Werder Bremen Mit Torinstinkt gegen Zagreb


Wenn Werder Bremen in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Zagreb antritt, hoffen sie auf seine Tore. Boubacar Sanogo hat bisher in allen fünf Spielen für Werder getroffen. Nach seinem schweren Jahr beim HSV scheint der Ivorer seinen Torinstinkt wieder gefunden zu haben.

Im Frühjahr war er noch traurig und deprimiert, jetzt hat er sein Lachen längst wiedergefunden: Boubacar Sanogo schießt sich mit Toren für seinen neuen Arbeitgeber Werder Bremen den Frust eines verlorenen Jahres beim Hamburger SV vom Leib. "Ich fühle mich wahnsinnig gut in Bremen. Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht", gesteht der Angreifer von der Elfenbeinküste nach einem Monat an seiner neuen Wirkungsstätte. Fünf Mal durfte er für Werder 'ran - jedes Mal hat er getroffen. Heute Abend ist sein Torinstinkt wieder gefragt, wenn Bremen in der Qualifikation zur Champions League zu Hause auf Dynamo Zagreb trifft.

Das war auch schon früher so: Bei Espérance Tunis (39 Spiele/27 Tore), beim Al Ain Club in Abu Dhabi (54/43) und beim 1. FC Kaiserslautern (24/10) netzte der 25-Jährige fast nach Belieben ein. In Hamburg aber schien das Tor trotz guten Beginns wie vernagelt. Nur vier Treffer in 31 Partien machten den Freund von Superstar Didier Drogba in der vergangenen Saison zum Sündenbock für die HSV-Misere. "Alle Attacken haben sich nur gegen mich gerichtet. Ich war für alles der Schuldige", berichtet Sanogo über die schwierigste Zeit seiner Profi-Karriere.

Beim HSV als Chancentod verschrien

Der Wechsel zum hanseatischen Nachbarn, der sich das scheinbare Risiko für den schon als Chancentod verschrienen Angreifer fünf Millionen Euro kosten ließ, kam da zum richtigen Zeitpunkt. Nur einen guten halben Tag, nachdem Sanogo zum ersten Mal mit seinen neuen Kollegen trainierte hatte, schoss er schon das erste Tor. Mittlerweile ist er aus der Abteilung Attacke des viermaligen deutschen Fußball-Meisters nicht mehr wegzudenken und wächst immer besser in die Fußstapfen seines zu Bayern München gewechselten Vorgängers Miroslav Klose hinein.

"Wir haben uns bei seiner Verpflichtung etwas gedacht. Es zeigt sich, dass wir nicht so falsch gelegen haben. Dabei ist sein Potenzial noch längst nicht ausgereizt", sagte Werder-Manager Klaus Allofs auch in Richtung der immer leiser werdenden Kritiker. Trainer Thomas Schaaf haben Sanogos bisherige Auftritte ohnehin nicht überrascht: "Boubacar ist ein guter Junge. Wir werden an ihm noch viel Freude haben."

Er will mit Toren zurückzahlen

Das Kompliment gibt der 1,87 Meter große, wuchtige Stürmer artig zurück: "Ich habe sofort das Vertrauen vom Trainer gespürt. Das hat mir vieles erleichtert." Mit Toren will Sanogo das wiedergewonnene Wohlgefühl auch weiterhin zurückzahlen. "Mindestens eins mehr als in Kaiserslautern", verspricht er für die eben erst begonnene Saison. Ob das für den Titel reicht? "Wenn alle wieder fit sind, bin ich überzeugt, dass wir das schaffen können."

Gert Glaner/DPA DPA

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