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UEFA-CUP: Werder Bremen, Hertha BSC und VfB Stuttgart mit guter Ausgangslage

Nach dem FC Schalke 04 haben auch der SV Werder Bremen, Hertha BSC und der VfB Stuttgart ihre Chancen auf das Erreichen der dritten Runde im UEFA-Cup trotz glanzloser Leistungen gewahrt.

Nach dem FC Schalke 04 haben auch der SV Werder Bremen, Hertha BSC und der VfB Stuttgart ihre Chancen auf das Erreichen der dritten Runde im UEFA-Cup gewahrt. Die Bremer verloren zwar am Donnerstagabend das Zweitrunden-Hinspiel bei Vitesse Arnheim mit 1:2, können sich aber im Rückspiel bereits mit einem 1:0-Erfolg im heimischen Weserstadion das Weiterkommen sichern. Die Berliner gewannen den ersten Vergleich gegen APOEL Nikosia auf Zypern mit 1:0, der VfB holte bei Ferencvaros Budapest ein 0:0. Schalke hatte bereits am Dienstag mit 3:2 bei Legia Warschau gewonnen.

Mit seinem Eigentor zum 2:1 für Vitesse (62.) wurde ausgerechnet Frank Verlaat für Werder im »Gelredome« zur tragischen Figur. Kurz vor der Pause hatte der Niederländer (43.) in Bremer Diensten die Arnheimer Führung durch Matthew Amoah (37.) ausgeglichen.

Mit seiner Tor-Premiere sicherte Bartosz Karwan Hertha in letzter Minute den 31. Europacup-Sieg. Der Pole erzielte in der Nachspielzeit das Tor zum 1:0 vor nur 5000 Zuschauern in Nikosia.

Dank Torhüter Thomas Ernst kam der hoch verschuldete VfB Stuttgart beim ungarischen Vizemeister Ferencvaros zu einem torlosen Ergebnis. Mit einer Glanztat rettete der 34-Jährige, der erneut für den erkrankten Timo Hildebrand zwischen den Pfosten stand, gegen den völlig freistehenden Attila Tököli (25.).

Bremen verliert 1:2

Vom umjubelten Torschützen zum Pechvogel: Ausgerechnet Frank Verlaat hat den SV Werder Bremen um eine hervorragende Ausgangsposition für die 3. Runde im UEFA-Cup gebracht. Beim unglücklichen 1:2 (1:1) der Hanseaten im Zweitrunden-Hinspiel bei Vitesse Arnheim avancierte der Niederländer am Donnerstagabend mit dem 1:1-Ausgleich (43. Minute) und einem Eigentor (62.) zum tragischen Helden. Matthew Amoah (37.) hatte den Tabellen-Neunten der holländischen Ehrendivision vor 20 000 Zuschauern in Führung gebracht. Im Weserstadion müssen die Bremer am 14. November in ihrem 107. Europapokal-Spiel den Spieß umdrehen.

Beim »Hallenspiel« unter dem geschlossenen Dach der Multifunktions-Arena »Gelredome« vertraute Werder-Trainer Thomas Schaaf jener Elf, die in der Bundesliga zuletzt 1:4 gegen Meister Borussia Dortmund verloren hatte. Auch Regisseur Johan Micoud, der sein Schleudertrauma fast auskuriert hat, und der erkältete Krisztian Lisztes waren wieder mit von der Partie. Beide setzten aber ebenso wie der später ausgewechselte Ailton und sein Sturmpartner Angelos Charisteas kaum Akzente. Dagegen überzeugte die SV-Abwehr, die in den letzten beiden Bundesliga-Spielen gleich acht Treffer zugelassen hatte.

Das Spiel hatte Tempo, aber kaum Klasse; prickelnde Strafraumszenen und Torchancen hatten Seltenheitswert. Einer der überfallartigen Angriffe der Gastgeber führte schließlich zum sehenswerten Führungstreffer: Amoah zog nach einem Traumpass unwiderstehlich davon und ließ Werder-Keeper Pascal Borel mit seinem Flachschuss ins lange Eck keine Chance. Beim 1:1 verlängerte Frank Baumann eine Ailton-Ecke per Kopf - Verlaat stand am langen Pfosten goldrichtig. Beim Eigentor rutschte Verlaat unglücklich in eine scharfe Eingabe von Bob Peeters, der vor der Pause (29.) ebenso wie Charisteas (35.) seine Kopfballchance nicht nutzen konnte. Nach der Pause wurde die Partie auch nicht besser, aber hektischer und ruppiger.

Von den rund 1100 mitgereisten Werder-Fans waren 30 vor der Partie in der Innenstadt aus der Rolle gefallen. Einen der Randalierer nahm die niederländische Polizei vorübergehend in Gewahrsam, die anderen Krawallmacher wurden bis ins Stadion eskortiert.

Karwans erstes Tor beschert Hertha glücklichen 1:0-Sieg in Nikosia

Mit seinem ersten Pflichtspieltor hat Bartosz Karwan Hertha BSC den 31. Europacup-Sieg beschert. Der Pole erzielte am Donnerstag in der Nachspielzeit nach Flanke von Michael Hartmann das Tor zum verdienten 1:0 (0:0)-Sieg der Berliner im Zweitrunden- Hinspiel des UEFA-Cups bei APOEL Nikosia. Trotz 12:2 Torchancen hatten die Herthaner bis zur 90. Minute nichts Zählbares zu Stande gebracht. Vor nur 5000 Zuschauern verhinderten eine völlig mangelhafte Chancenverwertung und die Latte des APOEL-Gehäuses einen beruhigenden Vorsprung der Gäste. Dennoch sollte das Hinspiel in einer Woche im heimischen Olympiastadion für den Bundesligisten nicht mehr als eine Pflichtaufgabe sein.

