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WM in Russland: Unfair entschieden? Über die zwei kroatischen Pechvögel des Finales

Ein unberechtigter Freistoß, der zum 1:0 führt und ein Handspiel im Strafraum, das zumindest diskussionswürdig ist: Zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Pitana brachten Kroatien auf die Verliererstraße. Und zwei ehemalige Bundesligaspieler waren die Pechvögel.

Ivan Persisic Kroatien WM-Finale

Viel Pech dabei im WM-Finale: Ivan Perisic (2.v.l.) spielt den Ball mit der Hand ins Aus

Getty Images

Mario Mandzukic schaute nach seinem Fauxpas entsetzt gen Himmel. Ivan Perisic blickte nach langem Zittern aufgrund des Videobeweises kurz darauf kaum weniger fassungslos auf den Schiedsrichter. Ein Eigentor, ein folgenschweres Handspiel - die beiden früheren Bundesliga-Profis waren die großen Pechvögel Kroatiens bei der 2:4-Niederlage im WM-Finale gegen Frankreich vor 78.011 Zuschauern und einem Milliarden-Publikum vor den Fernsehern.

Den Freistoß vor der Führung holte Griezmann schlitzohrig heraus - mit einer fiesen und erst nach Wiederholungen sichtbaren Schwalbe. Der spätere Elfmeter, ein Handspiel ja, aber so unglücklich und so in Bruchteilen von Sekunden zustande gekommen, ohne, dass Perisic reagieren konnte, dass er zumindest zweifelhaft war. Aus Sicht des kroatische Fußball-Nationaltrainers Zlatko Dalic war die umstrittene Strafstoß-Entscheidung per Videobeweis im WM-Finale nicht richtig. "Ich kommentiere nie Schiedsrichter-Entscheidungen", sagte er nach dem 2:4 am Sonntag im Moskauer Luschniki-Stadion gegen den neuen Weltmeister Frankreich und fügte dann hinzu: "In einem WM-Finale gibst du so einen Elfmeter aber nicht."

Am Tag zuvor hatte Trainer Zlatko Dalic noch die Defensiv-Qualitäten und das unermüdliche Anlaufen des Angreifers von Juventus Turin gelobt: "Mario ist unser erster Abwehrspieler." Das Duo Mandzukic/Perisic hatte bis dato eine überragende WM gespielt und in der Bundesliga staunten viele über die Auftritte der beiden Routiniers: Mandzukic spielte von 2010 bis 2012 beim VfL Wolfsburg und danach zwei Jahre beim FC Bayern. Perisic war 2012 mit Borussia Dortmund deutscher Meister und trug dann zwei Spielzeiten das Trikot des VfL Wolfsburg.

Pitana entscheidet im WM-Finale auf Strafstoß

Dabei war Mandzukic mit seinem Siegtor im Halbfinale gegen England der gefeierte Mann - ebenso wie der herausragende Perisic, der für den Ausgleich gesorgt hatte. Und auch diesmal schien Perisic einer der kroatischen Helden zu werden: Mit einem satten Linksschuss machte er Mandzukics Eigentor zehn Minuten später wett. 

 Doch dann fasste sich der 29-Jährige von Inter Mailand verzweifelt an den Kopf: Der argentinische Referee Nestor Pitana hatte mit Hilfe des Video-Assistenten nach mehreren Blicken auf die Monitore entschieden, dass Persics Handspiel nahe des eigenen Torpfostens elfmeterwürdig war - und Antoine Griezmann traf zum 2:1. Danach nahm das Unheil für Mandzukic, Perisic und Co. seinen Lauf. 

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Mandzukic schießt auch ein Tor für Kroatien

Erst als der Überraschungsfinalist mit 1:4 nach weiteren Toren von Paul Pogba und Kylian Mbappé zurücklagen, durfte Mandzukic noch einmal seine ganze Abgezocktheit unter Beweis stellen. Da luchste der 32-Jährige dem unaufmerksamen Torhüter Hugo Lloris den Ball ab und machte wenigstens noch ein Tor auf der richtigen Seite. Es war - wie bei Persisic - sein dritter WM-Treffer. 

Und dennoch: Für den einstigen Bundesliga-Torjäger, der 1992 als Flüchtlingskind aus Slavonski Brod nach Ditzingen bei Stuttgart kam und in der Heimat seine Profikarriere startete, war es eine großartige WM. Ohne Happy End. Mario, so sein Coach Dalic, sei ein "Top-Top-Spieler. Jeder Trainer egal in welchem Club kann glücklich sein, wenn er einen wie ihn hat."

tis / Ulrike John, Florian Lütticke und Jens Marx / DPA

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