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"Wir helfen"-Kampagne: Fünf Vereine nehmen nicht an "Bild"-Aktion für Flüchtlinge teil

Nach dem FC St. Pauli und Union Berlin werden sich auch der SC Freiburg, der VfL Bochum und der 1. FC Nürnberg nicht an der Flüchtlingsaktion der "Bild"-Zeitung beteiligen. Union leistet dafür eine ganz praktische Flüchtlingshilfe.

Collin Quaner und Union Berlin werden am Wochenende nicht mit dem "Wir helfen"-Logo für Flüchtlinge auflaufen.

Collin Quaner und Union Berlin werden am Wochenende nicht mit dem "Wir helfen"-Logo für Flüchtlinge auflaufen. Insgesamt haben nun schon fünf Vereine ihre Teilnahme an der "Bild"-Aktion abgesagt

Auch die Fußball-Zweitligisten SC Freiburg, VfL Bochum und 1. FC Nürnberg werden am Wochenende nicht an der für alle Vereine der 1. und 2. Fußball-Liga geplanten "Wir helfen"-Aktion für Flüchtlinge teilnehmen. "Für uns ist klar, dass es vor allem das glaubwürdige Engagement vieler lokaler Initiativen ist, das Flüchtlingen jetzt in enger Absprache mit örtlichen Behörden und überregionalen Hilfswerken ganz konkret hilft. Wir haben uns entschieden, morgen ohne den veränderten Ärmel-Aufnäher "Wir helfen" gegen die Bielefelder Arminia auf den Platz zu gehen", teilten die Freiburger am Donnerstagabend auf ihrer Internetseite mit.

Bereits am Donnerstagvormittag hatte auch Union Berlin seine Teilnahme abgesagt. "An der für den kommenden Bundesligaspieltag geplanten Aktion einer Boulevardzeitung wird der 1. FC Union Berlin nicht teilnehmen", teilte der Verein in einer Presseinformation mit. Tags zuvor hatte bereits Ligarivale FC St. Pauli seinen Verzicht erklärt.

Die "Eisernen" werden nun auf ihre eigene Art auf die dramatische Zuspitzung der Flüchtlingssituation reagieren. Der Club entschied, seine Pläne für die Anfang des Jahres erworbene Immobilie für ein Fanhaus in unmittelbarer Stadionnähe zurückzustellen und es dem Land Berlin als Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge in den Wintermonaten zur Verfügung zu stellen.

"Wir können Flüchtlingsströme nicht beeinflussen oder die internationale Politik verändern und als Fußballverein ist es auch nicht unsere Aufgabe", sagte Union-Präsident Dirk Zingler. "Aber wir sind humanistischen Grundwerten verpflichtet und können hier in unserer Stadt, in unserem Umfeld denjenigen helfen, die unsere Hilfe brauchen. Wenn durch die Bereitstellung unserer Flächen nur eine Sporthalle in Berlin weniger umgewidmet werden muss, ist allen geholfen."

DPA

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