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NBA: Dallas Mavericks stoppen Abwärtsstrend gegen Wizards

Mit dem Rücken zur Wand haben sich die Dallas Mavericks wieder auf ihre Stärke besonnen und einen wichtigen Erfolg gegen die Washington Wizards gefeiert. So konnten die Texaner beim 107:98 in der heimischen American Airlines Arena auf einige zuvor Verletzte zurückgreifen, auf ihre Teamstärke besinnen und sich einmal mehr auf Dirk Nowitzki verlassen.

Die Dallas Mavericks können also doch noch gewinnen. Gegen die Washington Wizards, das zweitschlechteste Team der NBA, gab es in der heimischen American Airlines Arena einen 107:98-Sieg – den ersten nach drei Niederlagen in Folge.

Nach acht Niederlagen aus den letzten zehn Spielen war der Sieg für die in der Tabelle strauchelnden Mavericks ungemein wichtig, wobei vor allem die Tatsache, dass sich das Lazarett in Dallas langsam lichtet, für strahlende Gesichter bei den Verantwortlichen sorgen dürfte. So konnten Brendan Haywood und Brandan Wright nach kurzen Verletzungspausen beide wieder spielen, was die Mavs unter den Körben wieder solider auftreten ließ.

Mavericks starten gut, überleben drittes Viertel

Von Beginn an ließen die Mavs keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie den Ernst der Lage verstanden hatten. Schließlich war man in der Western Conference auf den siebten Rang abgerutscht und hatte nur noch ein Spiel Vorsprung auf den neunten Platz, der für die Playoff-Qualifikation nicht mehr ausreichen würde. Und so kamen die Mavs dann auch aus den Startlöchern.

Verlief das erste Viertel nach gutem Start noch ausgeglichen, sorgten vor allem Dirk Nowitzki und Rodrigue Beaubois dafür, das die Mavs im zweiten Viertel davon ziehen konnten und zur Pause einen sicheren Neun-Punkte-Vorsprung innehatten. Die 13 Punkte des Deutschen waren sein zweitbestes Ergebnis für ein Viertel in dieser Saison.

Zwar konnten die Wizards Mitte des dritten Viertels auf zwei Punkte verkürzen, doch wo in den letzten Wochen so oft ein Einbruch gestanden hatte, zogen die Mavs diesmal wieder das Tempo an und brachten, angetrieben von Beaubois, der immer wieder zum Korb ziehen konnte, das Spiel im Schlussabschnitt nach Hause.

Dallas wieder ein Team

Die Pause von zwei Tagen scheint Coach Rick Carlisle mit seinem Team produktiv genutzt zu haben. Es waren keine neuen Spielzüge und keine taktischen Finessen, die man vorher noch nicht gesehen hätte – doch das Team trat endlich wieder als Einheit auf. Genau das hatte man in den letzten drei Spielen bei den Auswärtsniederlagen in Phoenix, Sacramento und Golden State komplett vermissen lassen.

Vor allem Beaubois spielte viel mannschaftsdienlicher als noch in den vorangegangenen Spielen, und so konnte sogar ein eher schwaches Spiel von Spielmacher Jason Kidd kompensiert werden. Kidd, der das letzte Spiel gegen die Warriors noch ausgesessen hatte, beendete den Abend ohne Punkte und mit nur vier Assists sowie zwei Rebounds.

Nowitzki Topscorer – Dreier bereiten Sorgen

Bester Mann auf dem Feld für Dallas, das erst zum vierten Mal in dieser Saison 60 Punkte in der ersten Halbzeit erzielen konnte, war einmal mehr Nowitzki. Seine 27 Punkte stellten den Höchstwert des Abends dar, und vor allem seine Wurfquote von 10 verwandelten Würfen bei 14 Versuchen ließ wieder an alte Zeiten erinnern. Insgesamt warfen die Mavericks knapp über 50 Prozent, wobei die Dreier auch in diesem Spiel wieder viel zu selten fallen wollten. Mit einer Quote von 32 Prozent bei den langen Würfen gehören die Mavs zum schwächsten Drittel aller NBA-Teams – bei Shootern wie Nowitzki, Terry und Kidd eigentlich unverständlich.

Auf die Mavericks wartet nun ein weiteres Heimspiel gegen die Charlotte Bobcats. Das Team von Michael Jordan ist zwar das schwächste Team der Liga, konnte aber in den vergangenen Tagen immer wieder mit überraschend positiven Ergebnissen aufwarten.

Schweres Restprogramm im März

Ein Sieg ist dabei Pflicht, wenn man auf das immens schwere Programm der nächsten zwei Wochen schaut. So geht es in 13 Tagen zwei Mal gegen die San Antonio Spurs, zwei Mal gegen die Houston Rockets sowie gegen die Los Angeles Lakers, die Denver Nuggets, Miami und Orlando. Fünf dieser Spiele sind Auswärtspartien, in denen die Mavericks am Ende ihrer Niederlagenserie von sieben Auswärtsspielen in Folge arbeiten müssen.

