Erdbeben im Iran Wettlauf gegen die Zeit


Spezialisten und Spürhundestaffeln suchen nach Überlebenden im Erdbebengebiet. Ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Überlebenschancen sinken mit jeder Stunde.

Nach der Erdbebenkatastrophe im Südosten Irans ist eine große internationale Hilfsaktion angelaufen. Einen Tag nach dem Beben waren Spezialisten mit Spürhunden auch aus Deutschland an der Suche nach Überlebenden beteiligt. Erste Lieferungen mit Hilfsgütern für die von Obdachlosigkeit, Kälte und Hunger betroffene Bevölkerung trafen ein. UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte die internationale Gemeinschaft zu umfassender Unterstützung für die Erdbebenopfer aufgerufen.

Aus Deutschland waren heute 56 Erdbeben-Spezialisten mit 15 Rettungshunden im Einsatz. Noch am selben Tag empfingen sie Signale von Überlebenden. "Es gab eine Lebendortung", sagte eine Sprecherin des Technischen Hilfswerks in Bonn. Ein zweiter Hilfsflug mit 28 Tonnen Hilfsgütern vor allem zur medizinischen Nothilfe und zur Wasseraufbereitung war noch für den Abend geplant.

Längerfristige Hilfe wird notwendig sein

Die Deutsche Welthungerhilfe stellte eine Trinkwasseraufbereitungsanlage zur Verfügung, die bis zu 5.000 Liter sauberes Wasser pro Stunde liefert, sowie 15.000 Kanister für den Transport. Das Auswärtige Amt koordinierte über einen Krisenstab die Hilfsaktionen und stellte zunächst 500.000 Euro bereit. Die Europäische Union stockte ihre Soforthilfe noch am Samstag von 800.000 auf 2,3 Millionen Euro auf.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) brachte auf Bitten der iranischen Regierung unter anderem 20.000 Zelte, 200.000 Decken, 30 Stromgeneratoren und 20.000 Kerosin-Heizgeräte auf den Weg ins Erdbebengebiet. Nach einer ersten Begutachtung der Schäden geht die Föderation davon aus, dass längerfristige Hilfe notwendig sein wird. Die Gesamtkosten seien derzeit noch nicht abzuschätzen, hieß es in Genf.

Internationaler Beistand

Aus Österreich beteiligen sich 120 Soldaten des Bundesheeres an der Suche nach Verschütteten und der Aufbereitung von Trinkwasser. Das österreichische Rote Kreuz schickte 26 Hundeführer und 17 Suchhunde. Auch aus Großbritannien machten sich Rettungsteams auf den Weg. Neben Ärzten sollen auch britische Spürhunde eingesetzt werden. China schickte ein 43-köpfiges Bergungsteam sowie Hilfsgüter im Wert von fünf Millionen Yuan (500.000 Euro) für die Erdbebenopfer in Iran. Aus Polen kamen 28 Feuerwehrleute und drei Ärzte.

Irans Präsident Mohammed Chatami hatte, anders als bei früheren Beben, rasch internationalen Beistand akzeptiert und außerdem die Visa-Bestimmungen erleichtert.


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