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Staffel-Weltrekord: Bolt krönt sich zum Sprintkönig

Was für ein Staffel-Finale über die 100-Meter-Distanz: Jamaikas Quartett um Supersprinter und Doppel-Olympiasieger Usain Bolt gewann wie erwartet Gold - natürlich in neuer Weltrekordzeit. Die Deutschen hielten sich erstaunlich gut, zu einer Medaille reichte es freilich nicht.

Drittes Rennen, drittes Gold und der dritte Einschlag von "Blitz" Usain Bolt in die Geschichtsbücher: Jamaikas Sprinter hat seinen totalen Triumph bei den Olympischen Spielen in Peking perfekt gemacht. Erneut mit einem Fabel-Weltrekord entschied der 22 Jahre alte Olympiasieger über 100 und 200 Meter mit seinen drei Mannschaftskollegen auch die 4x100-m-Staffel für sich. Damit ist Bolt der vierte Athlet, der zum olympischen Gold-Triple rannte, aber der erste, dem dies jeweils mit Weltrekord gelang.

Im beinahe perfekten Zusammenspiel mit Nesta Carter, Michael Frater und Schlussläufer Asafa Powell drückte der auf Position drei laufende "Lightning Bolt" (Blitz) auch die dritte Sprint-Bestmarke: Den 9,69 über 100 und 19,30 über 200 Meter folgte die Zeit von 37, 10 Sekunden - gleich 3 Zehntel blieben die Jamaikaner damit unter den 37,40, die 15 Jahre zuvor bei der WM in Stuttgart eine US-Auswahl um den damaligen 100-m-Weltrekordler Leroy Burrell gelaufen war.

Jamaikas Mädels patzen

"Das war abzusehen, dass die Weltrekord laufen. Ich habe sogar gedacht, dass die unter 37 Sekunden bleiben", sagte Tobias Unger, der mit seinen drei Teamkollegen einen respektablen fünften Platz belegte. Vor den Deutschen (38,58) liefen die Staffeln von Trinidad und Tobago (38,06) und Japan (38,15) zu Silber und Bronze.

Den totalen Triumph für Jamaika mit sechsmal Gold in sechs Rennen vermasselte die Frauen-Staffel der neuen Sprint-Übermacht. Das Quartett von der Karibik-Insel mit den beiden Olympiasiegerinnen Shelly-Ann Fraser (100 m) und Veronica Campbell-Brown (200 m) schied nach einem Wechselfehler aus: Die 100-m-Zweiten Sherone Simpson und Kerron Stewart hatten gepatzt. Gold gewann danach Russland (42,32) vor Belgien (42,54) und Nigeria (43,04).

"Wir sind total glücklich

Die beiden deutschen Staffeln verpassten eine Medaille. Die Männer in der Besetzung Tobias Unger (Kornwestheim), Till Helmke (Friedberg-Fauerbach), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) kamen auf Rang 5. "Fünfter Platz bei Olympia - das ist eine Super-Leistung", sagte Unger.

Anne Möllinger (Mannheim), Verena Sailer (Fürth/München), Cathleen Tschirch (LG Weserbergland) und Marion Wagner (Mainz) belegten in 43,28 Sekunden ebenfalls Rang 5. "Das war super, wir sind total glücklich, wir haben unser Ziel erreicht", sagte Anne Möllinger.

Bolt im Sprint-Olymp

In beiden Staffelläufen hatten erstmals seit 1976 die US-Teams gefehlt, nachdem beide jeweils in den Halbfinals nach Wechselfehlern gescheitert waren. Bei den Männern waren zudem die Olympiasieger von Athen 2004 aus Großbritannien im Vorlauf disqualifiziert worden.

Alles überstrahlte aber wieder einmal der "goldene Blitz". Gemeinsam mit den Amerikanern Jesse Owens (1936 in Berlin), Bobby Morrow (1956 in Melbourne) und Carl Lewis (1984 in Los Angeles) steht Usain Bolt er nun im Sprint-Olymp.

sid/kbe

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