Olympia, Tag 2 China im Goldrausch

China setzt sich im Medaillenspiegel weiter ab. Am zweiten Wettkampftag gewann der Olympia-Gastgeber vier weitere Male Gold. Aus deutscher Sicht sorgten die beiden Synchronspringerinnen Ditte Kotzian und Heike Fischer mit Bronze für Jubel. Auch die deutschen Mannschaftssportler überzeugten.Alle Entscheidungen des Tages im Überblick.

Am zweiten Wettkampftag der XXIX. Olympischen Sommerspiele präsentierte sich China erneut medaillenhungrig. Die Bilanz der Athleten des Gastgebers: vier Mal Gold, zwei mal Silber. Nicht über Gold, dafür aber über die erste Medaille konnte auch die deutsche Mannschaft jubeln. Wasserspringerinnen Ditte Kotzian und Heike Fischer belegten im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett den dritten Platz und holten damit Bronze. Zuvor hatte Michael Phelps einen perfekten Auftakt für sein Projekt erwischt, in Peking acht Goldmedaillen zu gewinnen. Der US-Schwimmstar gewann über 400 Meter Lagen in neuer Weltrekordzeit von 4:03,84 Minuten. Die deutsche Frauen-Freistilstaffel mit Britta Steffen belegte über 4 x 100 Meter Rang fünf. Die deutschen Basketballer um Dirk Nowitzki hatten im ersten Spiel gegen Angola keine Probleme und siegten mit 95:66. Auch die deutschen Hockey-Damen starteten erfolgreich ins Turnier und fertigten Großbritannien mit 5:1 ab.

Synchronspringen vom Brett, Frauen: Die Wasserspringerinnen Ditte Kotzian und Heike Fischer haben der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Peking die erste Medaille beschert. Das Duo aus Berlin und Leipzig belegte im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett den dritten Platz und holte damit Bronze. Der Sieg ging an die favorisierten chinesischen Weltmeisterinnen Jingjing Guo/Minxia Wu vor Julia Pachalina/Anastasia Posdnjakowa aus Russland.

Basketball, Männer: Angeführt von Dirk Nowitzki und dem erst vor kurzem eingebürgerten Chris Kaman sind die deutschen Basketballer mit einem 95:66 (54:34)-Auftaktsieg gegen Angola in das Olympia-Turnier gestartet. Schon am Dienstag (8.30 Uhr) wartet mit Ex-Europameister Griechenland ein schwerer Gegner auf die deutschen Korbjäger. Danach geht es im Kampf um einen der ersten vier Plätze in Gruppe B für das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann gegen Weltmeister Spanien, Gastgeber China und den Topfavoriten USA.

Judo, Männer (bis 66 kg):

Der Japaner Masato Uchishiba hat beim olympischen Judo-Turnier in Peking die Goldmedaille im Halbleichtgewicht (bis 66 kg) gewonnen. Der 30-Jährige bezwang im Finale den Franzosen Benjamin Darbelet bereits nach 1:08 Minuten mit einem Festhaltegriff. Uchishiba war bereits vor vier Jahren in Athen Olympiasieger. Die Bronzemedaillen gingen an den Kubaner Yordanis Arencibia und den Nordkoreaner Pak Chol Min. Deutsche Athleten waren in dieser Kategorie nicht am Start.

Judo, Frauen (bis 52 kg):

Die Chinesin Xiang Dongmei ist zum zweiten Mal Judo-Olympiasiegerin. Die 32-Jährige setzte sich im Finale des Halbleichtgewichts (bis 52 kg) gegen die Nordkoreanerin An Kum Ae durch und wiederholte damit ihren Erfolg von Athen 2004. Sie ist neben der Japanerin Ryoko Tani die einzige Judoka mit zwei Olympiasiegen. Bronzemedaillen gewannen in Peking die Algerierin Soraya Haddad und die Japanerin Misato Nakamura. Für Romy Tarangul aus Frankfurt (Oder) war nach einem Sieg und zwei Niederlagen in der Hoffnungsrunde Endstation.

Bogenschießen, Mannschaft, Frauen:

Die Bogenschützinnen aus Südkorea haben mit dem erwarteten Sieg ihre olympische Erfolgsserie fortgesetzt. Im Finale des Mannschaftswettbewerbs von Peking waren sie mit 224:215 Olympia-Gastgeber China deutlich überlegen und feierten ihren sechsten Olympiasieg. Das Duell um den dritten Platz hatte zuvor Frankreich mit 203:201 Ringen gegen Großbritannien für sich entschieden. Eine deutsche Mannschaft hatte sich nicht für Peking qualifiziert.

Schießen, Trap, Männer:

Der 33 Jahre alte Tscheche David Kostelecky hat Olympia-Gold in der Wurfscheiben-Disziplin Trap gewonnen. Bei seinem ersten Sieg bei einer internationalen Meisterschaft verwies er in Peking mit 146 von 150 möglichen Treffern den Italiener Giovanni Pellielo (143) auf den zweiten Platz. Bronze sicherte sich mit 3:2 Treffern im Stechen der Athen-Olympiasieger Alexej Alipow (Russland) gegen den Australier Michael Diamond, die zuvor jeweils auf 142 Scheiben gekommen waren. Europameister Karsten Bindrich war im Stechen um den Einzug ins Finale an Diamond sowie dem Kroaten Josip Glasnovic gescheitert und wurde Siebter.

