Prominenz und europäischer Hochadel feierten am Samstag die Hochzeit von Hubertus Erbprinz von Sachen-Coburg und Gotha mit seiner Braut Kelly Rondestvedt, einer amerikanischen Investmentbankerin. Unter den Gästen war auch das schwedische Königspaar.

Hubertus, Erbprinz von Sachsen-Coburg und Gotha, und seine amerikanische Frau Kelly nach der Trauung vor der St. Moriz Kirche in Coburg© Eckehard Schulz/AP
Seifenoper-Schreiber hätte es sich besser ausdenken können: Sonne und Brautpaar strahlten, Menschenmassen jubelten am Straßenrand, Kameras klickten ohne Pause, und die prominenten Gäste lächelten huldvoll in die Menge. Ein kleines Stück vom Reich- und Schönsein bekamen die Menschen in Coburg am Samstag bei der Hochzeit von Hubertus Erbprinz zu Sachsen-Coburg und Gotha mit seiner Kelly Rondestvedt ab. In einer offenen Kutsche fuhr das Paar durch die bayerische Stadt und winkte im Stil von Prinz Charles und Diana in die Menge. Und als wäre das alles noch nicht genug, ging auch noch der Traum vieler Adels-Verehrer in Erfüllung: Der schwedische König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia gaben sich tatsächlich die Ehre und kamen zur Hochzeit in Coburg persönlich vorbei.
Schwedens König und der Vater des Bräutigams sind Cousins. Und so war schon Wochen vor der Traumhochzeit spekuliert worden, ob das Paar anreisen würde. Die Gästeliste mit den 400 Namen war streng geheim, aber dass reichlich Prominenz auflaufen würde, war klar. Denn das Herzögliche Haus Sachsen-Coburg und Gotha ist Dank historischer Verbindungen mit den Blaublütigen in Großbritannien, Spanien, Belgien und eben auch Schweden verwandt.
"Alles, was auf unserem Tisch landet, hat dick 'Vertraulich' aufgedruckt", hatte ein Sprecher der Stadt gesagt. Und so sickerte bis zuletzt auch nicht durch, welche Prominenz sich auf den Weg ins Oberfränkische machen wollte. Nicht einmal die Tatsache, dass die Braut ganz in Weiß heiraten würde, war den Organisatoren zuvor zu entlocken.
Auch welche erlesenen Speisen die adligen Gaumen streichelten, und ob die Hochzeitstorte tatsächlich elfstöckig war, wird das Volk wohl nie erfahren. Denn die eigentlichen Feiern fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am vergangenen Donnerstag hatte sich das Paar auf dem Standesamt das Ja-Wort gegeben - vor den Augen des eigens zum Standesbeamten ausgebildeten Oberbürgermeisters Norbert Kastner.
Nach der Trauung in der Morizkirche am Samstag zeigte sich das Paar dann den Bürgern der Stadt, die dem Adelsspross und seiner ganz in weiß gewandeten bürgerlichen Angetrauten Glück wünschten. Vor dem blumengeschmückten Portal der Sandsteinkirche hatten sich mehrere hundert Schaulustige eingefunden, die einen Blick auf das Brautpaar und die Adelsprominenz erhaschen wollten. Schwedens König Carl XVI. Gustaf und seine aus Deutschland stammende Frau, Königin Silvia - sie im hellblauen Kostüm, er im Cutaway - zogen dabei mindestens genau so viel Aufmerksamkeit auf sich wie Braut und Bräutigam.
Hunderte Schaulustige säumten die Straßen, als das Hochzeitspaar danach in der offenen Kutsche durch die Stadt fuhr, vorbei am Rathaus bis zur Ehrenburg. Dort standen zur Begrüßung mehrere Schützen Spalier. Salutschüsse waren zu hören, bevor sich Brautpaar und Gäste zu einem Empfang zurückzogen. Mit den engsten Familienmitgliedern und Freunden sollte abends auf Schloss Callenberg weitergefeiert werden. Zu diesem Kreis zählten nach Angaben der Herzoglichen Hauptverwaltung immerhin noch 200 Freunde und Verwandte.