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Trotz großer Sorgen: Deutschland eröffnet die Handball-EM – das Team träumt vom ganz großen Wurf

Im Vorjahr verpasste die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der WM im eigenen Land knapp eine Medaille. In die nun beginnende EM startet man mit großen Personalsorgen. "Wir können dennoch das Halbfinale oder noch mehr erreichen", sagt Nationalspieler Kai Häfner dem stern.

Kai Häfner

Nationalspieler Kai Häfner ist vor dem EM-Start optimistisch

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Die erste XXL-Europameisterschaft der Handball-Geschichte mit 24 Mannschaften beginnt – zum Auftakt des in drei Ländern ausgetragenen Turniers am Donnerstag treffen in den ersten beiden Begegnungen um 18.15 Uhr zeitgleich Weißrussland auf Serbien und Deutschland auf die Niederlande. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop hat demnach einen schlagbaren Kontrahenten zum Auftakt erwischt, denn als Handballmacht ist der Nachbar wahrlich nicht bekannt. Dass Deutschland klarer Favorit gegen den EM-Neuling ist, ist nicht wegzudiskutieren. Was eine viel wichtigere Frage aber noch nicht beantwortet: Wie stark ist die deutsche Nationalmannschaft in diesem Jahr? Und wie weit kann sie kommen?

"Die Vorbereitung war gut, die beiden Testspiele haben gepasst. Wir hatten wenig Zeit, doch die haben wir gut genutzt", sagte Rückraumspieler Kai Häfner, der im Ligabetrieb für die MT Melsungen aufläuft, im Gespräch mit dem stern nach den Erfolgen gegen Island und Österreich.

Matthias Musche jubelt.

Sein Coach hatte im Vorfeld viele, viele Rückschläge zu verkraften. Kurz vor Turnierstart musste Franz Semper, Häfners Backup im rechten Rückraum, wegen eines Verdachts auf eine Herzmuskelentzündung passen. Semper war nach Fabian Wiede, Tim Suton, Simon Ernst, Martin Strobel und Steffen Weinhold bereits der sechste Rückraumspieler, der dem WM-Vierten beim Turnier in Norwegen, Österreich und Schweden fehlt. "Die Ausfälle sind natürlich bitter. Vor allem aus menschlicher Sicht für die Betroffenen. Es gibt ja nichts Schlimmeres,als dann zuhause sitzen und zuschauen zu müssen als Verletzter", sagte Häfner.

Ein alter Bekannter steht wieder im Tor

Prokop sagte deshalb vor dem Turnierstart: "Wir haben einen ganz schönen Aderlass, deshalb wäre es nicht verkehrt, wenn die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit nicht ins Unermessliche steigt." Widersprach sich dann aber auch ein wenig selbst, indem er sagte: "Ich finde, dass wir bewusst und konsequent an unserem Ziel festhalten sollten." Und das heißt, das bekräftigte er auch unmittelbar vor Turnierstart erneut: eine Medaille. Zumindest in Bronze. Noch besser in einer anderen Farbe. Schließlich begeisterte man im Vorjahr bei der Heim-WM die Massen und schied erst, dann aber sehr deutlich, im Halbfinale in Hamburg aus. Gegen Norwegen platzte der Traum – weil man im schlechtesten Moment das schlechteste Spiel des Turniers ablieferte

Kapitän Uwe Gensheimer sagt: "Der Unterschied ist, dass wir während der Spiele nicht einen extra Push durch das Publikum kriegen. Das müssen wir von innen heraus hinbekommen." Für Stabilität sollen daher mehr denn je auch die Torhüter sorgen – und dort gibt es eine Besonderheit: Prokop hat neben Andreas Wolf noch Johannes Bitter nominiert. Der mittlerweile 37-Jährige feierte ziemlich überraschend sein Comeback.

Häfner ist von guten Chancen "überzeugt"

Ab Donnerstag wird sich zeigen, ob Prokop die richtige Entscheidung getroffen hat. Die weiteren Gegner in der Gruppe heißen Spanien und Lettland. Ohnehin meint es der Spielplan gut mit der deutschen Nationalmannschaft, weil man in der Hauptrunde den dicksten Brocken aus dem Weg gehen würde: Auf die Topfavoriten, Weltmeister und Olympiasieger Dänemark, Norwegen, Frankreich und Schweden, kann man erst im Halbfinale treffen.

Häfner glaubt an sein Team: "Die, die hier sind, versuchen das Beste zu geben. Und wir wissen, dass wir auch in dieser Besetzung weit kommen können. Ob das gelingt, wird auch vom Auftakt abhängen", sagt er, ohne irgendwelche Versprechungen machen zu wollen: "Es ist, wie jedes Jahr, immer die gleiche Sache: Man weiß halt nicht, wie so ein Turnier verläuft. Ich weiß, es klingt nach einer Phrase, aber wir können und müssen von Spiel zu Spiel denken, wollen uns mit jedem Auftritt weiterentwickeln, finden und steigern. Wir haben trotz der Ausfälle eine schlagkräftige Truppe beisammen – und können im Optimalfall das Halbfinale oder noch mehr erreichen. Davon bin ich überzeugt."

mit Material der dpa

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