Gewichtheben, Frauen (bis 53 kg):

Die Görlitzerin Julia Rohde hat bei der olympischen Gewichtheber-Entscheidung in der Klasse bis 53 Kilogramm Platz sieben belegt. Die 19-Jährige schaffte im Reißen mit drei gültigen Versuchen 82 kg, im Stoßen gingen 103 kg in die Wertung ein. Mit 185 Kilogramm im Zweikampf verfehlte sie ihre persönliche Bestmarke um drei Kilogramm. Olympiasiegerin wurde mit einer Zweikampfleistung von 221 Kilogramm die Thailänderin Prapawadee Jaroenrattanatarakoon, die im Stoßen am Weltrekord von 130 kg scheiterte. Mit jeweils 213 kg gewannen Yoon Jin-Hee (Südkorea) und Nastassia Nowikawa (Weißrussland) Silber und Bronze.

Straßenrennen, Frauen:

Nicole Cooke hat bei den olympischen Radsport-Wettbewerben in Peking überraschend die Goldmedaille im Straßenrennen der Frauen gewonnen. Die Britin setzte sich nach 126,4 Kilometern bei strömendem Regen vor Emma Johansson aus Schweden und der Italienerin Tatiana Guderzo durch. Die als Medaillen-Kandidaten gehandelten deutschen Starterinnen Judith Arndt (Leipzig), Trixi Worrack (Dissen) und Hanka Kupfernagel (Denzlingen) konnten nicht in die Entscheidung eingreifen

Luftpistole, 10 Meter, Frauen:

Die Chinesin Guo Wenjun hat die Goldmedaille mit der Luftpistole gewonnen. Mit 492,3 Ringen verwies Guo die nach dem Vorkampf führende russische Weltmeisterin Natalia Paderina (489,1) und Nino Salukwadse aus Georgien (487,4) auf die weiteren Medaillen-Plätze. Die beiden deutschen Schützinnen waren im Vorkampf ausgeschieden. Europameisterin Claudia Verdicchio aus dem badischen Buchheim belegte Rang 10, Munkhbayar Dorjsuren aus Neubiberg erreichte Platz 24.

Schwimmen, 400 Meter Lagen, Männer:

Schwimm-Superstar Michael Phelps aus den USA hat seine Jagd auf acht Olympiasiege in Peking erfolgreich eingeleitet. Über 400 Meter Lagen setzte er die Serie amerikanischer Erfolge in dieser Disziplin fort und holte mit Weltrekord von 4:03,84 Minuten vor Laszlo Cseh Gold. Der Ungar ließ mit Europarekord von 4:06,16 Ryan Lochte (USA/4:08,09) klar hinter sich.

Schwimmen, 400 Meter Freistil, Männer:

Südkoreas erste olympische Schwimm-Medaille war gleich aus Gold. Weltmeister Park Taehwan siegte über 400 Meter Freistil in 3:41,86 Minuten vor dem Chinesen Zhang Lin, der in 3:42,44 die erste Männer-Medaille Chinas in der Geschichte des olympischen Schwimmsports holte.

Schwimmen, 4 x 100 Meter, Frauen-Freistilstaffel:

Die deutsche Frauen-Freistilstaffel über 4 x 100 Meter belegte am ersten Finaltag Rang fünf. In der Besetzung Britta Steffen, Meike Freitag, Daniela Götz und Antje Buschschulte schlug das deutsche Quartett nach 3:36,85 Minuten klar geschlagen an. Neue Olympiasiegerinnen wurden die Europameisterinnen aus den Niederlanden in 3:33,76 vor der US-Staffel in 3:34,33.

Fechten, Degen-Einzel, Männer

Der Italiener Matteo Tagliariol hat den ersten Degen-Olympiasieg für sein Land seit 1960 errungen. Im Finale setzte sich der 25-Jährige mit 15:9 Treffern gegen den Franzosen Fabrice Jeannet durch. Der Spanier Jose Luis Abajo gewann Bronze. Deutsche Degenfechter hatten die Qualifikation verpasst und fehlten daher erstmals seit 56 Jahren bei Olympischen Spielen.

Gewichtheben

Der erst 17 Jahre alte Gewichtheber Long Qingquan aus China hat bei den Olympischen Spielen in Peking für eine große Überraschung gesorgt. Der international bislang kaum bekannte Nachwuchsathlet wurde in der Klasse bis 56 Kilogramm Olympiasieger mit dem Junioren-Weltrekord von 292 Kilogramm im Zweikampf. Ein weiterer Junioren-Weltrekord gelang ihm im Reißen mit 132 kg. Long verwies den WM-Dritten und Asienmeister Anh Tuan Hoang aus Vietnam (290) sowie den Indonesier Eko Yuli Irawan (288) auf die nächsten Plätze. Deutsche Athleten waren in dieser Kategorie nicht am Start.

Hockey Unbeeindruckt von Blitz und Donner haben die deutschen Hockey-Damen mit dem höchsten Sieg bei Olympia einen Traumstart in das Turnier bei den Sommerspielen in Peking hingelegt. Angeführt von den Athen-Heldinnen und der Olympia-Debütantin Eileen Hoffmann bot der Olympiasieger von 2004 beim 5:1 (2:1)- Auftaktsieg gegen Großbritannien eine beeindruckende Vorstellung. "Dass wir so deutlich gewinnen, war nicht zu erwarten. Zum Glück haben wir nach der Pause das 3:1 gemacht, danach wurde es leichter", bilanzierte Trainer Michael Behrmann.

DPA DPA

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