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F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wie ich durch ein Start-up den Koch in mir entdeckte

Als Frank Behrendt seine Frau kennenlernte, überraschte er sie mit einem Abendessen: Es gab aufgebackene "Bistro Baguette Hawaii" von Dr. Oetker. Abgeschreckt hat das seine spätere Gattin nicht, in der Küche hat er seit der Hochzeit allerdings selten agiert. Das wird sich jetzt ändern.

Einsatz am Herd: Frank Behrendt mit Foodboom-Gründer Sebastian Heinz

Einsatz am Herd: Frank Behrendt mit Foodboom-Gründer Sebastian Heinz

Kürzlich rief mich mein geschätzter Kommunikations-Kollege Sachar Klein an und fragte, ob ich Lust hätte in einer Koch-Show unter dem Titel "Digital Kitchen" mitzumachen. Meine Antwort kam schnell und ehrlich: "Ich bin natürlich der Traum-Gast, weil ich überhaupt nicht kochen kann." Eingeladen wurde ich trotzdem, oder gerade deshalb. Denn beim smarten Hamburger Start-up "Foodboom" geht es nicht um aufwendige Spitzenküche, sondern junges unkompliziertes Kochen.

Als ich das Studio in der abgefahrenen Location betrat, war ich direkt inspiriert. Es sah aus, wie in einem New Yorker Küchenloft, lauter wuselige nette Leute waren am Start und es duftete nach Köstlichkeiten aus aller Welt. Noch nicht einmal drei Jahre ist Foodboom jetzt am Markt aktiv und trotzdem schon eine relevante Größe als erfolgreicher Food-Publisher. Über alle Kanäle erreichen die beiden Gründer Sebastian Heinz und Hannes Arendholz mit ihrem Team über acht Millionen Menschen pro Woche - allein in Deutschland. Zahlreiche weitere Koch-Fans schauen den ambitionierten Machern inzwischen auch aus Polen und dem englischsprachigen Raum interessiert in die Töpfe. Und der kulinarische Siegeszug wird garantiert weitergehen. "Foodboom ist auf Augenhöhe mit der Zielgruppe der 20-39-jährigen Food Lover", steht in einer Beschreibung des Geschäftsmodells.Auch wenn ich geringfügig außerhalb dieser Range surfe, fühle ich mich als im Kopf und Herzen jung gebliebener Genussmensch angesprochen. Die coole Truppe macht Laune, inspiriert, überrascht und unterhält. Ihre Rezept-Videos gibt es via Social Media bei Facebook, Google+, Instagram und Pinterest. Da auch gut gemachte Print-Titel immer noch funktionieren, rundet ein lässiges Magazin das Angebot ab. Was mich als den "Lafer der Mikrowelle" - wie mich ein Freund mal spöttisch aufgrund meiner langjährigen Non-Performance am heimischen Herd bezeichnete - besonders begeisterte: Die Rezepte sind allesamt einfach und schnell zu kochen, selbst die etwas komplexeren.Und so war ich im Studio am Ende über mich selbst überrascht, wie ich an der Seite von Foodboom-Impressario Sebastian Heinz, der den Hang zur Gastronomie schon durch seine Eltern in die Wiege gelegt bekam, etwas ausgesprochen Schmackhaftes zustande brachte. Die Bandnudeln mit Zitronen-Lachs-Soße und Spinat haben wir nach getaner Arbeit gemeinsam gegessen und sehr genossen. Weil mir das Ganze so viel Spaß gemacht hat, werde ich jetzt auch zu Hause mal öfter was Richtiges kochen. Nur mein Sohnemann ist da noch etwas kritisch: "Papa, mit deinen Spiegeleiern hast du neulich fast die ganze Küche abgefackelt." 

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