Was meinen Strunz? Ein Fest im Pott


Schalke hat sein "Endspiel" gegen Rosenborg Trondheim gewonnen und steht im Achtelfinale der Königsklasse. Das kann den Königsblauen den entscheidenden Schub auch in der Bundesliga geben. Werder Bremen fehlt zu einem wahren Spitzenteam eine gesunde Balance, meint stern.de-Experte Thomas Strunz.

Gestern Abend standen die beiden Endspiele von Werder Bremen und dem FC Schalke 04 auf dem Programm. Die Vorzeichen waren absolut klar: Nur Siege konnte beide Mannschaften in die Runde der letzten 16 führen. Der FC Schalke 04 hatte dabei mit einem Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten Rosenborg Trondheim aus Norwegen sicherlich das leichtere Spiel zu absolvieren. Nicht zuletzt deswegen, weil die Mannen aus dem hohen Norden ihre Meisterschaft bereits vor fünf Wochen beendet hatten und seitdem nur noch ein ernsthaftes Spiel bestreiten konnten, die 0:4-Heimniederlage gegen den FC Chelsea in der Champions-League. Und die Königsblauen ließen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dass sie, angetrieben von ihren Zuschauern, diesen Sieg einfahren wollten. Zwei schnelle Tore von Asamoah und Rafinha stellten die Zeichen schnell auf ein Fest im Pott. Und nach dem 3:1 durch Kuranyi war das Spiel dann endgültig entschieden.

Ich gratuliere den Gelsenkirchenern. Für Trainer Mirko Slomka war das ein sehr wichtiger Sieg, denn ein Ausscheiden in der Gruppenphase der Champions-League zusammen mit dem eher mäßigen Bundesliga-Platz und den verschiedenen Disziplinproblemen im Team hätte sicherlich zu einem verschärften Ton im Umgang mit dem Trainer geführt. Ich freue mich für ihn und für Manager Andreas Müller, dass Ruhe einkehren wird. Ein Sieg am letzten Vorrundenspieltag der Bundesliga am nächsten Wochenende vorausgesetzt, kann das Erreichen des Achtelfinales psychologisch für die Rückrunde von entscheidender Bedeutung sein, denn das Team hat sich und der Welt bewiesen, dass es Endspiele gewinnen kann.

Bremen ließ sich das Wasser abgraben

Völlig anders verlief der Abend in der griechischen Hauptstadt Athen für unseren anderen Vertreter in einem Endspiel, Werder Bremen. Ich war sehr gespannt wie die Hanseaten dieses Spiel bestreiten würden. Piräus, angetrieben von seinen phantastischen Fans, wuchs ein weiteres Mal über sich hinaus und hielt Werder die gesamte Spielzeit in Schach. Die Bremer fanden nie zu ihrem in der Bundesliga praktizierten Kombinations-Spiel . Im Gegenteil: Sie ließen sich von den defensiv eingestellten und aggressiv in die Zweikämpfe gehenden Griechen frühzeitig das Wasser abgraben.

Am Ende standen eine 3:0 Schlappe und die Erkenntnis, dass der Heimsieg gegen Real Madrid vom letzten Spieltag leider nur Makulatur war. Wer gegen einen direkten Konkurrenten wie Piräus keinen Punkt holt, darf sich am Ende über das Ausscheiden in der Gruppenphase nicht wundern. Dann hat man in der K.o.-Runde nichts verloren. Das Problem der Bremer ist in diesem Jahr eindeutig die Defensivarbeit der gesamten Mannschaft. Auch in der Bundesliga ist Werder das Team, welches von den Spitzen-Mannschaften die meisten Gegentore kassiert. Der beste Sturm kann das nicht in allen Spielen auffangen. Wenn das Team von Thomas Schaaf dieses Manko nicht abstellt, dann bin ich sicher, dass auch in der Bundesliga noch die ein oder andere negative Überraschung droht.

Defensive ist Basis großer Mannschaften

Die Defensive ist die Basis großer und erfolgreicher Mannschaften, und nur eine gesunde Balance zwischen Offensiv-Spektakel und Defensiv-Arbeit des gesamten Teams kann dauerhaft zum Erfolg führen. Ich bin gespannt, wie die Bremer mit dieser Pleite umgehen werden, und ob dieses Ausscheiden auch Auswirkungen auf den letzten Vorrunden-Spieltag gegen Bayer Leverkusen haben wird.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker