In Deutschland können Sie nur ein einziges Medikament aus der Stoffklasse der so genannten Biguanide in den Apotheken kaufen: Metformin. Es ist lange erprobt und - wie aktuelle Studien belegen - in der Diabetestherapie eines der wirksamsten Präparate überhaupt.
Metformin hindert die Leber daran, zu viel Zucker zu bilden. Muskeln und Fettgewebe nehmen dadurch mehr Traubenzucker aus dem Blut auf, ohne dass der Insulinspiegel im Körper steigt. Wenn Sie nur Metformin-Tabletten einnehmen, bekommen Sie davon keine Unterzuckerung. Außerdem nehmen Sie nicht zu: Insulin regt den Appetit an, Metformin hält den Insulinspiegel aber niedrig.
Wenn Sie Diabetes Typ 2 haben, jünger und übergewichtig sind, ist Metformin wahrscheinlich der geeignetste Wirkstoff für Sie. Das Medikament verringerte in einer Studie die Sterblichkeit der Behandelten um mehr als ein Drittel im Vergleich zu Zuckerkranken, die keine Medikamente bekamen, sondern nur eine Diät machten.
Sind Sie leber- oder nierenkrank, können Sie Metformin allerdings nicht nehmen. Es hängt von dem Kreatininwert in Ihrem Blut ab: In Deutschland werden Sie kein Metformin erhalten, wenn Ihre Kreatininclearance unter 60 Milliliter pro Minute ist.
Eine Metformin-Therapie kann manchmal Magendruck, Übelkeit und Durchfall auslösen. Diese Begleiterscheinungen vermeiden Sie, wenn Sie die Dosis langsam steigern und die Tabletten zu den Mahlzeiten schlucken. Und Vorsicht: Kombiniert mit Sulfonyl-Harnstoffen traten mit Metformin bei Menschen mit Diabetes Typ 2 in einer Studie in Großbritannien vermehrt Todesfälle auf.