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WM-Qualifikation: Klose fit für Aserbaidschan

Erleichterung beim DFB: Der zuletzt angeschlagene Stürmer Miroslav Klose ist beim WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan im Kader und hofft auf einen Einsatz. Bundestrainer Joachim Löw redet seiner Mannschaft vor der Partie in Baku ins Gewissen.

Joachim Löw konnte vor dem Abflug nach Baku erst einmal durchatmen: Nach einem erfolgreichen Belastungstest beim Training am Vorabend zählte auch Miroslav Klose am Montagmorgen zum 19-köpfigen Nationalteam-Kader, mit dem der Bundestrainer zum WM-Qualifikationsspiel nach Aserbaidschan aufbrach.

Der an einer Knochenhautentzündung laborierende Angreifer des FC Bayern München steht damit am Mittwoch (18.00 Uhr/ARD) in Baku wohl zur Verfügung, was Löws Sturm-Sorgen nach der Absage des Kölners Lukas Podolski (Oberschenkelblessur) deutlich verringerte. "Bei Klose sieht es gut aus. Er ist dabei und wird am Abend in Baku trainieren", sagte Löw vor dem Abflug. "Wir hoffen und wollen alle, dass er spielt." Der Leverkusener Stefan Kießling musste nicht nachnominiert werden. Michael Ballack stieß erst kurz vor dem Abflug mit der ersten Maschine aus London kommend zum Team, nachdem der Kapitän ursprünglich noch direkt nach dem 4:1-Sieg im Elfmeterschießen mit dem FC Chelsea gegen Manchester United am Sonntagabend im englischen Supercup-Finale anreisen sollte. Dieses Vorhaben sei ohne Ballacks Verschulden gescheitert, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit.

Noch vor dem viereinhalbstündigen Flug in die Kaukasus-Republik machte Löw seinen Akteuren klar, dass er keinen Schlendrian beim Start in die WM-Saison dulden wird. Er verlangt volle Konzentration auf das Duell mit dem von Ex-Bundestrainer Berti Vogts betreuten Tabellenvorletzten, um als Spitzenreiter vor Russland Kurs auf die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zu halten: "Es hat so etwas von einem Pokalspiel, Bundesliga gegen eine Mannschaft eine Klasse tiefer", sagte Löw zur Einordnung der Partie und mahnte: "Wenn man glaubt, dass man mit 90 Prozent auch erfolgreich sein kann, kann das verhängnisvolle Folgen haben."

Die Spieler kennen Vogts, aber sonst ist Aserbaidschan eine Reise ins Ungewisse. "Über die Mannschaft wissen wir noch nicht viel - den Trainer kennen wir schon", äußerte Stuttgarts Thomas Hitzlsperger. "Die Pflicht ist, drei Punkte zu holen", betonte Torhüter Robert Enke, "die Aufgabe wird sicherlich nicht einfach und dankbar". Im Vierkampf mit dem Bremer Tim Wiese sowie den dieses Mal nicht nominierten Manuel Neuer (Schalke) und René Adler (Bayer Leverkusen) um die deutsche Nummer 1 will der Hannoveraner weiter für sich werben. "Wenn man spielt, will man diesen Status so lange wie möglich beibehalten", sagte Enke. "Wenn wir den Leistungsstand der letzten sechs Monate nehmen, hat Robert Enke drei der letzten fünf Spiele gemacht und eigentlich auch überzeugend gespielt", erklärte Löw.

DPA

Nach dem Wirbel um die Nichtnominierung des Bremer Routiniers Torsten Frings steht Hitzlsperger in Baku als Ballacks Partner im zentralen Mittelfeld besonders im Fokus. "Ich habe Torsten (Frings) gesagt, dass Hitzlsperger im Moment für mich der Stärkere auf dieser Position Nummer 6 ist", begründete Löw nochmals seine Entscheidung. Hitzlsperger will das Vertrauen unbedingt rechtfertigen und die erkämpfte Position behaupten. "Das ist eine Momentaufnahme. Ich werde weiter daran arbeiten, dass es so bleibt."

Klaus Bergmann und Christian Kunz/DPA

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