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Mehr Sport: Zweimal Gold für Lochte, Vom Lehn holt Bronze

Ryan Lochte hat seine Rolle als Superstar der WM in Shanghai zementiert. Mit Gold über 200m Rücken und einem sensationellen Schlussprint in der Staffel stand der Amerikaner auch am Freitag zweimal auf dem Siegerpodest. Über 200m Brust gewann der Deutsche Christian vom Lehn Bronze.

In einem packenden Rennen entschieden die seit fast zehn Jahren ungeschlagenen Amerikaner die Königsdisziplin des Schwimmsports, die 4x200m Freistil-Staffel, für sich. Frankreich lag lange gleichauf und hatte nach 700 Metern nur zwei Hundertstel Sekunden Rückstand auf Ryan Lochte. Dann aber zog der Superstar an und gewann am Ende mit mehr als zwei Sekunden Vorsprung vor Fabien Gilot in einer Zeit von 7:02.67.

Die deutsche Staffel mit Paul Biedermann, Tim Wallburger, Christoph Fildebrandt und Benjamin Starke wurde am Ende Vierter hinter Gastgeber China, nachdem Starke Schlussschwimmer Sun Yang nichts entgegenzusetzen hatte. Biedermann hatte als Startschwimmer noch gleichauf mit Michael Phelps und Yannick Agnel gelegen, aber das Rennen um Gold spielte am Ende in einer anderen Liga als die auf Bahn acht immer weiter zurückfallenden Deutschen.

Christian vom Lehn war der einzige deutsche Medaillengewinner am Freitag. Über 200m Brust holte sich der 19-Jährige aus Wuppertal sensationell Bronze. Während der lange führende Olympiasieger Kosuke Kitajima aus Japan auf der letzten Bahn überraschend noch vom Ungarn Daniel Gyurta abgefangen wurde, ging fast etwas unter, dass Vom Lehn parallel das Rennen um Platz drei für sich entschied, indem er Eric Shanteau aus den USA distanzierte.

Vom Lehn der Senkrechtstarter im DSV

Vom Lehns Medaille war zwar nach den guten Vorlaufergebnissen nicht völlig unplausibel, aber vor den Titelkämpfen war er international noch eher unbekannt. Seine 2:09.06 reichten zwar nicht aus, um in den Kampf um Gold (Gyurta 2:08.41, Kitajima 2:08.63) einzugreifen, wohl aber für die Medaille, die Shanteau in 2:09.28 verpasste.

Ryan Lochte hatte vor seiner Staffelgala über 100m Rücken bereits seine dritte Goldmedaille der WM in Shanghai erschwommen. In WM-Rennen eins nach der Ära von Weltrekordler Aaron Peirsol setzte sich Lochte ganz souverän in 1:52.96 vor dem Japaner Ryosuke Irie (1:54.11) und Tyler Clary (1:54.69) durch.

Im 100m-Freistil-Rennen der Damen konnte trotz modernster Messtechnik keine Siegerin identifiziert werden. So bekamen Aleksandra Gerasimenya aus Weißrussland und die Dänin Jeanette Ottesen gemeinsam mit 53.45 Sekunden die Goldmedaille verliehen. Die Kurzbahnweltmeisterin Ranomi Kromowidjojo aus den Niederlanden wurde in 53.66 nur Dritte.

Soni souverän, Steffen verschwiegen

Keine Überraschung gab es hingegen über 200m Brust bei den Damen, wo Olympiasiegerin Rebecca Soni in 2:21.47 sogar langsamer war als in ihrem Halbfinale und trotzdem problemlos Gold holte vor Yuliya Yefimova aus Russland (2:22.22). Bronze ging an die Kanadierin Martha McCabe (2:24.81).

Keine weitere Begründung gab der DSV über die plötzliche Abreise von Britta Steffen. "Sie ist auf dem Heimweg. Es hat verschiedene Gründe dafür gegeben, die ich im Detail nicht erklären werde, auch nicht während der WM", sagte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow unmittelbar vor dem Start der Finalrennen am Freitag. "Mehr Informationen wird es von mir nicht geben."

Für ihn sei wichtig, "dass sich die Mannschaft konzentriert". Wann es eine Erklärung für ihre Abreise geben werde, sagte Buschkow nicht. "Lassen Sie Britta Steffen doch erst mal die Weltmeisterschaften verarbeiten", sagte er in einer Journalistenrunde. Bundestrainer Dirk Lange zeigte sich "überrascht" von der Nachricht. "Grundsätzlich wurden wir von der Mannschaftsleitung nicht informiert", sagte er der ARD.

sportal.de / sportal

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