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Antje Buschulte: Bronze in Rücken kann auch entzücken

Antje Buschschulte sammelt bei der Schwimm-WM bienenfleißig Medaillen. Über 50 Meter Rücken verpasste die Magdeburgerin zwar Gold, war aber trotzdem schneller als Weltrekordhalterin Janine Pietsch.

Antje Buschschulte strahlte mit der Abendsonne über Montréal um die Wette, warf ihr Blumensträußchen ins Publikum und feierte mit der ganzen Gelassenheit des Seins ein bemerkenswertes Jubiläum. Im Sog des Weltmeistertitels von Mark Warnecke machte die Magdeburgerin ihr persönliches halbes Hundert an internationalen Medaillen binnen 28,72 Sekunden komplett: "Ich find’s toll. Ich zeige meine Vielseitigkeit." Die 26 Jahre alte Power-Frau des deutschen Schwimmsports war nach ihrem dritten Platz über 50 Meter Rücken obenauf, ihre kanadische Sammlung von zuvor zwei Mal Silber war "sehr erfreulich ergänzt" worden, wie Cheftrainer Ralf Beckmann feststellte.

"Ein Rennen wie aus einem Guss" attestierte Beckmann seiner Vor-Schwimmerin, die ganz nah am Gold dran war. Australiens neue Weltmeisterin Giaan Rooney lag nur 9/100 vor der Deutschen, die auf die zweitplatzierte Chinesin Chang Gao den winzigen Rückstand von 3/100 hatte. Beckmann: "Da war zwischen Platz eins und sechs alles möglich." Das zeigte sich bei Janine Pietsch: Die Weltrekordhalterin aus Ingolstadt beendete ihre WM-Premiere als Sechste - und war nach 28,88 Sekunden erleichtert. "Ich bin froh, dass der Weltrekord stehen geblieben ist. So ist es in Ordnung." Die Last, als Schnellste der Welt nach Montréal gekommen zu sein, war weg: "Ich bin froh, dass es vorbei ist."

Deutsche Schwimmfrauen erfüllen Erwartungen

Den Auftritt der starken deutschen Frauen machten Anne Poleska und Daniela Götz perfekt. Die 25 Jahre alte Olympia-Dritte Poleska (Essen) schwamm über 200 Meter Brust in 2:26,22 Minuten als Zweitschnellste hinter der australischen Favoritin Leisel Jones in das Finale und war "superglücklich" mit der zweitbesten Zeit ihrer Laufbahn. Die 17 Jahre alte deutsche Meisterin Götz krönte ihren frechen Auftritt nach 54,98 Sekunden mit der Endlaufteilnahme über 100 Meter Freistil.

US-Star Michael Phelps konnte sich bei der Ehrung für den Titel über 200 Meter Lagen ein Grinsen nicht verkneifen. 62 Minuten vor "seinem" Rennen ließ es der 20-Jährige beim Überraschungssieg von Filippo Magnini (Italien) über 100 Meter Freistil austrudeln. Die Niederlage hatte er einkalkuliert, um dann seinen Nimbus als das Universalgenie des Schwimmsports machtvoll zu demonstrieren. Der 19-jährige Ungar Laszlo Cseh schwamm als Zweiter Europarekord (1:57,61). Der 23 Jahre alte Magnini war völlig aus dem Häuschen. "Das ist meine erste WM-Medaille. Für mich ist ein großer Traum wahr geworden." Beim WM-Sieg der US-Frauen über 4 x 200 Meter Freistil in 7:53,70 Minuten wackelte der Weltrekord (7:53,42).

Dietmar Fuchs und Richard Janssen/DPA / DPA

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