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Olympia 2022 Doping-Fall Walijewa spitzt sich zu: Journalisten erhalten Todesdrohungen

Kamila Walijewa bei Olympia 2022
Kamila Walijewa am Samstag beim Training. In der kommenden Woche soll sie in der Kurzprogramm-Entscheidung antreten – wenn sie darf
© Kazuki Wakasugi/ / Picture Alliance
Britische Journalisten berichten von Drohungen gegen Leib und Leben, nachdem sie den mutmaßlichen Dopingfall Kamila Walijewa enthüllten. Jetzt schaltet sich das IOC ein.

Auf seiner Online-Seite berichtet der britische "Guardian" von Drohungen gegen mehrere Journalisten. Demnach hätte einer der beiden Reporter der Webseite "Inside the Games", die zuerst über den positiven Doping-Test von Eiskunflauf-Star Kamila Walijewa berichteten, Todesdrohungen erhalten. Außerdem habe ein Twitter-Nutzer einem der Journalisten geschrieben, er werde "neue Substanzen" in seinem Tee vorfinden. Die Webseite zieht den Vergleich zum vergifteten Tee von Ex-Spion Alexander Litvinenko 2006 in London.

Fall Walijewa bei Olympia 2022: IOC ruft zur Beruhigung auf

Nach den angeblichen Drohungen gegen die britischen Journalisten aufgrund ihrer Berichterstattung im Dopingfall der Eiskunstläuferin Kamila Walijewa hat das IOC zur Mäßigung aufgerufen. "Wir sollten alle eine Beruhigungspille nehmen, wie man sagte, als ich jünger war", sagte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, am Samstag bei den Winterspielen in Peking. Zuvor hatten mehrere britische Reporter berichtet, sie seien wegen ihrer Veröffentlichungen zum positiven Dopingtest bei der russischen Team-Olympiasiegerin Walijewa massiv im Internet bedroht und teils auch von Medienvertretern aus Russland attackiert worden.

Da in Walijewa eine 15-Jährige im Zentrum des Falles stehe, gebe es "alle möglichen Streitpunkte", gab Adams zu bedenken. "Es ist nicht hinnehmbar, dass das in Drohungen und Gewalt umschlägt, wenn es denn so war", sagte der IOC-Sprecher. Man bitte alle, die Ruhe zu bewahren. "Auch untereinander ist es wichtig, dass wir die olympischen Werte des Respekts beachten", sagte Adams.

Cas soll im Eilverfahren über Doping-Sperre von Walijewa entscheiden

Eiskunstlauf-Wunderkind Walijewa war bei den russischen Meisterschaften im Dezember positiv auf das verbotene Herzmittel Trimetazidin getestet worden. Der Fall wurde aber erst nach dem Triumph der russischen Mannschaft bei den Winterspielen bekannt.

Die Rusada hatte die am 8. Februar verhängte vorläufige Sperre gegen die 15 Jahre alte Eiskunstläuferin einen Tag später nach einem Einspruch Walijewas wieder aufgehoben. Dagegen legte die Internationale Test-Agentur im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees Berufung ein. Auch die Welt-Anti-Doping-Agentur geht gegen die Rusada-Entscheidung vor. Der Internationale Sportgerichtshof Cas will nun in einem Eilverfahren ein Urteil fällen.

lsc DPA

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