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Leichathletik-WM: Danny Ecker fliegt zur Bronze-Medaille

Hallen-Europameister Danny Ecker brach den Medaillen-Bann der Stabhochspringer und holte die siebte Medaille für das deutsche Team. US-Blitz Tyson Gay avancierte mit dem Titel-Triple zum WM-Superstar und Roman Sebrle wurde "König der Athleten".

"Das ist der größte Erfolg meiner Karriere. Es fühlt sich sehr gut an", sagte der 30 alte Jahre Leverkusener Danny Ecker am Samstag nach dem Bronze-Gewinn. Der Olympia-Fünfte Ecker verlor aber das Glücksspiel in einer Windlotterie. "Bei 5,91 Meter hat der Wind gedreht und es hat nicht mehr gepasst", berichtete der Sohn von Heide Rosendahl-Ecker, die 1972 in München Weitsprung- und Staffel-Olympiasiegerin wurde. 5,81 Meter reichten zu Platz drei hinter Brad Walker (USA/5,86 Meter) und dem höhengleichen Roman Mesnil (Frankreich). Die Bronze-Plakette ist der erste Medaillengewinn für einen deutschen Höhenjäger in der WM-Geschichte. Björn Otto (Uerdingen/Dormagen) belegte Platz fünf und der Kölner Tim Lobinger wurde Achter. "Der Bann ist gebrochen. Sonst hieß es immer, die haben die Hosen voll und leere Hände", so Lobinger zum Befreiungsschlag von Ecker.

Tyson Gay ist der neue US-Held

Der 25-jährige US-Hero Gay hat es mit dem Titel-Hattrick auf den Sprint-Distanzen seinen Landsleuten Maurice Greene (1999) und Michael Johnson (1995) nachgemacht. Nach dem Triumphzug in Osaka will der zum teuersten Athleten der Welt aufgestiegene Gay den vom ihm über 100 Meter und in der Staffel abgehängten Jamaikaner Asafa Powell nun auch den Weltrekord (9,77 Sekunden) abjagen. Das US-Quartett siegte in neuer Weltjahresbestzeit von 37,78 Sekunden vor Powell und Company.

Die deutsche Sprint-Staffel landete in 38,62 Sekunden auf Platz sechs. "Das war pervers, wie es vorne abging", staunte Tobias Unger (Kornwestheim/Ludwigsburg). Nach einem erfolgreichen Protest gegen einen angeblichen Wechselfehler rannte das deutschen Frauen-Quartett über 4x100-Meter in 43,51 Sekunden auf Platz sieben. Den Titel holte die USA mit 200-m-Weltmeisterin Allyson Felix in Weltjahresbestzeit von 41,98 Sekunden.

Im Zehnkampf spielte sich ein wahres Drama ab, das mit der knappsten Entscheidung bisher bei WM und Olympia endete. Der 32- jährige Tscheche Sebrle erkämpfte sich bei seinem sechsten WM-Start mit 8676 Punkten und nur 32 Zähler Vorsprung vor dem Sensations- Zweiten Maurice Green aus Jamaika das erste WM-Gold. "Ich habe nun meine Titel-Sammlung komplettiert, doch die Motivation bleibt. Ich will meinen Olympiasieg von 2004 verteidigen", kündigte Sebrle an.

Hoffen auf die 4x400 Meter-Staffel der Herren

Mit einem starken zweiten Tage erreichte der Berliner André Niklaus mit 8371 Punkten und Bestleistung Platz fünf. "Ich habe es noch rumgerissen", sagte er. Der Ulmer Artur Abele (Ulm/8243) wurde Neunter. Pech hatte der zwischenzeitliche auf Rang sieben liegende Norman Müller (Halle/Saale), der im Stabhochsprung mit einem "Salto Nullo" bei 4,60 Meter abstürzte.

Das i-Tüpfelchen zur deutschen WM-Bilanz könnte die 4x400 Meter- Staffel liefern. Ingo Schultz, Kamghe Gaba, Simon Kirch und Bastian Swillims erreichten als Vorlauf-Zweiter in 3:02,21 Minuten das Finale am Schlusstag. "Im Endkampf ist alles möglich", hofft Schultz auf die erste Staffel-Medaille über die Stadionrunde seit der WM 1993.

Keinen Zweifel an ihrer Extraklasse ließ die zierliche Weltrekordlerin Meseret Defar aus Äthiopien über 5000 Meter aufkommen. Die Olympiasiegerin siegte in 14:57,91 Minuten vor den Kenianerinnen Vivian Cheriuyot und Priscah Cherono. Titelverteidigerin Tirunesh Dibaba (Äthiopien) musste verletzt nach ihrem 10.000-Meter-Triumph auf einen Start verzichten. Das erste Geher-Gold in der WM-Geschichte für Australien holte Weltrekordler Nathan Deakes. Der frühere Schützling des deutschen Ex-Weltmeister Ronald Weigel kam nach 3:43:53 Stunden ins Ziel des 50-Kilometer- Wettbewerbs. Ein deutscher Geher war nicht am Start.

Andreas Schirmer und Ulrike John/DPA / DPA

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