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Nationalmannschaft: Ballack meldet sich fit

Aufatmen bei der deutschen Nationalmannschaft: Michael Ballack hat sich für das WM-Qualifikationsspiel gegen Wales (ab 20.45 Uhr im stern.de-Liveticker) einsatzbereit erklärt. Bundestrainer Joachim Löw kündigte unterdessen an, sich bald mit dem ausgebooteten Kevin Kuranyi zu unterhalten.

Jetzt herrscht Klarheit: Michael Ballack wird heute Abend im WM-Qualifiaktionsspiel gegen Wales auflaufen können. Der Kapitän gab nach Information der "Bild" Grünes Licht. Gestern noch hatte Joachim Löw die Einsatzchancen Ballacks auf "50:50" geschätzt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dagegen wollte noch nicht bestätigen, dass der Kapitän der Nationalmannschaft nach seiner Prellung in der rechten Wade wieder einsatzfähig ist. "Zur Aufstellung gibt es wie immer an Spieltagen keine Informationen", sagte DFB-Sprecher Harald Stenger.

Dadurch kommt Bewegung in eine andere Personalie: Die Einsatzchancen von Torsten Frings dürften damit wieder sinken. Im Falle eines Ballack-Ausfalls wäre der Werder-Star sicherlich zum Einsatz gekommen. Ob er jetzt den Vorzug gegenüber Thoams Hitzlsperger vom VfB Stuttgart erhält, bleibt fraglich.

Löw will sich mit Kuranyi unterhalten

Auch zum Fall des aus der Nationalmannschaft ausgeschlossenen Kevin Kuranyi hat sich der Bundestrainer geäußert: Löw will in den Tagen nach dem Spiel gegen Wales noch einmal mit Kuranyi sprechen. "Ich werde ihn in nächster Zeit mal kontaktieren. Er weiß, dass er den falschen Weg gewählt hat", kündigte der Bundestrainer in der "Bild"-Zeitung an. "Aber an meiner Entscheidung, ihn nicht mehr zu nominieren, ändert sich nichts", bekräftigte Löw.

Kuranyi hatte sich erst einen ganzen Tag nach seiner Flucht aus dem Dortmunder Stadion während des Spiels der DFB-Elf am Samstagabend gegen Russland (2:1) bei Löw gemeldet und für sein Verhalten entschuldigt. "Das Gesamte konnte ich nicht mehr tragen. Ich habe es nicht mehr geschafft", hatte er als Grund angegeben.

Löw widerspricht Müller

Inzwischen ist Kuranyi bei seinem Verein Schalke 04 wieder im Training, am Mittwoch stand er erstmals wieder mit der Mannschaft auf dem Übungsplatz. Schalke-Manager Andreas Müller hatte sich hundertprozentig hinter Kuranyi gestellt. "Bei Schalke hätte Andreas Müller das Verhalten von Kuranyi garantiert auch nicht akzeptiert", erklärte Löw dazu. Er könne genau wie Teammanager Oliver Bierhoff zwar verstehen, dass ein Club seine Spieler schützen und verteidigen würde. "Aber ich kann nicht nachvollziehen, dass er sagt, dass er Kuranyis Verhalten zu 100 Prozent verstehen kann", sagte der Bundestrainer weiter. Müller will nach dem Wales-Spiel mit Löw und Bierhoff über das Thema sprechen.

Auch im Kreis der Nationalmannschaft wird noch immer über Kuranyis Abgang gesprochen, bestätigte Verteidiger Per Mertesacker. "Kevin war ein wichtiger Spieler. Deshalb ist es bitter, dass er nicht mehr dabei ist. Was in ihm vorging, kann ich nicht nachvollziehen", sagte der Bremer in der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwoch-Ausgabe) und verwies auf die Extrem-Situationen für Kuranyi bei der WM 2006 und der EM 2008. Vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land war der Schalker vom damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann überraschend aus dem Kader gestrichen worden. Die Euro in diesem Sommer erlebte Kuranyi weitgehend als Reservist mit.

Lahm: Kuranyi war voll akkzeptiert

Auch Philipp Lahm bedauert die Entwicklung um Kuranyi. "Er hat nie etwas gegen einen anderen Spieler gesagt, war akzeptiert im Team", berichtete der Münchner. Aber man müsse die Entscheidung des Trainers akzeptieren, Kuranyi nicht mehr nominieren zu wollen. "Wir sind mit dem Fußball aufgewachsen und haben das gelernt. Das geht natürlich nicht", erklärte Lahm zur Reaktion seines bisherigen DFB-Kollegen, das Team ohne Information und Erlaubnis zu verlassen.

Unterdessen hat sich Teammanager Oliver Bierhoff für ein langfristiges Engagement von Bundestrainer Joachim Löw über dessen Vertragsende nach der Fußball-WM 2010 hinaus ausgesprochen. "Ja, das würde ich mir wünschen", sagte Bierhoff in einem Interview mit dem Kölner "Express". "Eine Konstanz wie zu Zeiten von Helmut Schön oder Sepp Herberger würde der Mannschaft und auch dem DFB gut tun", erklärte Bierhoff weiter. Einen Zeitpunkt für eine mögliche vorzeitige Vertragsverlängerung mit Löw nannte das Präsidiumsmitglied des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht.

Gespräche mit Löw frühestens Anfang 2009

Auch wenn ein Bundestrainer am aktuellen Erfolg gemessen würde, sollte "ein Gesamtkonzept" nicht davon abhängig gemacht werden, "ob ein Trainer mal ein Spiel verliert", argumentierte Bierhoff. Löw ist seit etwas mehr als zwei Jahren DFB-Chefcoach, davor war er von Sommer 2004 bis 2006 Assistent von Jürgen Klinsmann. Eine frühzeitige Verlängerung seines bis zur WM in Südafrika laufenden Vertrages hat der 48 Jahre alte Badener bislang abgelehnt. Gespräche mit dem DFB sollen frühestens im Jahresverlauf 2009 stattfinden.

DPA/tis / DPA

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