Frisch aufgelegt

18. Februar 2013, 21:47 Uhr

Volvo wagt im Sommer den Rundumschlag. Nach dem neuen V40 wird nahezu die gesamte Modellpalette aufgefrischt.

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Normalerweise weht bei Autoherstellern ein anderer Wind. Scheibchenweise und Schritt für Schritt wird Modell für Modell separat überarbeitet, um die Kunden bei Laune zu halten. Volvo, mittlerweile im Besitz des chinesischen Geely-Konzerns geht dieses Mal einen anderen Weg. Zeitgleich wird die gesamte Modellpalette überarbeitet. "Wir haben damit das jüngste Modellprogramm, das es je bei Volvo gab", erklärt Volvo-Chef Hakan Samuelsson, "abgesehen vom XC 90 ist damit kein Volvo-Modell ab Mai älter als ein Jahr." Die schwedische Marke mit dem chinesischen Eigner befindet sich derzeit im Wandel. Die Modellreihen S60 / V60 / XC60, V70 / XC70 und S80, die im Frühjahr überarbeitet werden, machen mit rund 300.000 Fahrzeugen den Großteil der Modellpalette aus.

Im vergangenen Jahr kam Volvo unter Druck und konnte nur knapp 420.000 Fahrzeuge absetzen. Dabei will man die Zahl der Volvo-Modelle in den nächsten Jahren auf mehr als 800.000 Fahrzeuge verdoppeln. Das soll insbesondere der chinesische Heimatmarkt mit 200.000 Volvo-Zulassungen pro Jahr ermöglichen, wo drei neue Produktionsstätten für Fahrzeuge und Komponenten errichtet werden. Das erste Werk mit einer maximalen Auslastung von 125.000 Fahrzeugen eröffnet in diesem Sommer in Shengdou. Wichtiger denn je soll eine neue Plattform (SPA - Scalable Product Achitecture) sein, deren erstes Fahrzeug der nächste Volvo XC90 ist. Weitere Modelle zwischen S60 und XC 90 mit Front- und Allradantrieb sowie Handschaltung und Achtgang-Automatik werden folgen. "Die neue Plattform lässt uns alle Möglichkeiten", unterstreicht Peter Mertens, bei Volvo verantwortlich für die Entwicklungen, "zwischen dem neuen S60 und dem XC90 / S80 laufen alle Modelle auf dieser Plattform." Sie kann breit variiert werden. Verschiedene Radstände, Überhänge, Spurweiten und Karosserieformen - nahezu alles scheint zwischen Mittel- und Luxusklasse möglich.

Zeitgleich gibt es zuvor die Modellpflege für alle Modelle außerhalb des Volvo XC90, der Anfang 2015 ein neues Volvo-Zeitalter einläuten soll. Er kommt mit Allradantrieb, als Benziner, Diesel und als Plug-In-Hybrid mit bis zu 400 PS. Im Gegensatz zu kompletten Konkurrenz muss er ebenso wie alle anderen Volvo-Modelle mit vier Zylindern und zwei Litern Hubraum auskommen. Mehr gibt es bei Volvo künftig nicht mehr.

Da heißt es schnell zugreifen, denn die überarbeiteten Volvo-Modelle, die ab Ende Juni im Handel stehen, bieten nach wie vor bekannte Fünf- und Sechszylinder. Optisch gibt es für alle Volvos abseits von V40 und XC90 leichte Überarbeitungen an Front und Heck, frische Details, sowie sparsamere Triebwerke und aufgewertete Innenräume, die mehr Komfort bieten. Neben verschiedenen neuen Assistenz- und Sicherheitssystemen ist Volvo besonders stolz auf das neue Connectivity-Angebot. Zusätzlich zu verschiedenen praktischen Apps gibt es Sprach- und Touch-Screen-Bedienung sowie einen Webzugang, mit dem sich unter anderem zehntausende weltweiter Radiostationen abrufen lassen. Echtzeit-Verkehrslage und ein lokaler Reiseführer? Die Modelle der drei Baureihen 60, 70 und 80 haben das allesamt im Angebot.

Deutlich Verkaufssteigerungen erwartet man Volvo durch die umfangreichen Pflegemaßnahmen und das Anfassen von mehr als 2.000 Teilen jedoch nicht. Die anhaltende Schwäche des europäischen Marktes könne allenfalls durch leichte Zuwächse in China und den USA aufgefangen werden, heißt es bei Volvo. Viel Arbeit, ehe man die avisierten 800.000 Fahrzeuge erreicht hat. Doch der nächste Schritt ist gemacht.

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