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Polizei droht mit Absagen: Vermiest uns die Terrorgefahr die Bundesliga?

Das Verbot der Pegida-Demo in Dresden soll ein Einzelfall bleiben. Doch der Polizei gehen die Kräfte aus. Unter Umständen muss darunter die Bundesliga leiden. Absagen sind nicht mehr ausgeschlossen.

Polizei-Einsatz im Stadion: Die aktuelle Sicherheitslage könnte zu Absagen von Bundesliga-Spielen führen

Polizei-Einsatz im Stadion: Die aktuelle Sicherheitslage könnte zu Absagen von Bundesliga-Spielen führen

Die Sicherheitslage nach den Anschlägen auf die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" könnte unter Umständen zur Absage von Bundesliga-Spielen führen. "Die Polizei kann nicht mehr alles leisten, und Fußball ist kein Grundrecht", sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, dem Berliner "Tagesspiegel". Wendt äußerte sich im Zusammenhang mit der Sicherheitsdebatte rund um die abgesagte Pegida-Demonstration in Dresden.

Gegenüber dem Blatt forderte auch der SPD-Innenpolitiker und Polizeibeamte Uli Grötsch eine Neuregelung bei der Absicherung von Fußballspielen. "Hier muss es Veränderungen geben", so Grötsch, "dann würde jede Menge Personal frei."

Demonstration statt Bundesliga?

Bevor eine Demonstration abgesagt werde, müsse eher ein Fußballspiel abgesagt werden, sagte Wendt. Schließlich gebe es auch noch weitere Mehrbelastungen durch mögliche islamistische Attentate. Seit den Anschlägen von Paris müssten bundesweit Medienhäuser geschützt werden. Auch an Bahnhöfen und Flughäfen sei die Polizeipräsenz verstärkt worden. "Es raucht an allen Ecken und Enden", so Wendt.

Auch von Seiten der CDU wird das Szenario eines abgesagten Bundesligaspiels aus "Mangel an Polizisten" für "nachvollziehbar" gehalten. Es würden immer mehr Aufgaben immer weniger Beamten aufgehalst, zitiert das Blatt Stephan Mayer, den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe für Inneres der Unionsfraktion.

Polizei ohnehin im Clinch mit der Liga

Die neue Diskussion erneut den Druck auf die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und die Bundesligaclubs. Als erstes Bundesland hat Bremen bereits beschlossen, die Polizeieinsätze bei Spielen des SV Werder der DFL in Rechnung zu stellen. Der Fußball müsse sich endlich seiner Verantwortung stellen, sagen die einen, innere Sicherheit ist eine Sache des Staates, sagen die anderen. Die DFL wehrt sich noch gegen die Entscheidung der Bremischen Bürgerschaft, will im Falle eines Falles die Rechnung direkt an den SV Werder weiterleiten.

Auch NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) will Bundesliga-Spiele an Rhein und Ruhr nicht mehr uneingeschränkt schützen. In einem Pilotprojekt sollen für unbedenkliche Spiele an Rhein und Ruhr weniger Beamte als bisher üblich abgestellt werden. Mit sechs Teams stellt Nordrhein-Westfalen derzeit ein Drittel aller Bundesliga-Mannschaften.

dho

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