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Wie Frauen zu sein haben – in 50 Sekunden

Über die Frage der Geschlechtergleichheit und -gerechtigkeit kann man endlos streiten. Oder man fasst in weniger als einer Minute zusammen, wie Frauen sein sollen – Kabarettist Florian Schroeder hat es in der "NDR Talk Show" geschafft.

  Barbara Schöneberger (r.) schmeißt sich weg, Luna Schweiger ist amüsiert: Kabarettist Florian Schroeder bringt beeindruckend präzise auf den Punkt, was heutzutage von Frauen erwartet wird

Barbara Schöneberger (r.) schmeißt sich weg, Luna Schweiger ist amüsiert: Kabarettist Florian Schroeder bringt beeindruckend präzise auf den Punkt, was heutzutage von Frauen erwartet wird

"Bild der Frau" ist nicht nur eine wöchentlich erscheinende Yellow-Press-Gazette, die es seit fast 20 Jahren zu kaufen gibt. Das Bild der Frau, das Bild von der Frau, das Bild davon, was und wie Frauen sind und zu sein haben, wird schon viel länger diskutiert, als es diese Zeitschrift gibt. Nicht nur, weil Männer und Frauen da unterschiedlicher Meinung sind, sondern weil die Ansprüche an Frauen heutzutage derart zahlreich sind, dass sie sich kaum miteinander verbinden lassen. Zumindest nicht ohne eine multiple Schizophrenie.

Es geht schon bei der äußeren Erscheinung los: Schlank soll sie sein, die Angebetete, auch wenn sie die idealen zwei bis drei Kinder auf die Welt gebracht hat. Ansehen darf man ihr sie nicht. Sich selbst soll sie verwirklichen, damit sie nicht unzufrieden zu Hause rumnörgelt. Wenn sie zu diesem Zweck arbeiten muss, dürfen die Kinder jedoch nicht zu kurz kommen. Selbstbewusst soll sie sein, aber bitte keine Emanze!

Brillant auf den Punkt gebracht

Florian Schroeder schafft es, in maximaler Geschwindigkeit aufzuzeigen, wo das Problem liegt. Er hat es in der "NDR Talk Show" bewiesen – und damit vor allem die weiblichen Gäste der Runde köstlich amüsiert. 

Kabarettist Florian Schroeder darüber, was von Frauen heute alles erwartet wird. So lustig und leider so wahr. Viel Spaß mit dem Video.

Posted by NDR Talk Show on Tuesday, January 26, 2016

So lustig der Beitrag auch ist, zeigt er doch ganz genau auf, wie rückschrittlich, inkonsequent und mit dem Muff der 50er-Jahre behaftet die Vision von der idealen Frau ist. Hunderte Podiumsdiskussionen, Hunderte "Emma"-Ausgaben und Tausende "Aufschreie" können offenbar bis heute nicht dabei helfen, an einem unerfüllbaren Ideal zu rütteln. Es hat sich einfach zu fest in die Köpfe der Deutschen gefressen.

Was können wir tun?

Eines ist sicher: Die Frauen selbst können ziemlich wenig ausrichten. Von Alice Schwarzer bis Anne Wizorek – egal wie klug argumentiert wird, die Kritik will einfach auf keine passende Synapse im Gehirn der Männer treffen. Ob wir mal in Kanada nachfragen sollten? Vielleicht hat Justin Trudeau Zeit für eine Aufklärungsrunde durch good old Germany?

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