Zeitbombe Zucker

Therapie

Sie sollten alles Mögliche dafür tun, den Blutzuckerwert zu senken. Welche Art der Behandlung Ihnen der Arzt vorschlägt, hängt von Ihren persönlichen Besonderheiten ab. Wenn Sie etwa übergewichtig sind und generell wenig Sport treiben, heißt die Devise: zuckerhaltige Nahrungsmittel meiden, abnehmen und mehr bewegen. Beides lässt den Blutzuckerspiegel sinken. Möglicherweise genügt das schon und Sie brauchen weder Tabletten noch Spritzen.

Zeigt Ihr Ernährungs- und Sportprogramm keinen Erfolg, wird der Arzt Ihnen Medikamente verschreiben. Tabletten kommen jedoch nur dann infrage, wenn Ihr Körper noch selbst Insulin produziert. Es gibt verschiedene Tabletten mit unterschiedlichen Wirkstoffen; sie setzen an jeweils anderen Punkten im Körper an. Sulfonyl-Harnstoffe wie Glibenclamid oder Glimepirid etwa regen die Bauchspeicheldrüse dazu an, mehr Insulin freizusetzen. Der Wirkstoff Metformin hingegen unterstützt das Hormon Insulin bei seiner Arbeit.

Ob Tabletten bei Ihnen reichen, können Sie selbst mithilfe eines Urintests überprüfen. Zeigt der Teststreifen Zucker im Urin an, ist Ihr Blutzuckerwert zu hoch. Dann war die letzte Mahlzeit zu üppig oder Ihr Medikament reicht nicht aus. Eventuell wird Ihnen der Arzt dann zu einer höheren Dosis raten oder zu einer ganz anderen Therapie.

Endstation Insulin? Nein!

Wenn Tabletten den Blutzuckerwert nicht ausreichend senken können, müssen Sie sich an den Gedanken gewöhnen, Insulin zu spritzen. Das gilt auch, wenn Ihre Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion bereits eingestellt hat. Die Palette ist groß: Es gibt natürliche und synthetische, rasch wirkende und lang anhaltende Insuline. Manche Zuckerkranke müssen nur zu den Mahlzeiten spritzen, andere setzen sich die Injektion regelmäßig morgens und abends. Andere wiederum spritzen Insulin und nehmen zusätzlich Tabletten.

Viele Menschen mit Diabetes fürchten, dass es kein Zurück mehr gibt, sobald sie einmal Insulin gespritzt haben. Doch das stimmt nicht. Falls Sie bisher Tabletten eingenommen haben, können Sie - nach Absprache mit Ihrem Arzt - getrost ausprobieren, ob Sie mit Insulin vielleicht besser zurechtkommen. Falsch ist auch die Vorstellung, Sie müssten im Laufe der Zeit die Insulindosis zwangsläufig steigern. Im Gegenteil: Oft reagieren die Körperzellen mit der Zeit wieder sensibler auf das Hormon.

Wie Sie mit dem Spritzen umgehen sollten und wie Sie die Angst vor der Injektion verlieren, lernen Sie im Diabetesschulungsprogramm. Dort erfahren Sie auch alles über Ihre Krankheit und wie Sie im Alltag mit ihr zurechtkommen.

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