Chlamydien sind eine bakterielle Krankheit. Ihre Erreger tummeln sich gern in Körperflüssigkeiten - zum Beispiel in den Spermien, im Urin, im Speichel, aber auch in den Augen. Die Bakterien können zwar auch durch einen Händedruck übertragen werden. Aber das ist äußerst selten. Mit Chlamydien stecken Sie sich fast ausschließlich beim Sex an. Die Erreger verursachen dann Entzündungen der Harn- und Geschlechtsorgane. Und wenn Sie schwanger sind, können Sie Ihr ungeborenes Kind während der Geburt anstecken. Eine bis drei Wochen nach der Ansteckung können erste Symptome auftreten. Aber etwa 70 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer haben nach einer Infektion mit Chlamydien nur wenig oder gar keine Beschwerden.
Bei Frauen beschränkt sich die Entzündung zunächst auf Gebärmutterhals und Harnröhre. Sie leiden unter einem starken, manchmal eitrigen Ausfluss. Es juckt und brennt beim Wasserlassen. Wenn die Erreger in die Gebärmutterhöhle und Eileiter aufsteigen, können sich Ihre Eileiter und Eierstöcke und schließlich auch die Umgebung der Leber entzünden. Sie bekommen Fieber und haben Bauchschmerzen. Bleibt die Chlamydien-Infektion noch länger unbehandelt, besteht die Gefahr, dass Ihre Eileiter verkleben und Sie unfruchtbar werden. In seltenen Fällen treten lebensbedrohliche Blutungen auf.
Bei Männern entzündet sich zunächst die Harnröhre. Sie haben Probleme, Wasser zu lassen, es juckt und brennt dabei. Gleichzeitig haben Sie häufig das Gefühl, zur Toilette zu müssen. Sie spüren einen ziehenden Schmerz und es kommt zu schleimig-eitrigem Ausfluss. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann die Entzündung aufsteigen. Dann befällt sie den Darm, die Nebenhoden und die Prostata - mit der Gefahr, unfruchtbar zu werden. Außerdem kann sich eine Gelenkentzündung entwickeln.
Diese Krankheit lässt sich nur durch den Erregernachweis bestimmen. Dafür macht der Arzt einen Abstrich von der Harnröhre, bei Frauen zusätzlich vom Gebärmutterhals und schickt ihn ins Labor. Bei modernen Diagnoseverfahren untersucht er das Erbgut des Erregers. Dabei wird der Urin kontrolliert und ein Scheidenabstrich gemacht.
Der Arzt behandelt die Chlamydien-Infektion mit Antibiotika. Sie heilt fast immer aus, wenn Sie sie rechtzeitig behandeln lassen. Die Therapie kann eine oder zwei, manchmal auch drei Wochen dauern. Während der Zeit Ihrer Behandlung sollten Sie unbedingt auf Geschlechtsverkehr verzichten. Ganz wichtig ist: Schicken Sie auch alle Menschen, mit denen Sie in den letzten 60 Tagen Sex hatten, zum Arzt! Auch dann, wenn die gar keine Symptome haben. Sonst könnte der so genannte Ping-Pong-Effekt entstehen - die Gefahr, sich gegenseitig immer wieder anzustecken, ist sehr groß.