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Bye-bye Bayern?: Welcher Trainer Götze wieder glücklich machen kann

Mario Götze wird wohl nach dem Sommer nicht mehr beim FC Bayern München spielen. Im dritten Jahr beim Rekordmeister spielte das einstige Supertalent kaum noch eine Rolle. Doch wohin sollte er wechseln?

Mario Götze vom FC Bayern München

Mario Götze wollte beim FC Bayern München den Durchbruch zum Weltstar schaffen

Spätestens im Oktober 2010 waren sich alle sicher: Der Junge hat eine große Zukunft vor sich. Der damals 18-jährige Mario Götze hatte gerade ein Wahnsinnsspiel für den BVB hingelegt. Mit einem Assist und einem Treffer trug er maßgeblich zum 2:0-Erfolg über Mainz bei. "Eines der größten deutschen Talente" nannte ihn Bundestrainer Joachim Löw. Für Matthias Sammer, 2010 noch DFB-Sportdirektor, war er sogar "eines der größten, das wir je hatten". Heute, fast sechs Jahre später, ist Götze immer noch genau das. Ein Riesentalent. Nur leider wird er im Juni 24. Die erhoffte Entwicklung blieb aus. Bei den Bayern fehlt ihm das volle Vertrauen des Trainers - und es wird ihm auch in der kommenden Saison fehlen. Das muss er ändern. Und zwar am besten mit dem Mann, der ihn aufgebaut hat. Der aus dem Jugendspieler Götze, den aufstrebenden deutschen Superstar machte: Jürgen Klopp.

Beim FC Bayern München scheint er schließlich keine Zukunft mehr zu haben. Pep Guardiola wollte ihn nie, wurde nie warm mit ihm. Der neue Bayern-Coach Carlo Ancelotti soll ihm bereits einen Wechsel nahegelegt haben. Der Verein soll ihn schon loswerden wollen. Und das aus gutem Grund: Sein Vertrag läuft noch bis 2017. Will der Rekordmeister zumindest einen Teil der 37 Millionen-Investition zurück haben, dann nur in diesem Sommer. Es sei denn, sie verlängern nochmal mit Götze, aber danach sieht es beim besten Willen nicht aus. Dazu kommt: Götze gehört mit einem kolportierten Gehalt von bis zu 12 Millionen Euro zu den Topverdienern in München. Millionen, die man sicher gerne in Spieler investieren würde, die dann auch auf dem Platz stehen.

Projekt Bayern für Mario Götze gescheitert

Das Projekt FC Bayern München ist für Götze gescheitert - wie schon für so viele junge deutsche Talente vor ihm. Standardmäßig wird ihm nun vorgeworfen, zu früh zu den Bayern gewechselt zu sein. Doch das ist zu einfach. Götze in der Form von 2013 war reif für den FC Bayern. Sein Problem war nie der Verein, sein Problem war der Trainer. Guardiola wollte Götze von Anfang an nicht. Sein Wunschspieler hieß Neymar, doch beim FC Bayern - das musste der Spanier schnell lernen - entscheidet so etwas nicht der Trainer. Er bekam Götze vor die Nase gesetzt, wurde entsprechend nie richtig warm mit ihm - und machte ihn so auch nicht zum deutschen Pendant zu Messi.

Das Potenzial dazu war durchgehend vorhanden - was Götze in seinen ersten beiden Jahren beim FCB auch andeutete. Mit 16 Toren und 20 Vorlagen in 44 Spielen war er vom BVB gekommen. Bei den Bayern knüpfte er zunächst an diese Leistungen an. Nach einem ersten guten Jahr (45 Einsätze/15 Tore/13 Vorlagen) kam der Weltmeistertitel und eine weitere - zumindest von den Daten her - starke Saison (48/15/7). Und dennoch: Beim FC Bayern ist Götze nie der spielentscheidende Mann gewesen. Er war stets einer von vielen. Einer, der oft erst traf, wenn das Spiel schon entschieden war. Einer, bei dem man zwar bei jeder Ballaktion ahnte, dass er auf dem Niveau von Messi oder Ronaldo spielen könnte, der dieses aber eben nie erreichte - bis heute nicht. 

Wechsel zu Liverpool logisch

Mario Götze Bayern 17.37. Dass es aber durchaus andere Trainer gibt, die aus Götze die volle Leistung herausholen, zeigen - neben den Erfahrungen beim BVB - auch die in der Nationalelf. Unter Löw zeigt sich Götze auch als Bayern-Spieler regelmäßig von seiner besseren Seite. Nur trainiert Löw aktuell keinen Verein, zu dem Götze gehen könnte. Der logische Wechsel wäre also zu Jürgen Klopp - heute beim FC Liverpool. Er kennt Götze seit dessen 16. Lebensjahr. Er weiß, wie man mit ihm umgehen muss, damit er sein volles Potenzial entfaltet. Im Kloppschen System war Götze von 2010 bis 2012 eine tragende Säule. Er war die Schaltzentrale hinter den Spitzen, genoss alle Freiheiten, die ein Kreativspieler braucht. 

Die Freiheiten und das volle Vertrauen wären auch nun wieder das richtige Rezept, um Götze wieder aufzubauen. Zudem würden ein paar Jahre Premier League Götze sicher gut tun. Das robuste Spiel dort hilft feinen Technikern, sich in Sachen Zweikampfhärte zu entwickeln - fragen Sie mal bei Cristiano Ronaldo nach. 

Das nötige Geld für Götze (kolportierte 20 bis 25 Millionen) hätte der FC Liverpool in der Portokasse. Allerdings will Götze erst nach der EM über seine Zukunft entscheiden. Da er im Nationaldress meist deutlich besser als bei den Bayern spielt, könnte sich eine gute EM entsprechend positiv auf seinen Marktwert auswirken. Auch wenn der wohl kaum wieder auf die geschätzten 55 Millionen steigen wird, die er 2013 nach drei guten Jahren beim BVB wert gewesen sein soll. Aber vielleicht ist er das ja 2019 wieder wert - nach drei guten Jahren beim FC Liverpool.

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