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15. Juni 2011, 11:20 Uhr

Google lernt das Zuhören

Bessere Bildersuche, geringere Ladezeiten, Spracherkennung: Mit neuen Funktionen will Google noch komfortabler werden. Mit der Sprachsuche gehorcht die Suchmaschine dem Nutzer jetzt sogar aufs Wort. Von Christoph Fröhlich

Google, neue Funktionen, Bilder, Sprachsuche, Mikrofon, Panda, Instant Pages

Neue Funktion ermöglichen eine noch komfortablere Suche© Robert Galbraith/Reuters

Google ist nach wie vor die Nummer eins der Suchmaschinen. Mit einem Marktanteil von immer noch weit über 80 Prozent lässt der Netzgigant Mitbewerber wie Yahoo, Bing oder Baidu weit hinter sich.

Um seinen Vorsprung auf die Konkurrenz weiter auszubauen, entwickelte der Internetsuchdienst jetzt neue Funktionen, um die mühsame Suche nach Informationen noch komfortabler zu machen.

Aufmerksamer Blick

"Was war das nochmal?", ist eine häufige Frage beim Betrachten der Urlaubsfotos. Google hilft: Mit der neuen Bildsuchfunktion kann ein Bild einfach in die Suche gezogen werden - alternativ reicht auch der Dateipfad des Fotos auf dem Computer. Google untersucht das Bildern und sucht nach ähnlichen Ergebnissen im Internet. Je häufiger die Sehenswürdigkeit bereits fotografiert wurde, desto besser wird das Ergebnis. Bei eher unbekannten Sehenswürdigkeiten wird Google jedoch nur schwer fündig.

Momentan funktioniert die neue Bildersuche mit Orten und Kunstwerken. Aufnahmen von Menschen blendet der Algorithmus bewusst aus: Zwar wäre die Gesichtserkennung technisch kein Problem, allerdings verzichtet Google aus Gründen des Datenschutzes auf die Funktion. Die neue Bildersuche soll demnächst weltweit gestartet werden.

Auf Smartphones mit dem Android-Betriebssystem kann die neue Funktion bereits ausprobiert werden: Die Google Mobil-Applikation ermöglicht die Suche mit einem selbst aufgenommenem Bild der Handykamera.

Schreiben ist Silber, Reden ist Gold?

Capuccino oder Cappuccino? Mit Googles neuer Sprachsuche wird Grübeln überflüssig. Android-Nutzer kennen die Funktion bereits von ihrem Smartphone, jetzt hält sie auch in Googles Browser Chrome Einzug. Mit einem Klick auf das Mikrofon-Symbol in der Suchzeile aktiviert sich die Spracheingabe und Google lauscht den Worten des Nutzers. Eine moderne Spracherkennungs-Software setzt die Worte anschließend in Schriftsprache um. Der Haken: Momentan versteht die Suchmaschine nur Englisch, ob und wann die Funktion in Deutschland erscheint, ist offen.

Schneller ans Ziel

Die dritte Neuerung ist technischer Natur. Mit "Google Instant Pages" soll die Ladegeschwindigkeit von Webseiten minimiert werden. Dafür sorgt ein Algorithmus, der vorhersagt, welche Seiten der Nutzer womöglich anklicken wird. Diese werden im Hintergrund vorgeladen und sorgen so für einen schnelleren Seitenaufbau. Das erspart den Nutzern zwischen zwei und fünf Sekunden Wartezeit - verspricht Google. Momentan funktioniert die Ladezeit-Optimierung nur mit der Entwickler-Version von Google Chrome. Die Software ist aber frei verfügbar, sodass die anderen Browser-Hersteller demnächst nachziehen werden und ihre Produkte mit der verbesserten Suche ausstatten.

Panda sorgt für bessere Ergebnisse

Auch der Such-Algorithmus von Google hat sich verändert: Google sei stets bemüht, die Seiten mit Qualitätsinhalten für die Nutzer höher und schlechte Seiten tiefer in der Ergebnisliste zu platzieren, sagt Google-Ingenieur Amit Singhal im offiziellen Google-Blog. Zwar verändert Google seinen Suchalgorithmus regelmäßig, das "Panda"-Update ist jedoch wesentlich umfassender.

Damit werden vor allem die so genannten "Klick-Farmen" bestraft: Das sind Webseiten, die ihre Seite mit vielen Schlagworten für Google optimieren, ohne seriöse Inhalte zu liefern. Sie landen im Google Ranking jetzt viel weiter hinten. Das Panda-Update ist in Amerika und England bereits gestartet, in Deutschland soll es demnächst verfügbar sein.

Von Christoph Fröhlich
 
 
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