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Radsport: Mark Cavendish gewinnt die Sprinter-Etappe in Chateauroux

Nur wenige Zentimeter und ein Mark Cavendish in Topform haben André Greipel den großen Coup bei der Tour de France verwehrt. Der gebürtige Rostocker musste sich auf der 7. Etappe als Dritter nur dem überragenden Cavendish und Altmeister Alessandro Petacchi geschlagen geben.

Nur wenige Zentimeter und ein Mark Cavendish in Topform haben André Greipel den großen Coup bei der Tour de France verwehrt. Der gebürtige Rostocker musste sich auf der 7. Etappe als Dritter nur dem überragenden Cavendish und Altmeister Alessandro Petacchi geschlagen geben. "Wenn man gewinnen will, muss man etwas riskieren", räumte Greipel nach 218 Kilometern von Le Mans nach Chateauroux ein. Der Omega-Profi hatte früh den Sprint des Hauptfeldes angezogen. "Vielleicht zu früh", räumte er ein.

Allerdings ließ der nun 17-fache Etappensieger Cavendish nicht an seiner derzeitigen Vormachtstellung rütteln. Perfekt in Szene gesetzt von den Teamkollegen - darunter Tony Martin - hatte er das bessere Ende für sich. "Ich bin sehr stolz auf diese unglaublichen Jungs. Das war eine spezielle Etappe für mich", sagte der 26-jährige Brite und erinnerte an seinen ersten Tour-Sieg vor drei Jahren an selber Stelle.

Greipel setzt ein Ausrufezeichen

"Wenn ich alle Etappen in diesem Jahr anschaue, dann ist das die gewesen, die ich unbedingt gewinnen wollte", ergänzte Cavendish, an dessen Hinterrad sich Petacchi fast nach ganz vorn gezogen hatte.

Greipel verpasste wie bislang mehrfach bei seiner Tour-Premiere den Erfolg, zeigte aber erstmals ein deutliches Ausrufezeichen im Sprint. Schon vor dem zweitlängsten Teilstück hatte sein Teamkollege Philippe Gilbert erklärt, nach den Querelen der vergangenen Tage für den Rostocker fahren zu wollen.

Der Auftakt-Etappensieger und Träger des Grünen Trikots wollte Greipel den Sprint anziehen - ganz gereicht hat es in Chateauroux für den Deutschen, den bislang sechsfachen Tagessieger von Giro d'Italia und Vuelta, dann aber nicht.

HTC gelingt die Revanche

In dem Städtchen hatte übrigens vor fast genau drei Jahren zum letzten Mal ein Deutscher das Gelbe Trikot übergestreift. Stefan Schumacher fuhr 2008 zwei Tage in Gelb - bei Nachkontrollen wurde der Nürtinger dann aber des Dopings mit CERA überführt.

Mit dem Etappensieg gelang HTC-Highroad indes die Revanche für die knappe Niederlage bei der vergangenen Etappe, als die US-Mannschaft in Person von Matthew Goss nach einer aufopferungsvollen Leistung im Finish noch abgefangen wurde. HTC-Teamchef Rolf Aldag übte nach dem Erfolg von Edvald Boasson Hagen leise Kritik an dessen Rennstall Sky, der auf der Jagd nach der Fluchtgruppe keine Arbeit im Feld verrichtet hätte.

Wiggins und Boonen mit dem Tour-Aus

Das 7. Teilstück forderte nach einem Massensturz ein prominentes Opfer: Sky-Kapitän und Dauphiné-Sieger Bradley Wiggins aus England kam knapp 40 Kilometer vor dem Ziel zu Fall. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wurde der Bahn-Olympiasieger von 2008 und Tour-Vierte von 2009 an der Schulter behandelt - ehe sein Aus feststand.

Bei der 5. Etappe war in Janez Brajkovic schon ein Top-Fahrer verletzt ausgeschieden. Diesmal erwischte es außerdem dessen RadioShack-Teamkollegen Christian Horner, der zwar ins Ziel kam, nach einem Unfall aber schwer gezeichnet war.

Auch für Ex-Weltmeister Tom Boonen endete das Tour-Abenteuer. Der Belgier, der sich vor zwei Tagen bei einem Sturz an Kopf und Schulter verletzt hatte, stieg noch vor der Hälfte der Etappe vom Rad und in den Begleitwagen. An den beiden Vortagen hatte sich der Profi vom Team Quick Step noch ins Ziel gequält. 2007 hatte Boonen das Grüne Trikot des Punktbesten erobert, ein Jahr später war er wegen einer Kokain-Affäre nicht zum Start zugelassen worden.

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