Selbst das teuerste Fahrrad trägt nach Jahren intensiver Nutzung Gebrauchsspuren davon. Ein wenig Rost hier, abgeplatzte Farbe da und schon sorgt der Anblick des einst geliebten Drahtesels nicht mehr für ungetrübte Freude. Um für frischen Wind im Gestänge zu sorgen und dem Rost Einhalt zu gebieten, bietet es sich an, das Fahrrad zu lackieren. Das ist zwar mit etwas Aufwand verbunden, wer den nicht Scheut, muss aber nicht zwingend einen Profi bemühen.
Vor dem Lackieren: Fahrrad zerlegen
Die einzige Grundvoraussetzung für eine Restaurierung in Eigenregie ist ein trockener und möglichst staubfreier Raum mit guter Belüftung oder ein windgeschützter Platz im Freien. Ist eines von beidem vorhanden, benötigen Sie nur einige wenige Utensilien und Motivation, um loszulegen. Bevor es ans Farbspektakel geht, sollten Sie das Fahrrad zerlegen und alle Teile abbauen, bis nur noch der nackte Rahmen übrig ist. Dazu genügt in der Regel ein einfaches Fahrradwerkzeug-Set oder ein kleines Multitool.
Wichtig: Sortieren Sie alle demontierten Teile sorgfältig und beschriften Sie diese bei Bedarf, um nicht den Durchblick zu verlieren. Ist das Werk vollbracht, platzieren Sie den Fahrradrahmen auf einer Plastikfolie, die Sie zuvor auf dem Boden ausgebreitet haben. Nun sollten Sie das Gestänge erst einmal mit einem feuchten Lappen und ein wenig Spülmittel grob reinigen.
Alten Lack vollständig entfernen
Dann folgt der Griff zum Schleifpapier. Das sollte möglichst grob sein und leicht angefeuchtet werden. Verwenden Sie dieses, um den alten Lack vollständig abzuschmirgeln. Erst wenn die ursprüngliche Farbe nirgends mehr zu sehen ist, haben Sie es geschafft. Mit einem feineren Schleifpapier glätten Sie im Anschluss die Oberfläche, bis ein glänzender Metallrahmen zurückbleibt.
Bevor Sie damit beginnen, Farbe aufzutragen, sollten Sie ein weiteres Mal den Putzlappen schwingen und den Rahmen mithilfe von Aceton oder Isopropanol entfetten. Ist das Geschehen, beginnt endlich die eigentliche Arbeit.
Fahrrad lackieren: Nur mit Atemschutz
Jetzt wird es Zeit, die Kleidung mit einem Schutzanzug abzudecken, Arbeitshandschuhe anzuziehen und eine Atemmaske samt Schutzbrille aufzusetzen. Bei Bedarf, decken Sie auch Gegenstände in der Umgebung ab.
Grundierung auftragen
Zunächst schaffen Sie mit einer Grundierung die Basis für den eigentlichen Lack. Diese lässt sich direkt aus der Sprühdose heraus auftragen, wobei Sie regelmäßiges Schütteln selbiger nicht vergessen sollten. Die Grundierung sollte gleichmäßig und deckend auf dem Rahmen verteilt werden. Nach getaner Arbeit können Sie eine Pause einlegen. Vor dem nächsten Arbeitsschritt muss die Farbe trocken sein. Die dafür benötigte Zeit entnehmen Sie den Angaben auf der Sprühdose.
Lack in mehreren Schichten
Jetzt folgt der eigentliche Lack. Der sollte im Idealfall von derselben Marke wie die Grundierung sein und wird in zwei bis vier Schichten aufgetragen. Fertig sind Sie, wenn der Lack an allen Stellen komplett deckt. Wie viele Anläufe dafür nötig sind, kann von Lack zu Lack variieren und hängt unter anderem von der gewählten Qualität ab.
Mit Klarlack versiegeln
Sieht der Rahmen wieder schick aus, gilt es, diesen Zustand zu versiegeln. Dazu gehen Sie ein letztes Mal mit der Sprühdose ans Werk, dieses Mal mit Klarlack. Erst mit diesem wird der Lack widerstandsfähig gegen Kratzer und Stöße. Abschließend müssen Sie Ihr Fahrrad nur noch wieder zusammenbauen.
Die richtige Pflege
Um den neuen Anstrich frisch zu halten, sollten Sie diesen pflegen und Ihr Fahrrad regelmäßig mit einem hochwertigen Reinigungsmittel für Zweiräder putzen. Solche Produkte hinterlassen in der Regel einen Schutzfilm auf dem Rahmen, der die Bildung von neuem Rost unterbindet.