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Iran: Deutsche Hilfskräfte eingetroffen

Als erste Nothilfe aus Deutschland hat am späten Samstagvormittag ein Team des Technischen Hilfswerks die von einem schweren Erdbeben fast völlig zerstörte Stadt Bam in Iran erreicht.

Als erste Nothilfe aus Deutschland hat am späten Samstagvormittag ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) die von einem schweren Erdbeben fast völlig zerstörte Stadt Bam in Iran erreicht. Wie ein THW-Sprecher in Bonn mitteilte, waren die 30 Erdbebenspezialisten am frühen Morgen gegen 5.15 Uhr in der Provinzhauptstadt Kerman eingetroffen, von wo aus sie mit einem Flug-Shuttle der iranischen Regierung ins Katastrophengebiet transportiert wurden.

Nach ihrer Ankunft in Bam gegen 11.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit verschafften sich die Spezialisten laut THW-Sprecher zunächst einen Lageüberblick. Anschließend wollte das Team sofort mit Rettungshunden und technischem Ortungsgerät die Arbeit aufnehmen und gemeinsam mit Mitarbeitern anderer Hilfsorganisationen nach Verschütteten suchen. Als ersten Eindruck berichteten sie der THW-Zentrale in Bonn von verheerenden Zerstörungen.

Weitere 28 Tonnen Hilfsgüter sollen nach Bam gebracht werden

Die THW-Spezialeinheit SEEBA (Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland) ist auf Erdbebenhilfe spezialisiert. Die mit moderner Ortungs- und Rettungstechnik für das Aufspüren und Bergen von Verschütteten ausgerüstete Truppe war zuletzt nach dem schweren Erdbeben in Algerien im Mai im Einsatz. Die SEEBA war 1986 nach dem schweren Erdbeben in Mexiko ins Leben gerufen worden, um weltweit nach Erdbebenkatastrophen schnell und wirksam Hilfe leisten zu können.

Am Samstagabend sollen nach Mitteilung des Auswärtigen Amtes vom Flughafen Frankfurt-Hahn weitere 28 Tonnen Hilfsgüter nach Bam gebracht werden. Der Transport wurde gemeinschaftlich von mehreren Hilfsorganisationen und dem THW betreut.

Mit dem Technischen Hilfswerk erreichten am Samstag auch erste Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Malteser Hilfsdienstes sowie des Arbeiter Samariter Bundes das Einsatzgebiet. Auf dem Flughafen Köln/Bonn steht eine Frachtmaschine bereit, um im Auftrag des DRK ein mobiles Hilfskrankenhaus sowie Wasseraufarbeitungsanlagen, Stromgeneratoren und Heizgeräte nach Bam zu bringen. DRK-Sprecher Lubbo Röber sagte heute auf AP-Anfrage, gegenwärtig werde mit dem Roten Halbmond des Iran noch darüber gesprochen, was im einzelnen in welcher Region der vom Erdbeben heimgesuchten Provinz benötigt werde.

Roter Halbmond hervorragend ausgerüstet

Röber wies darauf hin, dass der iranische Rote Halbmond hervorragend ausgerüstet und organisiert sei und große Erfahrungen mit Erdbeben habe. "Die brauchen nur wenig Hilfe von außen", sagte der DRK-Sprecher. Gleichwohl richte sich das Deutsche Rote Kreuz auf eine langfristige Unterstützung ein. Laut Röber wird das DRK angesichts der verheerenden Schäden aller Voraussicht nach zwei Jahre mit seinen Leuten vor Ort sein müssen, bis die nötigsten Versorgungseinrichtungen und Krankenhäuser wiederhergestellt sind. "Das ist eine der ganz großen Katastrophen der letzten zehn Jahre", sagte der DRK-Sprecher.

Bei dem Erdbeben wurden auch drei deutsche Staatsbürger leicht verletzt, wie das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte. "Nach bisheriger Kenntnis" würden sie in Teheran ärztlich behandelt, sagte eine Sprecherin. Im Katastrophengebiet halten sich nach diesen Angaben zwei Angehörige der deutschen Botschaft auf, um notfalls Unterstützung zu leisten.