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Sieg in der Schweiz: "Ulle" fit für die Tour

Jan Ullrich ist knapp vierzehn Tage vor Start der Tour de France wieder in Top-Form: Bei der Schweizrundfahrt radelte er allen davon und sicherte sich zum zweiten Mal den Gesamtsieg..

Mit dem Gelben Trikot bei der Tour de Suisse hat sich Jan Ullrich auf Frankreich eingestimmt. 13 Tag vor dem Start der Tour de France am 1. Juli in Straßburg beendete der T-Mobile- Kapitän seine Generalprobe mit seinem zweiten Gesamtsieg in der Schweiz. Zwei Jahre nach seinem ersten Erfolg bei der Tour de Suisse gab das abschließende Zeitfahren den Ausschlag zu Gunsten Ullrichs. Der 32-Jährige, der so holprig in die Saison gestartet war, zeigte deutlichen Formanstieg und verwies Koldo Gil (Spanien) in der Endabrechnung mit 24 Sekunden auf den zweiten Rang. Jörg Jaksche aus Ansbach wurde Dritter mit 1:03 Minuten zurück.

Zweiter Toursieg

Ullrich holte sich nach seinem Sieg im Zeitfahren beim Giro d'Italia vor vier Wochen seinen zweiten Saisonerfolg und gewann am Sonntag in Bern den 30,7 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr mit 23 Sekunden Vorsprung vor seinem früheren Team-Kollegen Cadel Evans (Australien). Gil verlor 1:14 Minuten - das reichte für Ullrich, dem ein Wolkenbruch die Aufholjagd im Finale schwer und riskant machte. Vor dem Start hatte Ullrich auf Platz drei 50 Sekunden hinter Gil gelegen, dessen Landsmann Alberto Contador am Samstag die letzte Alpenetappe in Ambri als Solist gewonnen hatte.

Eine Sekunde Vorsprung

2004 hatte Ullrich im letzten Zeitfahren dem einheimischen Fabian Jeker 42 Sekunden abgenommen und die Rundfahrt mit einer Sekunde Vorsprung vor dem Schweizer gewonnen. Rang drei belegte Jörg Jaksche aus dem Skandalteam von Manolo Saiz. Der Ansbacher Radprofi und sein Kapitän Alexander Winokurow wissen wegen der laufenden Ermittlungen in der spanischen Doping-Affäre noch nicht, ob sie in der neuen Formation "Astana-Würth" zur Tour de France zugelassen werden.

Auch Pevenage ist überrascht

Jan Ullrichs unerwarteter Erfolg ist eine deutliche Warnung an die Konkurrenz. Allerdings "ein kleines bisschen fehlt noch. Aber er hat ja in der ersten Tour-Woche auch noch Gelegenheit, sich weiter zu steigern", sagte T-Mobile-Teamchef Rudy Pevenage – selber überrascht von dem derzeitigen Hoch seines Schützlings. Er habe nach der Knie-Reizung "nicht unbedingt" gerechnet hatte. Ab Montag gehe es wieder in die Schweiz, wo Ullrich wohnt. Bis zur Tour nach Straßburg am 28. Juni, sagte Pevenage am Sonntag.

Auf einen Start bei den deutschen Meisterschaften am 25. Juni in Klingenthal in Sachsen wird der T-Mobile-Kapitän wohl verzichten. "Die Anreise wäre sehr lang", deutete er am Sonntag einen Verzicht an. " Jan wird entscheiden, ob er startet", sagte Pevenage. Auch im Vorjahr hatte Ullrich den Titelkämpfen in Mannheim den Rücken gekehrt.

Tourkader mit Spannung erwartet

Anfang der kommenden Woche will T-Mobile seinen neunköpfigen Tourkader bekannt geben. Nach seinem Etappensieg und seiner Führung bei der Asturien-Rundfahrt kann sich auch wieder Oscar Sevilla Hoffnungen machen. Dass es eine "politische" Entscheidung gegen den Spanier geben könnte, dessen Name in der spanischen Doping-Affäre genannt wurde, ist laut T-Mobile-Teamsprecher Luuc Eisenga nicht möglich: "Es fahren die besten Neun. Sevilla hat uns wie alle anderen schriftlich erklärt, dass er mit dem umstritten Arzt Fuentes nichts zu tun hat."

Der bei der Tour de Suisse sehr stark auftrumpfende T-Mobile- Neuling Linus Gerdemann (Münster/5.) hat dagegen kaum Chancen auf eine Tour-Nominierung. "Erstens war er von vornherein nicht für Frankreich vorgesehen, zweitens war die Tour de Suisse sein vorläufiger Saisonhöhepunkt, außerdem wollen wir ihn vorsichtig aufbauen", sagte Eisenga.

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