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Uefa-Cup: Bayern feiern Luca Toni

Mit einer Fußball-Gala haben sich die Bayern in die Winterpause verabscheidet: Mit 6:0 fegte das hoch überlegene Team von Trainer Ottmar Hitzfeld Aris Saloniki im entscheidenden Uefa-Cup-Spiel aus der Münchner Allianz Arena. Allein Torjäger Luca traf viermal. Bayer Leverkusen war fast genauso erfolgreich.

Angeführt vom vierfachen Torschützen Luca Toni hat sich der FC Bayern München mit dem höchsten Saisonerfolg den Gruppensieg im Uefa-Pokal und einen perfekten Jahresabschluss gesichert. Vier Tage nach der Bundesliga-Herbstmeisterschaft fertigte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Mittwoch vor 64 000 Zuschauern in der Allianz Arena Aris Saloniki mit 6:0 (2:0) ab und erhielt sich damit die Option auf drei Titel im neuen Jahr. Weltmeister Toni war jeweils nach Vorarbeit von Franck Ribéry viermal erfolgreich (25./38./64./66.). Christian Lell (78.) und Philipp Lahm (81.) machten den Kantersieg perfekt. Als letzter Bayern-Akteur hatte Jürgen Klinsmann am 21. November 1995 beim 4:1 gegen Benfica Lissabon vier Tore in einem Europacup-Spiel geschossen. Am Ende dieser Saison hatten die Münchner den Uefa-Pokal gewonnen.

Als Sieger der Gruppe F treffen die Bayern in der Runde der letzten 32, die am kommenden Freitag ausgelost und am 13./14. und 21. Februar kommenden Jahres ausgespielt wird, auf einen Gruppendritten und können dabei zuerst auswärts antreten.

Hitzfeld war ein Gewinner des Abends

Zu den Gewinnern des Abends zählte auch Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld, der anfangs sehr angespannt gewirkt hatte und immer wieder nervös gestikulierend an der Seitenlinie aufgetaucht war. Doch nach den Toni-Toren wirkte der Coach, um dessen Zukunft es Spekulationen gegeben hatte, gelöst und entspannt. Schon lange vor Spielende bekundeten die Fans Hitzfeld mit "Ottmar, du bist der beste Mann"- Sprechchören ihre Sympathie. Weltmeister Toni bewies zum Jahresabschluss mit tatkräftiger Unterstützung von Aris-Torhüter Konstantinos Chalkias noch einmal seinen Torriecher. Zudem erwärmte Ribéry mit seinen Tricks und Dribblings immer wieder die Herzen der frierenden Zuschauer und bereitete vier Treffer vor.

Bei frostigen Temperaturen hatte es Miroslav Klose in der Hand, für das erhoffte frühe Führungstor zu sorgen. Der Nationalstürmer strebte in der 5. Minute allein dem Tor der Griechen entgegen, doch Chalkias vereitelte reaktionsschnell das 1:0 für die Münchner. Als Vladimir Ivic nach Flanke von Aurelio frei zum Schuss kam (12.), drohte gar der gefürchtete Rückstand, doch der Serbe brachte das Kunststück fertig, den nach seiner Suspendierung ins Münchner Tor zurückgekehrten Oliver Kahn aus wenigen Metern anzuschießen.

Salonikis Torwart half kräftig mit

Als die Angriffe der Bayern zusehends ideenloser wurden, half Chalkias den Münchnern mit zwei Aussetzern auf die Sprünge. Zunächst hielt Griechenlands Nationalkeeper eine scharfe Hereingabe von Ribéry nicht fest und Toni staubte zum 1:0 ab. 13 Minuten später ließ der offensichtlich von Klose irritierte Chalkias eine Flanke des Franzosen passieren, erneut stand der von seiner Oberschenkelverhärtung genesene Italiener richtig und vollstreckte.

Mit dem Vorsprung im Rücken taten die Münchner im zweiten Durchgang nicht mehr als nötig. Doch dann zeigte sich Chalkias erneut als Gönner, indem er Toni mit zwei weiteren Schnitzern die Treffer drei und vier ermöglichte. Jeweils war Ribéry mit seinen Flanken der Ausgangspunkt gewesen. Gegen die demoralisierten Griechen machten Lell mit seinem ersten Pflichtspieltor für die Bayern und Lahm in der Schlussphase sogar noch das halbe Dutzend an Toren voll.

Bayer mit Kantersieg gegen Zürich

Auch Bayer 04 Leverkusen sorgte mit dem 5:0 (2:0)- Kantersieg im letzten Spiel der Uefa-Cup-Gruppenphase beim FC Zürich für eine schöne Bescherung vor dem Weihnachtsurlaub. Vor 20 100 Zuschauern sorgten Vratislav Gresko (19. Minute), Dimitri Bulykin (23./57.) Tranquillo Barnetta (50.) und Stefan Kießling (80.) mit ihren Toren für den ersten Auswärtserfolg des Fußball-Bundesligisten im Europacup nach 17 sieglosen Spielen auf fremden Platz seit Oktober 2002. Bei der Auslosung der K.o.-Runde am Freitag in Nyon hat der Uefa-Cup-Sieger von 1988 sehr gute Karten.

Als Erster der Gruppe E trifft Leverkusen nun in der Runde der letzten 32 am 13./14. Februar auf einen der sieben Tabellendritten aus anderen Gruppen. Außerdem hat Bayer für das Rückspiel Heimrecht. "Erst auswärts spielen, ist immer ein kleiner Vorteil", meinte Bayer- Sportdirektor Rudi Völler für den der Sieg "das i-Tüpfelchen" einer starken Hinrunde des Bundesliga-Vierten ist.

Klaus Bergmann und Christian Kunz/DPA / DPA

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