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TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": Seine Babyidee kostete ihn ein Vermögen: Welches Risiko dürfen Gründer eingehen?

Für die Entwicklung eines Schnullerspenders stürzte sich ein Gründer tief in die Schulden. Da stellen selbst die Löwen die Frage: Wie viel Risiko ist zu viel? Außerdem: Judith Williams und Dagmar Wöhrl stechen endlich mal die Männer aus.

Binky-Box-Gründer Sebastian Stahl präsentiert seinen Schnullerspender in der "Höhle der Löwen"

Binky-Box-Gründer Sebastian Stahl präsentiert seinen Schnullerspender in der "Höhle der Löwen"

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Mutige Macher, die Probleme lösen, Widerstände überwinden und an ihre Idee glauben. Das sind die Gründerpersönlichkeiten, die die Investoren in der "Höhle der Löwen" suchen. Aber wie viel Mut ist zu viel des Guten? Das fragen sich die Löwen beim Auftritt von Binky-Box-Gründer Sebastian Stahl, der einen Schnullerspender für Babybetten entwickelt hat. Der Apparat ist so konstruiert, dass sich schon acht Monate alte Kinder nachts im Halbschlaf selbst einen Schnuller ziehen können - und die Nachtruhe der Eltern nicht mehr durch ständige Schnullersuche unterbrochen wird.

Eine originelle Idee, doch die hat ihren Preis: 250.000 Euro hat der zweifache Familienvater in die Entwicklung, Zertifizierung und Patentierung der Binky Box gesteckt. Die Hälfte des Geldes stammt aus eigenem Kapital, die andere Hälfte kommt als Kredit von der Bank. Doch verkauft hat sich die Binky Box bislang erst eine Handvoll Mal. Da muss selbst der wagemutigste Löwe kurz schlucken. "Du bist sehr weit ins Risiko gegangen", sagt Frank Thelen. Die Marktchancen für die Schnullerbox schätzen die Löwen als schwierig ein, einsteigen will keiner.

Mehr Glück haben Michael Gebhardt und Erik Renk, die Gründer von Keimster. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein Hygieneprodukt, sondern um gekeimte Körner für die gesunde Ernährung. Denn: Getreide, das in Wasser aufkeimt, gibt ein gesunderes Müsli als herkömmliche Haferflocken. Der Auftritt verläuft etwas kurios: Nachdem die Gründer zunächst reichlich Kritik einstecken müssen, keimt am Ende doch noch Hoffnung auf. Sowohl Dagmar Wöhrl als auch Ralf Dümmel wollen 300.000 Euro investieren und 30 Prozent der Firma übernehmen. Das Keimster-Duo entscheidet sich für Dümmel.

Frauenpower sticht Dümmel aus

Aber auch Dealmaker Ralf Dümmel gewinnt nicht immer – und lässt sich von den weiblichen Löwen im Rudel zwei Deals wegschnappen, die er auch gerne selbst gemacht hätte. Dagmar Wöhrl sticht Dümmel sowie Georg Kofler im Dreikampf um die Zuckeralternative De Cana Panela aus. Gründerin Anna Elisabeth Segovia hat den unraffinierten - und dadurch gesünderen - Zucker aus Kolumbien, der Heimat ihrer Eltern, mitgebracht. Ihr Mann rät ihr als Telefonjoker tendenziell zum Deal mit Kofler oder Dümmel, doch die Gründerin lässt sich von Dagmar Wöhrls Bewerbungsrede mitreißen und macht den Deal von Frau zu Frau.

Auch das Gründerduo von Elixr gibt den Männern das Nachsehen, diesmal zu Gunsten von Judith Williams. Die Beauty-Queen setzt sich dabei sogar gegen ein gemeinsames Angebot von Dümmel und Carsten Maschmeyer durch - aber schließlich ist sie auch die Einzige, die vorher schon mal was vom Thema Ölziehen gehört hat. Bei Elixr handelt es sich nämlich um Öle, die im Mund geschwenkt und anschließend wieder ausgespuckt werden. Das soll nach altem ayurvedischem Verständnis die Mundhygiene verbessern, das Immunsystem stärken und auch noch schöner machen.

Gründerin Jenny Rathgeber hat in die Gründung der Firma neben 70.000 Euro ihre Elternzeit investiert und ihr Mann Philipp sogar eine BWL-Professur an der Fachhochschule aufgegeben, um hauptamtlich das Ölkur-Business voranzubringen. Dieses berufliche Risiko scheint sich auszuzahlen, denn mit Judith Williams hat das Paar nun die wohl bekannteste Verkäuferin von Beautyprodukten in Deutschland im Team.

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