HOME

Tennis: Djokovic verletzt, Streik ein Thema

Rafael Nadal, Novak Djokovic und Co. machten schon bei den verregneten US Open aus ihrem Frust über die Organisation des Turniers und die Terminhatz Luft, inzwischen weitet sich dieses Thema immer mehr aus. Andy Murray nahm sogar das Wort Streik in den Mund. Djokovic fällt derweil verletzungsbedingt aus.

Novak Djokovic muss aufgrund einer Verletzung mindestens einen Monat pausieren. So tragisch diese Tatsache für den Serben ist, so gut passt der Ausfall des Weltranglisten-Ersten zu dem Thema, das die Tennisstars derzeit in Rage versetzt. Sie lehnen sich immer energischer gegen den vollgestopften Termin-Kalender auf – Andy Murray sprach sogar schon von Streik.

Djokovic riss sich einen Muskel zwischen den Rippen und musste deswegen am vergangenen Sonntag unter Schmerzen beim Davis Cup-Aus gegen Argentinien aufgeben. "Ich will nicht die weitere Verschlimmerung der Verletzung riskieren. Ehrlich gesagt habe ich bisher noch nie eine solche Verletzung gehabt", sagte er nach Angaben der Belgrader Zeitung Blic.

Es war im 67. Match des Jahres erst seine dritte Niederlage, aber die zweite wegen einer Blessur. Rafael Nadal bestritt schon 72 Partien, Roger Federer 61, Andy Murray mit 52 noch die wenigsten des Top-Quartetts. Alle sind für das Masters im November in London qualifiziert, für Nadal kommt noch das Davis-Cup-Finale mit Spanien vom 2. bis 4. Dezember infrage - ein Mammutprogramm für die ungewohnt aufmüpfigen Stars.

Streik ist eine Möglichkeit 

Ein Streik ist aus Murrays Sicht absolut denkbar. "Es ist eine Möglichkeit. Ich weiß aus Gesprächen mit einigen Spielern, dass sie davor keine Angst haben", sagte der Weltranglisten-Vierte der BBC. Darüber solle beim nächsten Treffen des Spielerrates in China gesprochen werden, wo vom 9. Oktober an in Shanghai das nächste Masters-Turnier stattfindet.

Dann sollen Vorschläge an die Herren-Profi-Organisation ATP und den Internationalen Tennis-Verband (ITF) ergehen. "Wir möchten, dass sich ein paar kleine Sachen ändern. Zwei, drei Wochen im Jahr, ein paar Turniere weniger. Ich denke nicht, dass das unvernünftig ist", sagte Murray.

Erst am vorigen Wochenende hatte ITF-Präsident Francesco Ricci Bitti jedoch Kritik von Nadal zurückgewiesen. Der Spanier klagte, dass er nur vier Tage nach dem verspäteten Montags-Finale bei den US Open wieder beim Davis Cup-Halbfinale gegen Frankreich gefordert war. Nadal habe das Recht müde zu sein, meinte Ricci Bitti zwar, verwies aber darauf, der Weltranglisten-Zweite sei in den vergangenen beiden Jahren nur dreimal im Davis Cup angetreten.

Nadal schimpft über die Funktionäre 

Immer mehr Stars hatten sich Pausen vom Mannschafts-Wettbewerb gegönnt, weil dort Viertel- und Halbfinale jeweils im Anschluss an die Grand Slam-Turniere von Wimbledon und New York ausgetragen werden. Nadal schimpfte in Richtung der Funktionäre: "Sie müssen sich ja nicht anstrengen. Sie sind in einer bequemen Lage." Nadal ist Vizepräsident des Spielerrates, Chef ist Roger Federer. Der war nach seinem Halbfinal-Aus von den US Open direkt zum Davis Cup-Aufstiegsspiel der Schweizer nach Australien geflogen. Dort plagte ihn ein Muskelkater.

Schlimmer ergeht es Djokovic. Dem serbischen Davis Cup-Teamarzt Zdenko Milinkovic zufolge brachte er seine Blessur schon aus Amerika mit. Djokovic trat deswegen erst am Schlusstag zum Davis Cup an, sank nach einer verschlagenen Vorhand gegen Juan Martin del Potro aber mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. Kleiner Trost: Sein Status als Nummer eins ist vorerst nicht gefährdet.

sportal.de / sportal

Wissenscommunity