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Sportwahl: Ronaldinho und Prinz sind Weltfußballer

Drei Wochen nach seiner Wahl zu Europas Fußballer des Jahres wurde der Brasilianer Ronaldinho nun auch zum weltbesten Kicker gekürt. Bei den Frauen erhielt Birgit Prinz zum dritten Mal hintereinander die Auszeichnung - Rekord!

Ronaldinho ist der unumstrittene "König" des Weltfußballs. Drei Wochen nach seiner Wahl zu Europas Fußballer des Jahres wurde der Brasilianer vom Weltverband FIFA nun auch zum weltbesten Kicker gekürt. Zweiter bei der Wahl zum "Weltfußballer des Jahres" wurde der englische Nationalspieler Frank Lampard vom FC Chelsea vor dem Kameruner Samuel Eto’o (FC Barcelona). Ronaldinho erhielt die FIFA-Auszeichnung nach 2004 bereits zum zweiten Mal.

Birgit Prinz bricht den Rekord

Bei den Frauen vollbrachte Birgit Prinz, was noch keiner Fußballerin vor ihr gelungen ist: Die 28-jährige Angreiferin wurde zum dritten Mal hintereinander als "Weltfußballerin" ausgezeichnet. Für die Wahl hatten die Trainer und Kapitäne der Nationalteams sowie Repräsentanten der Profi-Kicker in aller Welt ihre Stimmen abgegeben.

Welt- und Europameisterin Prinz, die ihre Titelsammlung im Sommer als Spielführerin des DFB-Teams mit dem Gewinn des EM-Championats und der deutschen Meisterschaft mit dem 1. FFC Frankfurt aufstockte, setzte sich dabei gegen die Brasilianerin Marta und Shannon Boxx aus den USA durch. Bei der Wahl zu Deutschlands Sportlerin des Jahres war Birgit Prinz am Sonntagabend Vierte geworden. In 144 Länderspielen für Deutschland hat die Stürmerin insgesamt 90 Tore erzielt.

Auf einer Stufe mit Zidane und Ronaldo

Ronaldinho ist erst der dritte Spieler, den die FIFA mehr als ein Mal als "Weltfußballer" auszeichnete. Bisher gelang dies nur seinem Landsmann Ronaldo (1996, 1997 und 2002) sowie dem Franzosen Zinedine Zidane (1998, 2000 und 2003). Ronaldinhos Hunger nach Erfolg ist nach den Ehrungen längst noch nicht gestillt. "Die Auszeichnungen spornen mich an, noch besser zu werden", sagte der 25-Jährige kürzlich. "Jetzt möchte ich mit Barça die Champions League gewinnen, dann den Titel in Spanien verteidigen und mit Brasilien Weltmeister werden."

Der Ballkünstler bildet bei "Barca" mit Eto’o einen Wundersturm, um den alle Welt die Katalanen beneiden. In der spanischen Liga erzielte das Duo in 16 Spielen allein 25 Treffer, mehr als praktisch jedes Team in der Primera Division. In Europa können nur die Bremer Miroslav Klose und Ivan Klasnic mit 24 Toren noch mithalten.

"Wäre ich Brasilianer oder Argentinier, hätte man mich längst zum Fußballer des Jahres gemacht"

Eto’o hat zuweilen den Eindruck, seine Leistungen an der Seite Ronaldinhos würden nicht genügend geschätzt. "Wäre ich Brasilianer oder Argentinier, hätte man mich längst zum Fußballer des Jahres gemacht", beschwerte sich der Kameruner unlängst. Er widersprach aber dem Verdacht, auf Ronaldinhos Ruhm neidisch zu sein. "Eifersüchtig auf Ronnie? So ein Quatsch!", empörte sich Eto’o. "Wenn er etwas gewinnt, freue ich mich mit ihm." Zum Feiern hatten die beiden Super-Stürmer keine Zeit. Direkt nach der FIFA-Ehrung mussten Ronaldinho und Eto’o per Privatjet nach Barcelona zurückfliegen. Dort sollten sie am Dienstag schon wieder zum Spiel gegen Celta de Vigo antreten.

Der Zufall führte den Brasilianer zu Barca

Beide Ausnahmekicker gelangten eigenartigerweise nicht durch eine gezielte Transfer-Strategie, sondern eher durch Zufall zu Barca. Ronaldo de Assis Moreira, so sein Geburtsname, war bei den Katalanen eigentlich nur zwei Wahl. Clubchef Joan Laporta wollte David Beckham holen, aber der Engländer ging lieber zum Erzrivalen Real Madrid.

Eto’o hatte ebenfalls für die Madrilenen spielen wollen. Aber die "Königlichen" verkannten das Talent des Afrikaners. Sie ließen ihn über RCD Mallorca nach Barcelona wechseln. Die Katalanen zahlten für Ronaldinho und Eto’o insgesamt 60 Millionen Euro Ablöse. Heute betragen die vertraglich festgelegten Ablösesummen 275 Millionen Euro. Beide Kicker haben sich bis 2010 an Barça gebunden.

Hubert Kahl/DPA / DPA

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