HOME

Tabellenführer in England: "Boooom" - Wie Jürgen Klopp den FC Liverpool aufmöbelt

England feiert Jürgen Klopp: Mit 6:1 hat der FC Liverpool Watford aus dem Stadion gefegt und erstmals die Tabellenspitze der Premier League erobert. Die "Reds" sind jetzt titelreif.

Jürgen Klopp umarmt nach dem Spiel gegen Watford Angreifer Firmino

Jürgen Klopp umarmt nach dem Spiel gegen Watford Angreifer Firmino

Der FC Liverpool hat am Wochenende die Tabellenspitze der Premier League erobert - und wie. Mit 6:1 fegten die "Reds" Gegner Watford aus dem Stadion an der Anfield Road. Der Gegner muss sich gefühlt haben, als wäre er in einen mächtigen Hurrikan geraten, der sich gnadenlos seinen Weg bahnte. Andere sprechen in Anspielung auf ein früheres Jürgen-Klopp-Zitat von "Heavy-Metal-Fußball". Der Trainer selbst fand die vielleicht passendsten Worte: "Das beste Wort, um dieses Spiel zu beschreiben, ist folgendes: Booooom!", sagte Klopp nach dem Spektakel.

Wenn man so will, hat in Liverpool damit endgültig die "Boom"-Ära des Jürgen Klopp begonnen. Liverpool gilt in einer engen Konkurrenz als ernstzunehmender Titelkandidat. Die englischen Medien überschlagen sich mit Lob. Logischerweise tritt Klopp selbst, was die Titelchancen angeht, auf die Euphoriebremse: "Wir bleiben cool, noch ist nichts geschehen."

Vor einem Jahr war die Stimmung im Keller

Als der 49-Jährige vor einem Jahr seinen Job in Liverpool antrat, war die Stimmung bei einem der größten und erfolgreichsten englischen Klubs im Keller. Liverpool war nur Mittelmaß und suchte vergeblich Anschluss an die Spitze. Dann kam Klopp und polierte den Verein nach und nach mit den altbekannten Rezepten aus Dortmunder und Mainzer Zeiten wieder auf.

Er etablierte einen Hochgeschwindigkeitsfußball, der zu solchen Ergebnissen wie gegen Watford führt. Auch Klopps Motivationskünste wirken offensichtlich auf der Insel. Mit seiner kumpelhaften und charismatischen Art reißt er Spieler und Klub mit. Er ist in der Lage, Spieler zu Topleistungen zu animieren. Beispiel Adam Lallana: Der 31-Millionen-Euro-Mann, eigentlich einer von Englands schnellsten und vielseitigsten Spielern, steckte im kompletten Formtief. Jetzt ist Lallana Liverpools Denker und Lenker. Andersherum hat Klopp genau wie zu Dortmunder Zeiten keine Skrupel, unliebsame Spieler auszusortieren, die nicht in sein Konzept passen. Rekordtransfer Christian Benteke, der für 46,5 Millionen Euro nach Liverpool gekommen war, landete bei Klopp auf der Bank. Am Ende wurde Benteke für 31 Millionen an Crystal Palace weiterverkauft.

Die Klopp-Therapie schlägt an

Noch ist es zu früh in der Saison, um Liverpool endgültig zum Titelfavoriten zu erklären. Die ersten vier Mannschaften trennen nur zwei Punkte, und in der Premier League patzt jeder einmal. Doch eines ist offensichtlich: Die Klopp-Therapie schlägt an in Liverpool.

So feiert die englische Presse Jürgen Klopp:

Sun: "Die Hornissen wurden zerstochen: Liverpool 6, Watford 1. Die Reds erobern dank Mane, Coutinho und Firmino die Tabellenspitze. Jürgen Klopps Männer toben sich in Anfield aus und überholen Chelsea im Rennen um den Titel."

Daily Mirror: "Die Reds schreiten selbstbewusst mit einer besorgniserregenden Vorstellung an die Spitze der Premier League und deuten an, dass sie auch dort bleiben können. Die Reds zerstören ein armes Watford mit einer beeindruckenden Offensivgewalt, die vom Samba-Stil der "brasillianten" Brasilianer Philippe Coutinho und Roberto Firmino angeführt wird."

Daily Mail: "Klopp on Top! Liverpool überrennt Watford mit 6:1 und löst Chelsea an der Spitze der Premier League ab. Jürgen Klopps Team zeigt Offensivfußball der Extraklasse."

Daily Star: "Liverpool 6, Watford 1: Jürgen Klopps Mannschaft walzt die Hornissen platt."

Guardian: "Mane zeigt gegen die Hornissen keine Gnade und schießt Klopps Team an die Spitze. Watford ist nicht nur eins von fünf bezwungenen Gästeteams in Anfield in dieser Saison, es bekommt den bestrafenden Effekt des von Klopp geschaffenen großartigen Angriffsfußballs zu spüren und muss darunter leiden."

The Independent: "Die Reds geben ein klares Statement Richtung Titel ab und schenken einem hilflosen Watford sechs Mal ein. Jürgen Klopps Team beweist einmal mehr seine tödlichen Offensivqualitäten."

tis

Wissenscommunity