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Schlucken statt spritzen

Sulfonyl-Harnstoffe

Es gibt verschiedene Wirkstoffe aus der Klasse der Sulfonyl-Harnstoffe. Doch Wissenschaftler konnten bisher nur für die Substanz Glibenclamid nachweisen, dass sie auf Dauer positive Wirkungen bei Zuckerkranken hat. Für die neueren Substanzen dieser Gruppe fehlen bislang Studien, die etwas über die Wirkung bezüglich der Folgeschäden von Diabetes aussagen können.

Wie wirken die Substanzen?

Sulfonyl-Harnstoffe sorgen dafür, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ausschüttet. Das Insulin schleust den Zucker in die Zellen, der Blutzuckergehalt sinkt. Daher verbessern die Substanzen die Blutzuckerwerte und senken das Risiko für typische Folgekrankheiten wie Augen- oder Nierenschäden.

Wann werden Sulfonyl-Harnstoffe verschrieben?

Für normalgewichtige Menschen mit Diabetes Typ 2 sind Sulfonyl-Harnstoffe das Richtige. Übergewichtigen wird der Arzt diese Substanzen nur verschreiben, wenn sie Metformin aus der Klasse der Biguanide nicht vertragen. Möglicherweise empfiehlt er Sulfonyl-Harnstoffe auch in Kombination mit anderen zuckersenkenden Tabletten.

Die deutsche Arzneimittelkommission rät Ärzten, Sulfonyl-Harnstoffe nicht zu oft zu verschreiben. Denn in Kombination mit Metformin kam es in der Vergangenheit zu ungeklärten Todesfällen. Patienten, deren Blutzuckerwert trotz dieser Medikamente steigt, gehören möglicherweise zu jenen zehn Prozent der Zuckerkranken, bei denen Sulfonyl-Harnstoffe im Laufe der Zeit versagen.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Sulfonyl-Harnstoffe regen die Bauchspeicheldrüse immer an, Insulin freizusetzen - nicht nur nach dem Essen, sondern auch zwischen den Mahlzeiten. Deshalb können Sie unterzuckern. Schwangere oder stillende Frauen oder Menschen, die leber- oder nierenkrank sind, sollten keine Sulfonyl-Harnstoffe einnehmen.

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