union stellt rund 800.000 Euro für die humanitäre Nothilfe bereit. Hilfs- und Suchteams waren bereits in Richtung Iran unterwegs, berichtete die EU-Kommission am Abend in Brüssel. Der iranische Gesundheitsminister Massoud Pesehschkian sah zunächst mehr Bedarf an Rettungskräften als an Ärzten, da ärztliche Versorgung keinen Sinn mache, solange die Menschen unter dem Schutt lägen.

Das Beben hatte die Telefonverbindungen in Bam, etwa 1.000 Kilometer südöstlich von Teheran, zerstört. Auch Strom- und Wasserversorgung fielen aus. Mehr als die Hälfte der 90.000 Einwohner hat ihr Obdach verloren. 75 Prozent der Stadt an der historischen Seidenstraße wurden durch das Beben zerstört. Die Häuser der Altstadt boten den Bewohnern kaum Schutz. Sie sind aus traditionellen Lehmziegeln gebaut, so dass viele Opfer von den Trümmern erschlagen wurden. Die Region wurde zudem von mehreren Nachbeben erschüttert.

Auch China schickt Hilfsgüter für Erdbebenopfer

China schickt ein Bergungsteam sowie Hilfsgüter im Wert von fünf Millionen Yuan (500.000 Euro) für die Erdbebenopfer in Iran. Die 43-köpfige Rettungsmannschaft soll noch am heute mit einer Chartermaschine abfliegen, berichtet das Außenministerium nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Zu den Hilfsgütern gehören Decken, Zelte, Stromgeneratoren und Medikamente.


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