Dallas steht nach dem heutigen Sieg zwar weiterhin nur auf Platz sieben, konnte den Vorsprung auf die Minnesota Timberwolves aber auf 1,5 Siege ausbauen.

Magic schlagen Heat – und feiern Howard

Zwei von vielen bereits abgeschriebene Teams haben heute Ausrufezeichen gesetzt. Zunächst konnten die Orlando Magic, aufgrund der bunten Trade-Gerüchte um Star-Center Dwight Howard von vielen Experten bereits als kommendes Kanonenfutter gesehen, konnten in eigener Halle einen wichtigen Sieg gegen den Lokalrivalen, die Miami Heat, feiern. Beim 104:98-Sieg überragte Howard einmal mehr mit 24 Punkten und fantastischen 25 Rebounds. Matchwinner war aber Pointguard Jameer Nelson, der 12 seiner 25 Punkte im vierten Viertel sowie der Overtime erzielen konnte.

Fast noch wichtiger als der Sieg, der nach einem zwischenzeitlichen 14-Punkte-Rückstand kam, war die Tatsache, dass Howard sich nach dem Spiel gegenüber espn.com zumindest vorübergehend zu den Magic bekannte. "Ich wollte im Herbst getradet werden, ja. Aber jetzt sehe ich, dass wir hier dieses Jahr etwas Großes erreichen können. Wir spielen tollen Basketball, und wir träumen alle von einer Meisterschaft für Orlando. Natürlich muss der Club jetzt das Risiko eingehen [dass ich nach der Saison als Free Agent gehen kann], aber ich denke es könnte sich für sie lohnen."

Howard könnte bis zur Trade-Deadline am Donnerstag vom Team gegen andere Spieler getauscht werden. Würde Howard den Club im Sommer verlassen, würden die Magic dafür keinerlei Kompensation erhalten – ähnlich, wie es bereits bei Shaquille O'Neals Wechsel nach Los Angeles 1996 der Fall war.

Lakers zeigen alte Klasse in Memphis

Apropos Trade Deadline. Auch die Los Angeles Lakers haben in Pau Gasol einen Kandidaten in ihren Reihen, um den sich seit Wochen Trade-Gerüchte ranken. Hatte dies den Spanier in den letzten Wochen noch oft gehemmt, war er rechtzeitig zum Duell mit seinem Bruder, Marc Gasol, wieder in Form. Mit dem 116:11-Sieg nach Double Overtime bei den Memphis Grizzlies haben die Lakers einmal mehr untermauert, dass man das Team um Gasol, Kobe Bryant und Andrew Bynum nicht abschreiben sollte.

Der mittlerweile 33 Jahre alte Bryant, mit einem Schnitt von knapp 29 Punkten Topscorer der Liga, holte dabei 34 Punkte und neun Rebounds. In den Schatten gestellt wurde seine Leistung aber von Center Andrew Bynum, der gegen seinen Allstar-Kollegen Marc Gasol aufdrehte und mit 37 Punkten und 16 Rebounds Bestmarken setzte. Die Lakers, zu Saisonbeginn noch als Wackelkandidat für die Playoffs betrachtet, haben sich heimlich bis auf Platz drei der Western Conference hochgespielt und damit vor allem dem Trubel um den Lokalrivalen, den Clippers, einen leichten Dämpfer verpasst.

Bucks und Warriors traden Nummer-Eins-Picks

Den ersten größeren Trade hat es nun wohl auch gegeben. Gerüchten zu Folge haben sich die Golden State Warriors, am Abend noch 115:89-Sieger gegen die Sacramento Kings, mit den Milwaukee Bucks auf einen Tausch verständigt. So soll Monta Ellis, vor Tagen noch als Kandidat für einen Wechsel zu Howards Magic gehandelt, gemeinsam mit Ekpe Udoh und Kwame Brown in Zukunft für die Bucks auf Korbjagd gehen.

Im Tausch verlässt Center Andrew Bogut Milwaukee und heuert in Oakland an. Ebenfalls verlässt Stephen Jackson die Bucks und kehrt zu den Warriors zurück – den Ort, an dem er gemeinsam mit Baron Davis die erfolgreichste Zeit seiner Karriere verlebt hatte. Jackson hatte sich mit Coach Scott Skiles überworfen und wurde bereits seit Wochen anderen Teams angeboten. Sowohl Brown als auch Bogut waren einst die ersten Picks im Draft, konnten ihren Vorschusslorbeeren aber beide nie gerecht werden.

Vor allem die Fans in Oakland dürften sich über den neuen Center freuen. Bogut hatte bei den Bucks die Ultras eingeführt – etwa 80 Fans, die ihre Karten so lange vom Australier bezahlt kriegten, wie sie zu jedem Spiel kamen und dort für Stimmung in Form von Gesängen und Sprechchören sorgten. Beim ohnehin schon sehr begeisterungsfähigen Publikum der Warriors dürfte eine solche Maßnahme sicher auf große Begeisterung stoßen.

Oliver Stein

sportal.de / sportal

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