Im 63. Europapokal-Spiel ihrer Geschichte kam die »alte Dame« im erst zwei Jahre alten GSP-Stadion von Beginn an so leicht zu Torchancen wie selten zuvor. Stefan Beinlich setzte mit einem 20- Meter-Schuss (9.) das erste Signal. Die harmlosen und verunsicherten Gastgeber, die gleich auf vier wichtige Akteure verzichten mussten, luden die Herthaner danach regelrecht zum Toreschießen ein. Doch vor allem das brasilianische Duo Alex Alves und Marcelinho nahm auch die größten Einladungen einfach nicht an. Alves, als einziger Stürmer in der Startelf aufgeboten, zielte zu schlecht (17.) - Marcelinho brachte den Ball aus fünf Metern nicht über die Linie (30.).

»Der letzte Tick, die letzte Konsequenz fehlten«, monierte Hertha- Manager Dieter Hoeneß, der das Weiterkommen aus sportlicher und auch wirtschaftlicher Sicht zur Pflicht erklärt hatte: »Ansonsten entsteht ein finanzielles Loch.« Berlin kontrollierte zwar klar die Partie gegen den 16-maligen zypriotischen Meister, doch sowohl ein Freistoß von Marcelinho (30.) als auch ein verheißungsvoller Versuch des agilen Bart Goor (33.) brachten vor der Pause nichts Zählbares mehr ein. »Wir mussten die Chancen einfach besser nutzen«, bemängelte der Belgier selbst.

Zumindest in der Defensive wirkten die Gäste trotz des Ausfalls von Rehmer, van Burik und Simunic - dazu fehlten Neuendorf und Marx - konsequent und kompromisslos. Torhüter Gabor Kiraly musste nach mehr als einer halben Stunde erstmals ernsthafter eingreifen, um einen Flankenversuch von APOEL zu unterbinden. Nach vorn aber gab es lange das gleiche Bild: Chancen waren da, bleiben aber ohne zählbaren Erfolg. Weltmeister Luizao, nach 53 Minuten für Landsmann Alves gekommen, köpfte zu unpräzise (55.). Stefan Beinlich traf mit einem Kopfball nur die Latte (58.).

VfB Stuttgart vor Einzug in dritte UEFA-Cup-Runde

Trotz einer spielerisch dürftigen Vorstellung darf der finanziell angeschlagene VfB Stuttgart von weiteren Millionen-Einnahmen im UEFA-Cup träumen. Mit dem 0:0 im Hinspiel bei Ferencvaros Budapest schufen die Schwaben am Donnerstag beste Voraussetzungen, um in der zweiten Begegnung am 12. November im Gottlieb Daimler-Stadion den Sprung in die dritte Runde perfekt zu machen. Vor 16 000 Zuschauern hielt Torhüter Thomas Ernst mit guten Paraden das Unentschieden für die Stuttgarter fest, die in der zerfahrenen Partie kaum Akzente in der Offensive setzen konnten.

»Das 0:0 ist zwar keine Garantie fürs Weiterkommen, aber ein gutes Ergebnis, das wir im Rückspiel ausbauen können. Dass wir hier so gefordert wurden, bringt unsere junge Mannschaft wieder ein Stück vorwärts«, sagte VfB-Trainer Felix Magath, der Keeper Ernst eine Klasseleistung bescheinigte: »Er hat uns das Unentschieden festgehalten.«

Gegen die zweikampfstarken Magyaren fand der VfB nicht zu seinem Rhythmus. Krassimir Balakow, der nach auskurierter Leistenverletzung im Mittelfeld erstmals wieder Regie führen sollte, bekam ebenso wenig die Fäden in die Hand wie Christian Tiffert, der auf der rechten Seite überraschend den Vorzug vor Aleksander Hleb erhalten hatte. In vorderster Front war der siebenfache Bundesliga-Torschütze Kevin Kuranyi zu sehr auf sich allein gestellt. Die einzige Möglichkeit des VfB in den ersten 45 Minuten verpasste der Portugiese Fernando Meira (33.), der nach Solo über das halbe Feld und Doppelpass mit Balakow an Torhüter Lajos Szücs scheiterte.

Verlass war indes auf Keeper Ernst. Mit einer Glanztat gegen den allein auf ihn zulaufenden Attila Tököli (25.) verhinderte der Vertreter des erkrankten Timo Hildebrand einen drohenden Rückstand gegen den Messepokal-Sieger von 1965. Vorausgegangen war ein Schnitzer von Marcelo Bordon, der nicht nur in dieser Situation die Konzentration vermissen ließ. Schon zuvor hatte Ernst bei Tökölis scharfer Hereingabe (23.) am schnellsten reagiert und im Zusammenspiel mit Andreas Hinkel geklärt.

Die Abwehr blieb auch nach Wiederbeginn die Achillesferse des VfB. Beim Kopfball-Aufsetzer von Zoltan Gera (49.) stand Ernst das Glück zur Seite, dann wurde Tököli (65.) im letzten Moment beim Torschuss abgeblockt. Die seit acht Europacup-Heimspielen ungeschlagenen Ungarn setzten den Bundesligisten weiter unter Druck, der nur noch bei einem Freistoß von Silvio Meißner (72.) auf sich aufmerksam machte. In der Schlussphase begnügten sich die Gäste damit, das torlose Remis über die Zeit zu bringen. Schließlich steht für den VfB bereits am Samstag das Punktspiel bei Bayer Leverkusen auf dem Programm.

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