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Olympia 2012: Leipzig tritt gegen Madrid, Paris und London an

Leipzig ist der deutsche Kandidat für die Olympischen Spiele 2012. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) kürte die Messestadt im vierten Wahlgang. Leipzig setzte sich am Ende gegen Hamburg durch. Zuvor waren bereits Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf ausgeschieden.

Der Sport wählte politisch: Mit der Wahl von Leipzig als deutschen Kandidaten für die Olympischen Spiele 2012 und Rostock-Warnemünde als Segelrevier sorgte das Nationale Olympische Komitee (NOK) am Samstag in München für den sensationellen Ausgang eines dramatischen Abstimmungs-Spektakels. Mit Leipzig setzte sich die "Helden-Stadt" der Wiedervereinigung gegen den Favoriten Hamburg durch und wird nun in die internationale Konkurrenz um die Spiele in neun Jahren gehen.

81:51 Stimmen für Leipzig

"Irrsinn, es ist ein grandioser Tag für Deutschland, ein großer Tag für den deutschen Sport", jubelte Leipzig Bürgermeister Wolfgang Tiefensee als Vater des nicht für möglich gehaltenen Triumphes, der im vierten Durchgang mit 81:51 Stimmen sehr deutlich ausfiel. Mit Hamburg unterlag im Finale des Fünf-Städte-Kampfes die international chancenreichste deutsche Stadt, die auch von der NOK- Prüfungskommission die besten Noten erhalten hatte. Leipzig war in dieser Wertung die Nummer zwei.

Stuttgart schied zuerst aus

In vier Wahlgängen war zuerst Stuttgart, dann Frankfurt/Main und schließlich Düsseldorf in dem K.o.-Rennen um die absolute Mehrheit der Stimmen ausgeschieden. Bei der Abstimmung über den Austragungsort der Segelregatten wurde Kiel zum großen Verlierer im Wahlroulette. Rostock hatte sich gleich im ersten Durchgang mit der absoluten Mehrheit von 69 Stimmen (von 131) gegen die Mitbewerber Kiel, Cuxhaven, Lübeck und Stralsund durchgesetzt.

Vor der Abstimmung hatte Bürgermeister Tiefensee die NOK- Mitglieder gebeten, für ein zweites Wunder nach der Wiedervereinigung zu sorgen. Tatsächlich sammelte die sächsische Metropole nicht zuletzt wegen ihrer emotionalen und Sympathie erzeugenden Präsentation die wohl entscheidenden Punkte. Ausschlaggebend für den Sieg Leipzigs war nicht zuletzt die massive Unterstützung einer Reihe prominenter Politiker. So warb Altbundespräsident Richard von Weizsäcker vor den 73 NOK-Mitgliedern für die Messestadt mit ihrer großen Sporttradition.

Schröder steht hinter der Bewerbung

Bundeskanzler Gerhard Schröder, der gemeinsam mit NOK-Präsident Klaus Steinbach und Bundesinnenminister Otto Schily die Proklamation der Sieger vornahm, sagte: "Ich glaube, dass die beiden Städte zu Recht gewonnen haben. Ich bin mir sicher, dass auch das IOC von ihnen beeindruckt sein wird." Schröder sagte zu, dass die Bundesregierung tun werde, was sie kann, damit die Bewerbung ein Erfolg wird.

Leipzig im Rennen gegen New York und Madrid

Das deutsche NOK muss nun bis zum 15. Juli seine offizielle Bewerbung beim IOC einreichen. Leipzig sieht sich danach großer internationaler Konkurrenz gegenüber. Als Bewerber stehen bereits New York und Madrid fest. Das IOC rechnet noch mit rund einem halben Dutzend Bewerbungen, darunter Paris, London, Moskau, Budapest, Toronto und Rio de Janeiro. Im Juni des nächsten Jahres wählt die IOC-Exekutive fünf bis sechs Bewerber aus und erhebt sie zu offiziellen Kandidaten. Die IOC-Vollversammlung vergibt dann am 6. Juli 2005 in Singapur das nächste Olympia-Fest nach den Spielen in Athen 2004 und Peking 2008.

Deutschland bewirbt sich zum siebten Mal

Mit Leipzig bewirbt sich Deutschland zum siebten Mal um Sommerspiele. Berlin war für 1908, 1912 und 2000 gescheitert und hatte für die dem ersten Weltkrieg zum Opfer gefallenen Spiele 1916 sowie für 1936 den Zuschlag erhalten. München war 1972 Gastgeber für die Jugend der Welt.

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