Gliptine sind seit 2007 auf dem Markt. Sitagliptin, Vildagliptin und Saxagliptin sind in Deutschland verfügbar. Weitere Medikamente dieser Gruppe stehen vor der Zulassung. Diese Wirkstoffe senken den Blutzuckerwert. Gesundheitsökonomen bemängeln aber, dass die Behandlung mit diesen Wirkstoffen fast doppelt so teuer ist wie die Therapie mit Insulin. Fachleute raten auch noch aus einem anderen Grund von Gliptinen ab: Ob sie langfristig besser oder schlechter wirken als etwa Metformin oder Sulfon oder Sulfonylharnstoffe, weiß heute noch kein Mensch.
Die Wirkstoffe lassen den Zuckergehalt im Blut sinken, indem sie den Insulinspiegel anheben. Das geschieht mit Hilfe des GLP-1-Hormons. Dieser Botenstoff meldet der Bauchspeicheldrüse, dass sie Insulin ausschütten soll. Das Insulin schleust dann den Zucker in die hungrigen Körperzellen, damit verschwindet der süße Stoff aus dem Blut.
Ist also viel GLP-1 im Körper, gibt es auch viel Insulin. Normalerweise baut unser Organismus das GLP-1-Hormon nach getaner Arbeit aber wieder ab. Diesen Job erledigt ein bestimmtes Enzym: die Dipeptidyl-Peptidase 4 (DPP-4). Gliptine hemmen dieses Abbau-Enzym. Die Folge: Der Botenstoff GLP-1 bleibt länger im Blut und aktiviert so auch die Bauchspeicheldrüse länger als normal.
Auch wenn andere Diabetesmedikamente nicht anschlagen: Diese Wirkstoffe senken zwar den Langzeitwert des Blutzuckers genauso gut wie etwa Metformin. Sitagliptindarf man auch alleine geben. Ob sie aber auch die Folgen des zu hohen Blutzuckers vermindern, ist nicht bekannt. Versagen bei Ihnen alle anderen Tabletten, sollten Sie am besten Insulin spritzen.
Für die verschiedenen Wirkstoffe der Gliptine sind noch keine Langzeituntersuchungen veröffentlicht, die etwas über die langfristigen Risiken aussagen können. Die erste Mitteilung über 40.000 Patienten, die das Medikament Sitagliptin vier bis fünf Jahre eingenommen haben, wird für das Jahr 2014 erwartet.