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Deutsche Nationalmannschaft: Angriffe auf Mesut Özil: Kahn ledert gegen Matthäus und Basler

Mesut Özil steht im Mittelpunkt der Kritik an der deutschen Nationalelf. Besonders Lothar Matthäus und Mario Basler haben den Spielmacher verrissen. ZDF-Experte Oliver Kahn lederte nun gegen die Kritiker.

Mesut Özil Oliver Kahn

Mesut Özil im Spiel gegen Mexiko

Getty Images

Nach dem Spiel zwischen Kroatien und Argentinien gab es ausreichend Redebedarf bei ZDF-Moderator Oliver Welke und Experte Oliver Kahn. Die Südamerikaner um Superstar Lionel Messi waren mit 0:3 gegen Kroatien untergegangen und können nur noch mit viel Glück in das Achtelfinale einziehen. 

Doch wie immer am Ende der Sendung gab es noch ein paar Worte zur deutschen Nationalmannschaft, die nach dem desolaten Spiel gegen Mexiko mächtig in der Kritik steht. Bekanntermaßen steht Mesut Özil im Mittelpunkt der Verbal-Attacken von Ex-Nationalspielern und in den Kommentarspalten der sozialen Medien. 

Kahn formuliert zurückhaltend, aber deutlich in der Sache

Oliver Welke fragte also den Experten Kahn, ob die heftige Kritik an Özil noch im Verhältnis zu seiner schlechten Leistung gegen Mexiko stehe. Kahn fand darauf ein paar Worte in Richtung der Özil-Kritiker, die zwar zurückhaltend formuliert waren, aber in der Sache mehr als deutlich. Auf das gemeinsame Foto von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan  ging er nicht mehr ein.

Kahn hält es angesichts der Leistung der gesamten Mannschaft für "Blödsinn einen da ganz besonders ins Zentrum der Kritik zu stellen". Er fuhr fort: "Ich glaube, Kritik sollte sich niemals gegen den Menschen richten, sondern gegen Leistung. Ich glaube, damit können die Jungs auch umgehen." Leider würden einige Kritiker aber "unter die Gürtelllinie schlagen". 

WM 2018

 

Kahn nannte keine Namen, aber auf wen er anspielte, war offensichtlich: auf Mario Basler und Lothar Matthäus, die sich mit harschen Worten über den deutschen Spielmacher zu Wort gemeldet hatten. Basler verglich Özil mit einem "toten Frosch", und Matthäus unterstellte ihm, sich "im DFB-Trikot nicht wohlzufühlen".

Solche Kritik fördert "gefährliche Tendenzen"

Kahn ging aber weiter: "Die waren jetzt auch nicht unbedingt bekannt für eine bestimmte Erfolgskonstanz während ihrer Karriere, dann sollten sie mal drüber nachdenken, so sie es denn können, (...) wie ihnen das gefallen hat, wenn andere unter die Gürtellinie geschlagen haben."

Am Ende seiner Replik warnte Kahn davor, dass solche "Sprüche" ausländerfeindliche Vorurteile fördern, ohne es so deutlich auszusprechen. Kahn sprach lediglich von "gefährlichen Tendenzen", die ein derartige Kritik auslösen kann.

tis/tkr

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