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TV Kritik

"Die Höhle der Löwen": Oma-Kuchen und Spezial-Fritten bringen Löwen auf den Geschmack

Hungrig ging niemand aus dieser Folge von "Die Höhle der Löwen" hinaus: Zwei Food-Startups sahnen richtig ab. Ein sehr von sich überzeugter Gründer spaltet hingegen die Investoren.

Von Simone Deckner

"Die Höhle der Löwen": Kuchentratsch: Was hinter dem Geschäftsmodell des Münchner Start-ups steckt

Menschen. Manchmal sind sie ein Rätsel. Oft nicht. "Kaum bringst du Kuchen, drehen alle durch", sagt Frank Thelen. Umso mehr, wenn der Kuchen nach Omas Rezept gebacken ist. Wie bei "Kuchentratsch". Senioren wie Oma Anni und Opa Norbert backen ihn "mit viel Liebe" und die jungen Gründerinnen Katharina Meyer und Anna Bründermann vertreiben ihn. Bisher hauptsächlich an Cafés im Raum München, nun soll der Onlinehandel angekurbelt werden.

Erst einmal werden aber die Löwen bedient: Judith Williams und Ralf Dümmel tun sich dabei besonders hervor: "Hhm, wunderbar", sagt Williams mit halbvollem Mund. Die Teleshopping-Expertin beweist in Sachen Nachspeise ungeahnte Nehmerqualitäten. Ralf Dümmel, von Futterneid geplagt: "Ich habe Angst, dass Judith alles alleine isst."

Auch Carsten Maschmeyer ist auf Geschmack gekommen. Vor allem die "Lebensfreude" der Gründerinnen und deren soziales Engagement hebt er hervor. Fünf Tage sollen die Oma-Kuchen frisch bleiben, versprechen diese. Maschmeyer hat da schon längst angebissen – des relativ hohen Preises (Kuchenpreis 39,90 Euro) zum Trotz: "Das war das teuerste Stück Kuchen meines Lebens", so der Löwe, aber die Begeisterung über die Gründerinnen ist ihm mehr Wert. Da er ohnehin gerade auf der großzügigen Schiene ist, lädt er die ebenfalls interessierte Dagmar Wöhrl ein, mit einzusteigen. Am Ende haben die Gründerinnen ihre erhofften 100.000 Euro für zehn Prozent abgesahnt.

Kleines Geschmäckle: die "berührende Idee" (Frank Thelen) mit dem Oma-Kuchen ist nicht wirklich neu: In Österreich hatten Studenten schon 2012 die Idee, mit Omas Kuchenrezepten Menschen zu verbinden: Seit 2015 gibt es in Wien die "Vollpension", ein Generationen-Kaffeehaus als Social Business, dass sich großer Beliebtheit erfreut.

Viel Liebe für neue Fritten

Auch bei den "Pommes 2.0" namens "Frittenlove" beissen die Löwen an: Ex-Sternekoch Jens Wolter lässt die Löwen seine drei Eigenkreationen kosten: Fritten aus Kichererbsen, Rösti-Fritten und Schwarze Trüffel-Fritten. Für seine Geschäftsidee hat er sogar sein Restaurantkarierre aufgegeben. Ralf Dümmel outet sich direkt als Pommes-Fan ("Am liebsten esse ich Pommes rot-weiß.") Frank Thelen bekennt, er habe sich "früher von Falafel-Sandwiches ernährt". Irgendwie beruhigend.

Der Pitch von Jens und seiner Frau und Geschäftspartnerin Ina kommt bei allen gut an, nur über den Geschmack der Fritten gibt es Uneinigkeit. "Muss das so verkohlt aussehen?" fragt Carsten Maschmeyer und hält einen Trüffel-Pommes mit ausgestrecktem Zeigefinger in der Hand. Am Ende können die Wolters zwischen drei Angeboten wählen, alle drei höher als die gewünschten 60.000 Euro für zehn Prozent. Das Paar entscheidet sich für Frank Thelen. Der freut sich: "Megastark!" Das finden auch die sympathisch-bodenständigen Gründer.

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"Die Höhle der Löwen": Mario will alles abdecken

Weitaus großspuriger hingegen der Auftritt des Mannes, der seinen "Abdeckblitz" präsentiert. Nicht weniger als "das innovativste Produkt der Zukunft" habe er erfunden, so Maler und Lackierer Mario Ballheimer. Sein Produkt erleichtere das lästige Abkleben beim Renovieren: "Das sind vier Produkte in einem."

Auf Dagmar Wöhrls Einwand, sie habe "genau das gleiche Produkt" schon vor einem Jahr gekauft, bügelt der Gründer sie mehrfach ab. Könne nicht sein. Bestimmt nicht. Der "Abeckblitz" sei einzigartig. Carsten Maschmeyer, leicht pikiert: "Ich habe das Gefühl, sie wollen immer das letzte Wort haben, deshalb bin ich raus." Dagmar Wöhrl, wenig verwunderlich, tut es ihm gleich. "Viel Erfolg, aber sie werden ihn dann leider ohne mich haben."

Alles aus also für den "Abdeckblitz"? Nein: "Ich tu mich mit ihnen nicht schwer", sagt Georg Kofler. Dafür will er statt zehn aber auch 25 Prozent haben, wenn er 100.000 Euro investiert. "Ich hätte Bock", grätscht ihm jedoch Ralf Dümmel in die Parade. "Ich will das überall hinbringen, wo Leute sind." Diese Allround-Argumentation und "das Bauchgefühl" des Gründers geben dann den Ausschlag. Dümmel macht den Deal. Der Gründer, beseelt: "Das ist wie, wenn du in Frankfurt mit der Eintracht deutscher Meister wirst!"

Zwei Startups gehen leer aus

Kein Siegerjubel gibt es hingegen bei den Gründerinnen von "Kaierschlüpfer". Ihre eigens angefertigten Unterhosen für Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten, fallen bei den Löwen durch. "Ganz ehrlich, wenn ich damit vor meinem Mann stehe, fasst der mich nie wieder an", bemängelt Judith Williams das Design der Spezial-Schlüppis. Da hilft es auch nichts, dass die Gründerinnen weitere Slips, etwa für Frauen mit Regelschmerzen, im Angebot haben.

Auch die beiden Gründer von "Privalino" gehen leer aus. Dabei zollen alle Löwen ihrer Idee, Kinder vor sexueller Belästigung im Netz (dem so genannten Cyber Grooming) zu schützen, hohen Respekt. Doch das das durch eine eigene Messenger-App für Kinder von sechs bis zehn Jahren geschehen soll, erscheint ihnen zu wenig durchdacht. App-Experte Frank Thelen: "Ihr müsst eure Technologie in andere, weit verbreitete Messenger-Apps integrieren, das wäre der richtige Ansatz."

Als die Gründer dann noch von ihrer "Vision eines eigenen Privalino-Telefons" erzählen, ist Thelen komplett raus. "Das hat der Amazon-Gründer mit seinem Firephone nicht geschafft. Mark Zuckerberg hat auch noch kein eigenes Telefon herausgebracht, aus gutem Grund. Ihr habt keine Chance", sagt er. Harte Worte, aber die Gründer nehmen sie relativ gefasst auf. Womöglich gab es im Backstagebereich noch Fritten und Oma-Kuchen zum Trost.

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