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Ratgeber Sexualität

Wenn Sex böse Folgen hat

Gonorrhoe

Die Gonorrhoe, auch Tripper genannt, wird durch Bakterien übertragen. Sie stecken sich ausschließlich über den direkten Kontakt der Schleimhäute damit an - vor allem beim Geschlechtsverkehr über die Schleimhäute des Penis, der Scheide, im Mund oder Po. An diesen Stellen zeigen sich dann auch erste Anzeichen einer Entzündung. Bleibt die Gonorrhoe unbehandelt, kann die Entzündung in die Geschlechtsorgane aufsteigen und zur Unfruchtbarkeit führen. Nach ein bis sechs Tagen, in seltenen Ausnahmen auch erst nach zwei Wochen, kann ein Arzt die Erreger der Gonorrhoe, die so genannten Gonokokken, nachweisen. Das große Problem bei dieser Geschlechtskrankheit ist aber, dass Sie womöglich gar nicht zum Arzt gehen: Oft haben Sie nämlich keine Beschwerden.

Jede zweite Frau merkt es nicht

Zu Beginn der Krankheit leiden Frauen manchmal unter Ausfluss. Er kann zwar übel riechen, ist aber oft vom normalen gelblichen Ausfluss kaum zu unterscheiden. Vielleicht spüren Sie ein leichtes Brennen beim Wasserlassen. Manchmal entzündet sich der Muttermund. Dann haben Sie eitrigen Ausfluss, vielleicht eine Schmierblutung und leichtes Fieber. Die Hälfte der betroffenen Frauen jedoch hat keinerlei Beschwerden - und merkt gar nicht, dass sie sich angesteckt hat. Aber wenn Sie sich nicht behandeln lassen, können sich Eileiter und Eierstöcke entzünden und langfristig zu chronischen Unterbauchschmerzen führen. Und Sie können unfruchtbar werden. Sind Sie schwanger und haben sich mit Tripper angesteckt, besteht die Gefahr eines Blasensprungs und einer Frühgeburt. Während der Geburt können Sie die Erreger an ihr Kind weitergeben. Neugeborene bekommen durch diese Bakterien eine Bindehautentzündung am Auge.

Viele Männern entwickeln erste Anzeichen der Krankheit meistens zwei bis sechs Tage, nachdem sie sich angesteckt haben. Sie spüren dann Schmerzen und ein Brennen beim Wasserlassen, gleichzeitig haben sie einen gelblich-grünen Ausfluss. Etwa ein Viertel der an Gonorrhoe erkrankten Männer hat tagsüber keine Symptome - nur morgens vor dem ersten Wasserlassen zeigt sich an der Harnröhre ein Eitertropfen. Wird der Tripper nicht behandelt, verschwinden die anfänglichen Symptome sogar oft wieder. Dann entzünden sich eventuell die Prostata, der Hoden oder Samenleiter - und die Betroffenen können unfruchtbar werden.

Ein Abstrich entlarvt die Erreger

Der Arzt erkennt einen Tripper an seinen Erregern. Dafür macht er einen Abstrich, den er unter dem Mikroskop untersucht. Vielleicht wird er zur Sicherheit noch eine Bakterienkultur anlegen. Früher verschrieb der Doktor vor allem Penicillin gegen diese Geschlechtskrankheit. Heute behandelt er die Gonorrhoe mit anderen Antibiotika, die die Erreger sicher abtöten. Denn in den letzten Jahren waren manche Gonokokkenstämme aus Afrika und Asien widerstandsfähig gegenüber Penicillin. Während der Behandlung verzichten Sie besser auf Sex.

Auch Ihre Sexualpartner der vergangenen zwei Wochen sollten sich untersuchen und gegebenfalls auch behandeln lasen. Sie haben Ihre Krankheit erst spät bemerkt, weil Sie gar keine Symptome hatten? Dann schicken Sie sogar alle, mit denen Sie in den letzten 90 Tagen Sex hatten, zum Arzt. Und denken Sie dran: Nach einer überstandenen Gonorrhoe können Sie sich trotzdem wieder damit anstecken.

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