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Wolfsburg besiegt Stuttgart: Neue Saison, alte Torschützen

Als den VfB Stuttgart das Verletzungspech ereilte, war die bis dahin ausgeglichene Partie entschieden. Wolfsburgs Regisseur Misimovic hatte gerade den Meister in Führung geschossen. Mit nur zehn Mann konnten die Schwaben nicht mehr verhindern, dass die Tormaschine Grafite zuschlug. Beide Teams zeigten, dass sie in dieser Saison oben mitspielen wollen.

Mit einem Offensivfeuerwerk hat Meister VfL Wolfsburg zur Eröffnung der 47. Saison der Fußball-Bundesliga das erste Achtungszeichen gesetzt. Durch Treffer von Zvjezdan Misimovic (71.) und Grafite (82.) gewannen die Niedersachsen am Freitagabend das Auftaktspiel gegen den VfB Stuttgart mit 2:0 (0:0) und bescherten ihrem Trainer Armin Veh damit das erhoffte Erfolgserlebnis im Duell gegen seinen Ex-Club. Vor 30.000 Zuschauern traf zunächst Misimovic mit einem Schlenzer aus 18 Metern, dann nahm der im Vorjahr 28 Mal erfolgreiche Grafite die Torproduktion wieder auf.

Träsch brach sich die Hand

Zum Garanten für drei Punkte wurde aber auch Torhüter Diego Benaglio, der gleich mehrfach in höchster Not retten musste. Denn gegen lange Zeit ebenbürtige Schwaben drohte den Wolfsburgern sogar der erste Heimpunktverlust seit dem 2:2 gegen Eintracht Frankfurt vor fast einem Jahr. Pech für den VfB, dass sich Abwehrspieler Christian Träsch zwölf Minuten vor dem Ende die linke Hand brach. Weil die Stuttgarter ihr Auswechselkontingent bereits erschöpft hatten, mussten sie die Partie zu zehnt beenden.

"Es war in der ersten Halbzeit ein intensives und offensives Spiel. In der zweiten Hälfte waren wir präsenter und dominanter", lautete die Analyse von VfL-Coach Veh. "Wir haben gegen eine große Mannschaft gewonnen. Der Druck als deutscher Meister ist größer", sagte Torschütze Grafite. Auch Marcel Schäfer bezeichnete den Sieg als verdient: "In der zweiten Halbzeit haben wir mehr für den Erfolg getan. Man hat gemerkt, dass wir eine eingespielte Truppe sind." Stuttgarts Sami Khedira trauerte einem vergebenen Zähler nach. "In der ersten Halbzeit haben wir den besseren Fußball gespielt und dann durch eine Unachtsamkeit verloren." Kapitän Thomas Hitzlsperger bekannte: "In der ersten Halbzeit haben wir den Meister gut beschäftigt. Aber Wolfsburg ist eben immer gefährlich."

Erstklassige Torhüter

Das gutklassige Duell der beiden besten Rückrunden-Teams der vergangenen Saison stand zuerst im Zeichen des Meisters, doch schon bald übernahmen die Schwaben mit flüssigen Kombinationen das Kommando. Auch die erste Chance in der in 180 Ländern übertragenen Partie ging an den VfB durch Sami Khedira. Den Kopfball des U 21-Europameisters nach Flanke von Pawel Pogrebnjak lenkte VfL-Keeper Benaglio mit größter Mühe an den Pfosten (16.).

Drei Minuten später verhinderte Jens Lehmann auf der Gegenseite reaktionsschnell einen Treffer von Dzeko, der sich im Strafraum energisch durchgesetzt hatte. Auch von Top-Torjäger Grafite, der vor der Partie als Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden war, ließ sich der frühere Nationaltorhüter nicht überwinden (34.).

Babbel bot beide neue Stars auf

Beim VfB hatte Coach Markus Babbel überraschend die beiden Neuzugänge Pogrebnjak und Alexander Hleb in der Startelf aufgeboten - und beide erwiesen sich als Verstärkungen. Der erst in der Vorwoche als Gomez-Nachfolger verpflichtete Stürmer von Zenit St. Petersburg deutete sein großes Potenzial an und wechselte ständig die Positionen. Eine gute Szene hatte Pogrebnjak in der 27. Minute, als er Benaglio mit einem Kopfball prüfte. Auch der Weißrusse Hleb zeigte viel Spielübersicht, allerdings reichte bei der Leihgabe des FC Barcelona die Kraft nur für 56 Minuten. Auf Seiten der Wolfsburger konnte dagegen Neuzugang Karim Ziani im linken Mittelfeld die hohen Erwartungen im Team des Meisters noch nicht erfüllen.

"Das ist ein sehr intensives Spiel. Alle Nationalspieler machen für das erste Pflichtspiel einen guten Eindruck", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der in der VW-Arena gleich ein halbes Dutzend Länderspiel-Kandidaten unter die Lupe nahm.

Im zweiten Durchgang zog der Titelverteidiger das Tempo an. Mit seiner Rettungstat verhinderte VfB-Abwehrspieler Christian Träsch in der 49. Minute das erste Saisontor von Grafite. Neun Minuten später zischte ein Distanzschuss von Marcel Schäfer knapp am Gehäuse der Schwaben vorbei. Doch auch die Stuttgarter blieben jederzeit torgefährlich. Benaglio meisterte Schüsse von Timo Gebhart und Elson, doch dann zog Misimovic ab und ließ Lehmann keine Chance. Weil das Auswechselkontingent schon erschöpft war, musste der VfB nach der Verletzung von Träsch die letzten zwölf Minuten mit zehn Akteuren auskommen.

DPA/DPA

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