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Stimmen nach Champions-League-Finale Reaktionen: "Ich leide vor allem mit Schweini!"


Joachim Löw, Boris Becker, Maria Höfl-Riesch – viele Prominente fieberten mit den Bayern im Champions-League-Finale mit und machten hinterher ihrer Enttäuschung Luft.

Es war ein Spiel, das den Zuschauer ratlos zurückließ. Zumindest wenn er oder sie es mit den Bayern hielten, während dieser spielerisch enttäuschenden, dafür aber hochdramatischen 120 Minuten Champions-League-Finale inklusive Elfmeterschießen. Genau wie rund 20 Millionen Zuschauer hierzulande schauten viele Prominente zu und hatten anschließend Mitleid mit den unterlegenen Bayern. "Sehr viel Pech gehabt heute. Ich leide vor allem mit Schweini!", twitterte Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch, nachdem Nationalspieler Bastian Schweinsteiger den letzten Elfmeter der Münchner verschossen hatte.

"Ich brauche jetzt ganz viel Trost", schrieb TV-Moderator Kai Pflaume bei Facebook, nachdem er das Finale im Bayern-Trikot im Stadion verfolgt hatte. "Ich bin im Moment einfach zu traurig, weiß nicht, was ich sagen soll", meinte Tennisspielerin Julia Görges und urteilte: "Das bessere Team hat verloren." Auch Tennisstar Boris Becker, der während der Partie fast minütlich getwittert hatte, war am Ende sprachlos: "Ohne Worte...", lautete seine letzte Botschaft zum Spiel. Der bisherige Schalker Fußballprofi Hans Sarpei, eine Kultfigur der sozialen Netzwerke, schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Wenn es einen Fußballgott gibt, ist er heute gestorben."

"Fußball ist manchmal brutal"

Selbstverständlich äußerte sich auch Joachim Löw zu dem Bayern-Debakel: "Ich gratuliere dem FC Bayern trotz der Niederlage zu einer klasse Champions-League-Saison", so der Bundestrainer. "Die Münchner haben uns tolle Spiele beschert, besonders gegen Madrid. Gegen Chelsea waren sie die bessere Mannschaft in 120 Minuten und hatten die besseren Chancen. Fußball ist manchmal brutal. Natürlich sind wir jetzt alle erstmal enttäuscht und traurig."

Fassungslos war auch der Team-Manager der Nationalelf, Oliver Bierhoff: "Das war eine bittere Niederlage für die Bayern. Vom Spielverlauf her hätten sie klar gewinnen müssen. Beim Elfmeterschießen kann immer alles passieren. Wir werden die Jungs wieder aufbauen. Mit uns können sie noch einen Titel gewinnen."

Einer, der mit Bayern 1999 gegen Manchester United selbst ein Champions-League-Finale verlor, äußerte sich weniger verständnisvoll: "Das ist eine ganz, ganz bittere Niederlage, die richtig weh tut", sagte Ex-Spieler Stefan Effenberg. "Aber sie haben es sich auch selbst ein bisschen zuzuschreiben. Sie haben in den 90 Minuten viel zu viel liegen lassen."

"Es sollte nicht sein"

Matthias Sammer kritisierte die schwache fußballerische Qualität sowie die Mauertaktik des Teams aus London: "Wir gratulieren dem FC Chelsea, die können den Pokal haben", sagte der DFB-Sportdirektor. "Doch wenn das die Zukunft des Fußballs ist, wie diese Mannschaft spielt, dann ist das eine Katastrophe. Es war eine Katastrophe gegen Barcelona – es geht um die Art und Weise, wie die Fußball spielen. Wir gratulieren, aber die Art und Weise, dass das einen Titel bringt, ist ungerecht."

Wie tief der Schmerz sitzt, ließ sich an der ratlosen Reaktion von Franz Beckenbauer ablesen, der ansonsten nie um eine Fußballweisheit verlegen ist: "Was können die Engländer dafür, wenn der FC Bayern aus dieser Überlegenheit nichts macht?", fragt der Fußball-Kaiser. "Das Glück war dieses Mal auf der Seite von Chelsea. Deshalb sind sie sicherlich verdient Champions-League-Sieger geworden. Auch wenn der FC Bayern das Spiel zu jeder Phase im Griff hatte. Es sollte nicht sein."

be/DPA DPA

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