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Reit-WM: Die Königin der Amazonen

Sie ist der absolute Superstar der Reitsport-Szene: Die deutsche Dressur-Queen Isabell Werth hat sich bei der WM in Aachen vor der unglaublichen Kulisse von 45.000 Fans ihr zweites Gold gesichert.

Isabell Werth hat ihr grandioses Comeback am Freitag mit der zweiten Goldmedaille innerhalb von drei Tagen gekrönt. Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt musste zuletzt häufiger zuschauen und erlebte nun bei den Weltmeisterschaften in Aachen eine tolle Rückkehr. Für die 37-Jährige aus Rheinberg war es die zweite Goldmedaille in Aachen und bereits die dritte Doppel- Weltmeisterschaft. Auf die Plätze zwei und drei kamen Anky van Grunsven aus den Niederlanden mit Salinero und Andreas Helgstrand aus Dänemark mit Matine. In der Vielseitigkeit, bei der das deutsche Team nach dem zweiten Dressurtag die Führung übernommen hat, winkt eine weitere Medaille.

Drittes Gold rückt näher

Werth zeigte eine Gala-Vorstellung mit ihrem zwölfjährigen Wallach. "Ich habe gar nicht auf die anderen geachtet, sondern nur auf Satchmo", sagte die erfolgreichste Dressur-Reiterin. "Es hat alles geklappt."

"Er ist nicht immer einfach", beschrieb Werth ihr Pferd, das als Ersatz eingesetzt werden musste für den verletzten Warum nicht. "Er ist aber kein Zweitpferd, ich habe eine ganz besondere Beziehung zu ihm", sagte Werth. Mit 79,480 Prozentpunkten wurde ihre Vorstellung belohnt. Am Samstag kann sie in der Kür erste Dreifach-Weltmeisterin werden.

Capellmann auf Platz fünf

Der manchmal ungehorsame Satchmo hatte sie einige Male im Stich gelassen, obwohl sie mit ihm auch schon den Team-Titel bei den Europameisterschaften 2003 in Hickstead gewann. Werth: "Er hat schon für einige Schrecksekunden gesorgt." Nun hat sie mit dem schwierigen Pferd ihren insgesamt sechsten Doppel-Titel gewonnen nach 1994 und 1998.

Auf Platz fünf kam Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis. Enttäuschend verlief der Einzel-Wettbewerb für Heike Kemmer. Die 44- Jährige aus Winsen an der Aller hielt mit Bonaparte den Erwartungen nicht stand. Sie erhielt lediglich 73,200 Prozentpunkte und kam nur auf Rang sieben. Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln) kam mit Wansuala Suerte (71,040) auf Platz 13.

Springreiter Pessoa sagt Start ab

Beeindruckend war die Kulisse im Dressurstadion. Fast 45.000 Zuschauer schufen in einigen Momenten Fußball-Atmosphäre. Die meisten Probleme hatte damit offensichtlich Salinero. Der zwölfjährige Wallach hatte bereits am Mittwoch während der Teamentscheidung Unsicherheiten gezeigt und war nach der Siegerehrung nicht mehr zu halten. "Da habe ich uns allen einen gewaltigen Schrecken eingejagt", sagte Anky van Grunsven, "die Begeisterung und der Jubel waren einfach zu viel für Salinero."

Am Freitag war das Pferd aber wieder auf der Höhe und blieb ruhig. Nur beim abschließenden Halt zeigte Salinero sich widerspenstig und blieb nicht stehen. Insgesamt sind die Dressurreiter aber begeistert von den vielen Zuschauern. "So viele gab es noch nie bei der Dressur, das ist toll", sagte Isabell Werth.

Unterdessen hat Springreit-Olympiasieger Rodrigo Pessoa seinen Start bei den Weltmeisterschaften in Aachen wegen einer Verletzung seines Toppferdes Balouet du Rouet abgesagt. Der 17 Jahre alte Hengst habe eine Meniskusverletzung am rechten Hinterbein, teilte der Top-Favorit aus Brasilien am Freitag mit. Neben dem Gold-Gewinner von Athen fehlen in Aachen auch alle Teilnehmer des WM-Finales von Jerez de la Frontera, darunter Weltmeister Dermott Lennon (Irland

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