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Schiedsrichter Nicola Rizzoli: Bayern-Schreck pfeift CL-Endspiel

Die Uefa hat Nicola Rizzoli als Schiedsrichter für das Champions-League-Finale bekanntgegeben - und das ist kein gutes Omen für die Bayern: Unter seiner Leitung verloren die Münchener alle Spiele.

Am Feiertag herrschte in München und Dortmund die letzte Ruhe vor dem großen Champions-League-Sturm. Jupp Heynckes und Jürgen Klopp gönnten ihren Fußballern einen letzten freien Tag vor dem heißen Countdown für das große deutsche Kräftemessen im Wembleystadion. Das beiderseits gültige Motto nach den so unterschiedlichen Bundesliga-Generalproben der Finalisten verkündete Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer: "Ab Dienstag müssen wir ganz langsam Spannung aufbauen - und am Samstag in London muss sich das entladen." Der Kampf um den Henkelpott ist eröffnet.

Rizzoli, der Bayern-Schreck

Unterdessen herrscht vor allem im Fan-Lager der Bayern Aufregung: Die Uefa hat den Schiedsrichter für die Begegnung mit Borussia Dortmund im Wembley-Stadion bekanntgegeben. Nicola Rizzoli (41) aus Italien wird gemeinsam mit seinen Landsmännern Renato Faverani und Andrea Stefani die Partie pfeiffen. Vierter Offizieller ist der Slowene Damir Skomina.

Für die Borussen ist Rizzoli ein Schiri-Neuling, er hat noch kein Spiel des BVB geleitet. Ganz anders sieht es dagegen bei den Bayern aus, sie dürften hauptsächlich schlechte Erinnerungen an den Mann aus Bologna haben: Am 7. April 2010 leitete er das Viertelfinale zwischen Bayern und Manchester United im Old Trafford, dass die Münchener 2:3 verloren. Zwei Jahre später war er Referee im Spiel gegen den FC Basel, das die Elf von Jupp Heynckes 0:1 verlor. Anschließend mussten die Bayern um das Weiterkommen in der Champions League bangen.

Furiose Aufholjagd am Samstag

Die Vorfreude auf einen historischen Fußballabend ist bei den Hauptdarstellern aus München trotzdem riesig. "Die Brisanz ist groß. Man kann viel gewinnen, man kann viel verlieren - das macht doch Spaß", verkündete der Münchner Nationalspieler Thomas Müller.

Der letzte Trend, den Bayern-Präsident Uli Hoeneß stets als wichtigen Indikator für Voraussagen bezeichnet, scheint für den deutschen Fußball-Meister zu sprechen. Das 4:3 im Liga-Finale bei Borussia Mönchengladbach war nicht nur ein besonders emotionales Erlebnis für Heynckes, der nach seinem letzten Bundesliga-Spiel als Trainer von seinen Gefühlen übermannt wurde. Er brachte dem Ur-Gladbacher auch eine wertvolle Erkenntnis für seinen vorletzten Einsatz auf der Münchner Trainerbank: "Die Botschaft ist, dass wir zu allem in der Lage sind", tönte Heynckes angesichts einer erfolgreichen Aufholjagd nach einem frühen 1:3-Rückstand.

"Das ist gut für nächste Woche", urteilte auch Franck Ribéry, der seine Finalform mit zwei prächtigen Toren unter Beweis stellen konnte. Außerdem trafen Javi Martínez und Arjen Robben, der erleichtert feststellte: "Ich bin froh, dass die Ligaspiele jetzt vorbei sind." Endlich darf nur noch Wembley im Kopf sein. "Wenn man sieht, wie wir das letzte Finale verloren haben, ist doch klar, dass wir alle Kräfte aufraffen, um zu gewinnen", kündigte Heynckes an.

Mats Hummels fit für das Endspiel

Der Ärger über die verpatzte 1:2-Generalprobe gegen 1899 Hoffenheim war in Dortmund spätestens zu Wochenbeginn verflogen. Das ermutigende Bulletin der Mediziner im Anschluss an eine Untersuchung von Sorgenkind Mats Hummels sorgte bei der Borussia für kollektives Aufatmen. Der Abwehrchef hat sich bei einer verunglückten Abwehraktion nicht den befürchteten Riss, sondern nur eine Dehnung des Außenbandes im Sprunggelenk zugezogen. Zur Freude von Klopp stellte Teamarzt Markus Braun eine rechtzeitige Genesung in Aussicht: "Der Einsatz gegen den FC Bayern ist absolut realistisch."

Die Chancen, dass der BVB in Bestbesetzung antreten kann, sind damit gestiegen. Hummels selbst ist "guter Dinge", zudem macht auch der am Oberschenkel verletzte Mario Götze deutliche Fortschritte. Er soll am Dienstag ins Mannschaftstraining zurückkehren. Diese positiven Nachrichten stimmten auch Klopp hoffnungsfroh. "Wir werden in London unser Champions-League-Gesicht zeigen", versprach er den BVB-Fans.

Wembley Calling

Das wird auch nötig sein, denn bei der verrückten Niederlage gegen Hoffenheim traf nur Robert Lewandowski. Die Aufregung über die beiden späten Elftmetertore von Sejad Salihovic (77./82. Minute) und den wegen einer Abseitsstellung von Lewandowski verweigerten 2:2-Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit irritierte die BVB-Fans nicht nachhaltig. "Zieht den Bayern die Lederhosen aus", schallte es durch das größte Bundesliga-Stadion, als die von Kapitän Sebastian Kehl angeführte Mannschaft sich nach dem Schlusspfiff für die Unterstützung während der Saison bedankte. Das Schlusswort von Kehl ging im Jubel des Dortmunder Anhangs sogar unter: "Wir hoffen, dass wir am Sonntag mit dem Cup nach Hause kommen."

Fast im Gleichklang absolvieren die Rivalen die Finalvorbereitung. Von Dienstag bis Donnerstag wird jeweils in der Heimat trainiert, wobei Heynckes in München alle Einheiten hinter verschlossenen Türen ablaufen lässt. Am Freitag geht es mit dem Flugzeug nach London, wo am Abend im Wembleystadion das jeweilige Abschlusstraining stattfindet.

cf/DPA / DPA

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