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TV-Ereignis EM: "Fußball total" auf allen Kanälen

Die EURO 2004 wird ein Medienereignis der Superlative: Erstmals gibt es bei ARD und ZDF alle Spiele live. 500 Mitarbeiter, darunter viele sogenannte "Experten" und Kabarettisten sorgen für Informationen und Unterhaltung am laufenden Band.

"Fußball total" heißt das Motto von ARD und ZDF bei der Europameisterschaft vom 12. Juni bis 4. Juli in Portugal. Erstmals bei einer WM oder EM übertragen die beiden öffentlich- rechtlichen Fernsehsender alle 31 Turnierspiele live.

Sport-Muffel haben bei diesem Rekord-Angebot nichts zu lachen. Vom 20. bis 23. Juni konkurrieren ARD und ZDF an vier Abenden hintereinander zur besten Sendezeit mit Fußball um die Gunst des TV-Publikums. Der Grund: Am letzten Vorrundenspieltag müssen beide Spiele in einer Gruppe zeitgleich um 20.45 Uhr angepfiffen werden.

Wirklich alle Spiele live

"Wir ersparen uns jetzt den Vorwurf, das falsche Spiel ausgewählt zu haben. Der Zuschauer kann selbst entscheiden, ob er lieber Dänemark - Schweden oder Italien - Bulgarien sehen will. Wir haben nicht nur die Rechte, sondern auch die Verpflichtung, alle Spiele live zu zeigen", erläuterte der gemeinsame ARD/ZDF-Teamchef Dieter Gruschwitz den Vertrag mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Der Dachverband bestand auf die Sendung im Hauptprogramm und lehnte eine zeitversetzte Übertragung ebenso ab wie eine Ausstrahlung in 3Sat.

Rund 130 EM-Stunden produzieren die 500 Mitarbeiter der beiden Sender. Für den enormen Materialbedarf wird eine Flotte von 30 LKWs benötigt. Im Quartier der deutschen Nationalmannschaft an der Algarve sind ARD/ZDF mit einem Übertragungsfahrzeug mit sieben Kameras und sechs Schnittplätzen am Ball. Die ARD zeigt 16 Spiele, darunter das Auftaktmatch Portugal - Griechenland. Das ZDF übernimmt die anderen 15 Partien inklusive des Endspiels, das am 4. Juli (20.45 Uhr) von Bela Rethy kommentiert wird.

ZDF setzt auf den "Kaiser"

Als zweiten Kommentator schicken den Mainzer ihre "Allzweckwaffe" Johannes B. Kerner ins Rennen. Erstmals ist "Kaiser" Franz Beckenbauer als Experte für das ZDF im EM-Einsatz. Ex-Profi Thomas Strunz, Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel und der Kabarettist Dieter Nuhr gehören ebenfalls zum Team.

ARD vertraut auf Netzer und Bode

Die ARD vertraut auf die Analysen des bewährten Duos Gerhard Delling/Günter Netzer. Als "Junior-Netzer" verstärkt der frühere Nationalspieler Marco Bode die ARD-Crew. Am Mikrofon sitzen bei den Live-Spielen Reinhold Beckmann und Steffen Simon.

Sogar die Pressekonferenzen des DFB werden live übertragen

Top-Quoten und hohe Marktanteile sind garantiert, selbst wenn das DFB-Team vorzeitig scheitern sollte. Das Interesse der Fans ist immens. So rangiert das EM-Finale 1996 zwischen Deutschland und Tschechien mit durchschnittlich 28,44 Millionen Zuschauern auf Platz zwei der Fußball-TV-Hitliste seit 1985.

Sogar die täglichen Pressekonferenzen des DFB mit Rudi Völler, DFB-Trainer Michael Skibbe und zwei Spielern werden live im Fernsehen gezeigt. "Neben ARD/ZDF und dem Spartensender DSF haben sich auch die Nachrichtensender n-tv und N24 dafür angesagt", berichtete DFB-Direktor Gerhard Meier-Röhn.

Jeder Spartensender mit eigenem Expertenteam

Die Privatsender sind ebenfalls bereit für die Berichterstattung aus Portugal. Das DSF schickt Ex-Nationalspieler Thomas Helmer als Reporter für das DFB-Team an die Algarve. Dazu gibt es aus Lissabon täglich einen "EM-Talk» mit Jörg Wontorra und Experten wie Udo Lattek und Hans Meyer. Eurosport plant eine abendliche Zusammenfassung. RTL, SAT 1, RTL II und die Nachrichtensender können laut Rechtesituation Ausschnitte von den Spielen in den Nachrichten-Sendungen zeigen.

Peter Hübner, DPA / DPA

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