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8. Oktober 2010, 20:15 Uhr

Roboterauto "Leonie" rollt durch Braunschweig

Zum ersten Mal hat ein vollautomatisch gesteuertes Fahrzeug eine Strecke im realen Straßenverkehr zurückgelegt. Ohne Fahrer und wie von Geisterhand gelenkt, fuhr das Forschungsauto "Leonie" sicher auf einer zweispurigen Straße.

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"Leonie" erkennt und analysiert den Verkehr und bringt sich selbst zum Ziel© Dominique Leppin/DPA

Auf dem dichtbefahrenen Stadtring von Braunschweig sollte "Leonie", ein umgebauter VW Passat, seine Qualitäten beweisen. "Das ist etwas ganz anderes als auf den abgesperrten Versuchsgeländen, wo solche Tests bislang stattfanden", erklärte Markus Maurer, der Leiter des Instituts für Reglungstechnik an der Technischen Universität Braunschweig. Die Hochschule und ihr Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik haben das Projekt "Stadtpilot" entwickelt, zu dem auch "Leonie" gehört.

Äußerlich fällt das Versuchsauto vor allem durch einen auf dem Dach montierten Laserscanner auf. Er sieht der Kamera des umstrittenen Internet-Portals Google Street View nicht unähnlich und übermittelt Daten über Abstand und Bewegungen anderer Fahrzeuge sowie möglicher Hindernisse in Echtzeit an die Bordelektronik. Dadurch kann Leonie ihr Tempo blitzschnell an die jeweilige Verkehrssituation anpassen.

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Zur Not kann ein Fahrer eingreifen© Dominique Leppin/DPA

Noch nicht reif für die Serie

Ganz ohne Führer gehe es aber noch längst nicht, erläuterte Projektleiter Jörn Marten Wille: "Wir können noch nicht mit den Ampeln kommunizieren. Ob sie gerade Rot oder Grün anzeigen, müssen wir noch per Knopfdruck eingeben." Abrupte Fahrspurwechsel seien ebenfalls Zukunftsmusik. Das gelte auch für knifflige Wendemanöver. Außerdem müsse der Fahrer jederzeit eingreifen können, falls "Leonie" mit der Situation überfordert sei.

Vorläufig geht es den Wissenschaftlern ohnehin nicht darum, vollautomatisierte Autos schnell zur Serienreife zu bringen. "Die Tests sollen zeigen, welche Komponenten die Fahrer in kritischen Situationen unterstützen können", sagte Institutsleiter Maurer. Dieser Aspekt erhalte bei Neukonstruktionen einen immer höheren Stellenwert: "Bislang haben wir die Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen immer massiver und damit schwerer gemacht. Künftig benötigen wir leichtere Modelle, um den Treibstoffverbrauch zu senken. Da muss die Sicherheit dann eben durch andere Technologien gewährleistet werden." An Fahrzeuge, die im Verkehr völlig auf menschliche Insassen verzichten können, glauben die Forscher nicht. "Wenn es darum geht, in einer Verkehrssituation spontan und intuitiv richtig zu entscheiden, bleiben wir Menschen vermutlich unübertroffen", ist Professor Maurer überzeugt.

Willi Kramer/DPA
 
 
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