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Fußball-Bundesliga: Diego vor Wechsel nach Wolfsburg

Die Fußball-Bundesliga ist um eine weitere Attraktion reicher. Dank Mutterkonzern VW holt der VfL Wolfsburg den Brasilianer Diego zurück nach Deutschland. Der ehemalige Bremer kommt für etwa 15 Millionen Euro von Juventus Turin.

Der größte Ballzauberer der Bundesliga kehrt dank der VW-Millionen zurück: Der brasilianische Mittelfeldstar Diego soll den VfL Wolfsburg zurück an die Spitze der Fußball-Bundesliga und in die Champions League führen. Am Donnerstagabend soll der ehemalige Mittelfeldstar von Werder Bremen einen Vierjahresvertrag beim Tabellen-Achten der Vorsaison unterschreiben. "Mit Juventus Turin gibt es seit heute eine Transfervereinbarung. Heute Abend werden sein Vater und dessen Assistent hier erwartet, damit die letzten Unterschriften getätigt werden", bestätigte VfL-Manager Dieter Hoeneß. Die Transfersumme dürfte bei 15 Millionen Euro liegen.

Ähnlich wie die Bayern-Stars Franck Ribéry und Arjen Robben oder Ruud van Nistelrooy beim HSV sowie Raúl bei Schalke soll Diego die Fans verzücken. Dies tat der Brasilianer bereits von 2006 bis 2009 bei Werder. Schon am Samstag gegen den FSV Mainz.05 könnte Diego zum Einsatz kommen. "Vom Zeitablauf wäre das möglich", sagte Hoeneß. VfL- Coach Steve McClaren wollte sich aber noch nicht festlegen. "Das wäre eine schwierige Entscheidung. Darüber denke ich erst nach, wenn es zu 100 Prozent perfekt ist", sagte der Engländer. Mit der offiziellen Bestätigung des Transfers wird spätestens an diesem Freitag gerechnet.

Diegos ehemaliger Trainer bei Werder, Thomas Schaaf, äußerte sich für seine Verhältnisse überschwänglich über die Rückkehr. "Er hat Klasse-Leistungen im Werder-Trikot gezeigt", sagte Schaaf. Er bezeichnete Diego als einen "Qualitäts- Gewinn für die Bundesliga". Schaaf kann seinen einstigen Schützling am ersten Dezember-Wochenende beim Bremer Gastspiel in Wolfsburg wiedersehen: "Wir haben ein gutes Verhältnis, und es bleibt auch so, wenn er nach Wolfsburg wechselt. Er muss nicht unbedingt sein Bestes geben, wenn es gegen Werder geht."

"Da, wo VW draufsteht, muss vorn sein"

Diego wird mit den kolportierten 15 Millionen Euro zum teuersten Liga-Einkauf in diesem Sommer und toppt seinen neuen Clubkollegen, den Zwölf-Millionen-Mann Simon Kjaer, der aus Palermo kam. Mit nun rund 38 Millionen Euro ist der VW-Club unangefochten Investitionsmeister der Sommer-Transferperiode.

Der Mutterkonzern der Wolfsburger macht ernst und stattet Hoeneß mit dem nötigen Kleingeld aus, um eine Europacup-Abstinenz der Niedersachsen wie in dieser Saison künftig zu vermeiden. Das Credo der Konzern-Bosse lautet dabei: "Da, wo VW vorn draufsteht, muss man auch vorn dabei sein." So formuliert VW-Vorstand und VfL- Aufsichtsrats-Chef Francisco Garcia Sanz immer wieder den eigenen Anspruch.

Beim VfL erhofft man sich ähnliche Kabinettstücke von Diego wie in dessen Zeit bei Werder. 2007 hatte der Brasilianer aus 63,8 Metern gegen Alemannia Aachen das "Tor des Jahres" erzielt. Vor Jahresfrist wechselte der nun 25-Jährige für 24,5 Millionen Euro von Bremen zu Juve. Im Piemont kam der Ballkünstler aber nur bedingt zurecht und spielte eine durchwachsene Saison. Dadurch verpasste er die Teilnahme an der WM in Südafrika.

Misimovic vor dem Absprung

Mit dem Spieler war sich Hoeneß bereits vor Wochen einig, jedoch nervte den VfL-Manager die Poker-Taktik der Italiener. Offiziell hatte Hoeneß den Transfer daher in der vergangenen Woche bereits als gescheitert verkündet und so noch einmal Druck ausgeübt. Der Schachzug ging auf. Zu Beginn dieser Woche meldete sich Juve noch einmal. Hoeneß bekam Diego nun zu deutlich günstigeren Konditionen als den 20 Millionen Euro, die Turin ursprünglich vom VfL gefordert haben soll.

Durch den Diego-Wechsel steht der bisherige Spielmacher Zvjezdan Misimovic vor dem Absprung. Obwohl beide Hochkaräter unterschiedliche Spielertypen sind, ist ein Mittelfeld mit Diego und Misimovic ebenso wenig vorstellbar wie der Platz auf der Bank für einen der beiden.

Dennoch versucht der VfL derzeit den Eindruck zu verhindern, Misimovic nach dem Diego-Deal unbedingt loswerden zu wollen. Um den Bosnier liefert sich Hoeneß offensichtlich einen Poker mit Schalke 04. Einigt sich Hoeneß nicht mit Schalke-"Alleinherrscher" Felix Magath, könnte Misimovic auch zu Galatasaray Istanbul wechseln.

DPA/kbe

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